Man will fast dazu neigen zu sagen: „das hätte auch ganz böse ausgehen können“ und scheint irgendwie darüber erleichtert, dass es keine Toten zu beklagen gab, als mal wieder ein jugendlicher Schüler Monitor und Maus mit seiner Schule verwechselte. Der Amoklauf von ? ist aber ein Armutszeugnis für diese Generation. Völlig entsetzt fragen sich Eltern, Freunde und Angehörige des Amokläufers: „Wie konnte das nur passieren?“. Stimmt! Wie kann das nur passieren, dass jemand, der täglich stundenlang dutzende Cyborgs in die virtuellen Jagdgründe schießt, so wird? Ist doch wie DSDS: man sieht und hört Teenies, dass man fast Ohrenkrebs bekommt und denkt sich, ich kann es noch schlimmer! „The root of evil…“ sind an sich aber nicht die Computerspiele, sondern der triste und isolierte Familienalltag in deutschen 1,6 Geburtenraten - Familien. Eltern nehmen sich immer weniger Zeit für ihre Kinder und richten den Kids ein gemütliches Heim mit PC, Telefon, Fernsehen und Stereoanlage ein. Ein extra großes Bett gibt’s gratis dazu, falls der Sohnemann mal ne Pause vom Egoshootern braucht und er seine Kanone auf die Freundin, die auf einen Quickie kurz zu Besuch kommt, richten will. Fakt ist, dass sich Jugendliche, insbesondere die Herren der Schöpfung, in ihren Zimmern vorm PC isolieren. Gegessen wird aufm Zimmer, telefoniert wird aufm Zimmer, ge***** wird aufm Zimmer und die gemeinsame Zeit mit der Familie bleibt auf der Strecke. Kommen dann schließlich noch Probleme mit den Mitmenschen hinzu, was aus dem Isolations-Dasein resultiert, greifen Jugendliche auf die Art von Konfliktbewältigung zurück, die sie aus ihrer virtuellen Welt kennen. Eine andere Art von Umgang mit Menschen kennen sie nicht, da sie ihre Dialogfähigkeit meist schon verloren haben und ihnen die ethischen Werte unseres christlichen Abendlandes fremd sind. Es scheint kaum ein Zufall zu sein, dass die Täter immer wieder aus dem gleichen Hintergrund kommen. Ein „Jugend musiziert“ oder „Jugend forscht“ Preisträger ist eher selten unter den Tätern. Die Hobbys der meisten Jugendlichen, ob Mädels oder Jungs, beschränken sich auf Telefonieren, Shoppen, Party machen, Ausgehen und PC Spielen. Bei dieser hochintellektuellen Beschäftigungsweise bauen sich die Kids ihr eigenes oder gar kein zwischenmenschliches Umfeld auf. Sie werden intellektuell nicht herausgefordert und entwickeln eine, im wahrsten Sinn des Wortes, Urbrutalität gegenüber ihren Mitmenschen. Angesichts der Zunahme dieses Trends und den fatalen Erziehungsfehlern kann man leider nur sagen: „Tschüss und bis zum nächsten Mal.“
gt, 22. November 06
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