Diese Meldung war es, die das Fass bei mir persönlich zum Überlaufen brachte: Obama hat sein Blackberry zurück. Na wie schön für ihn! Aber – was geht mich das an, was geht uns in Deutschland das an, was will mir diese Nachricht sagen ? Hey – der mächtigste Mann der Welt hat einen Spleen für ein mobiles Kommunikationsgerät der Firma RIM, das gefühlte 90 % aller Wirtschafts-Studenten spätestens auch schon nach dem Vordiplom ihr Eigen nennen. WoW (und ich meine nicht World of Warcraft), es menschelt mal wieder im Weißen Haus. Das ist es, glaube ich, was uns dieser Artikel und die geschätzten 10.000 anderen „Obama hat – Obama macht – Obama ist“ Artikel in den Nachrichten der letzten Wochen vermitteln wollen. Der dumme „deutsche Michel“ soll auch, jetzt endlich, nachdem es die Elite längst erkannt hat, sehen, dass ein neuer Wind weht im Weißen Haus. Der böse, böse Bush (bezeichnenderweise lief letzte Woche der grottige Stone-Film „W.“ auch schon im deutschen Free-TV bei Pro7) ist endlich weg, und jetzt kommt die Freude ins Herz der amerikanischen Machtzentrale zurück (BamS am Wochenende titelte: „Endlich wieder Sex im Weißen Haus“). Klar, Michelle ist trotz Schwimmerinnen-Kreuz natürlich ein ganzes Stück adretter als die werte Vorgängerin Laura, die steif wie die Queen an der Seite ihres Mannes den Amtsbesuchen trotzte. Aber, mal ehrlich, gibt es denn nur noch Euphorie ? Sind es nicht die Entscheidungen, ihre Auswirkungen und die Leistungen, die Schwierigkeiten, gegen die ein Präsident sich mit klugen Vorschlägen durchsetzen muß, die ihn zu einem großen Präsidenten machen ? Und muß man das nicht alles erst mal abwarten, gab es nicht einmal die berühmten ersten 100 Tage im Amt, nach denen dann geschaut wird ? Um nicht falsch verstanden zu werden: klar ist Obama ein junger, dynamischer und sympathisch auftretender Präsident, geradezu strotzend vor Elan, die Herausforderungen der vor ihm liegenden Krisen zu meistern. Natürlich hat er Vorschußvertrauen verdient, auch von Leuten wie mir z.B., die zunächst nicht unbedingt für ihn gevotet hätten. Aber muß man dazu permanent in Tageszeitungen auf Seite 1 lesen, was er gerne liest, isst, trinkt, mailt oder skypt ? Gerade wenn man seine erste Entscheidung, dem Iran die ausgestreckte Hand zu reichen, in all ihren Konsequenzen sich anschaut, muss man dann nicht vielleicht kritisch nachhaken ? Wenn ich höre, daß Mahmud Machmirdendschihad als Reaktion auf die Geste doch tatsächlich die Chuzpe hatte, eine Forderung nach der anderen an Amerika abzufeuern (getreu dem Motto: „Reichst du ihm den kleinen Finger, will er gleich die ganze Hand“), müsste man diese Entscheidung zumindest schon etwas kritischer reflektieren.
Wie gesagt, ich gönne und wünsche Barack Obama das allerbeste für seine Präsidentschaft, aber ich verabscheue es, mit welcher schleimerischen Verlogenheit gerade die deutsche Presse, die in den letzten acht Jahren selten ein gutes Haar an Amerika gelassen hat, mir nun einen Präsidenten als Messias verkaufen will. Und so viel kann ich schon prophezeihen: wenn die ersten, für unsere Gutmenschen unpopulären Entscheidungen des neuen „POTUS“ fallen werden, dann werden sie IHN fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel. Also: lasst den guten Mann doch einfach seine Sache erst einmal machen, und beurteilt Taten, Ergebnisse, Fakten usw. Vorher nehme ich keinem Journalisten seine neugewonnene Amerika-Liebe ab.
Was drückt dieses nebenstehende Foto für sie aus, liebe Leserinnen und Leser ? Respekt vor der westlichen Gesellschafts- ordnung und die Darstellung tiefster religiöser Humanität ? Gelungene Integration durch Bewahrung der eigenen Tradition und Identität ? Ist dies der Fall, dann sollten sie lieber hier nicht weiterlesen, denn es könnte ansonsten sein, dass sie erhebliches Missfallen daran haben werden. Für uns drückt dieses Foto nämlich nur eines aus: tiefste Rückständigkeit, Frauenverachtung und Abschottung aus religiösen Motiven bei gleichzeitiger Ausnutzung der Freiheiten einer Gastgebergesellschaft. Diese Aufnahme aus Kanada zeigt nämlich einen Teil der Familie des Guantanamohäftlings Omar Khadr, dessen Verhörvideo diese Woche allenthalben durch die gutmenschlich eingestellte deutsche Presselandschaft geisterte. Es ist der weibliche Anhang eines durch seine Familie zum radikalen Islamisten erzogenen jungen Mannes, für den verrückterweise nun jeder aufrechte Demokrat Mitleid und Verständnis haben soll, wenn es nach SpOn und anderen Leitmedien ginge. Aus einem harmlosen Verhörvideo, auf dem weder Folter, Misshandlung oder psychischer Druck zu erkennen ist, werden
…kommt von den Kasper-Abgeordneten im Iran bzw. aus einer Meldung von spiegel.online, dem halboffiziellen Sprachrohr für US-Bashing, und ist leider keiner. Siehe hier:
Nicht nur das ist ein schlimmes Erbe der sieben Jahre Schröder-Regierung und der Gleichgültigkeit bzw. Ablehnungshaltung vieler Deutschen den USA gegenüber: jeder vierte Deutsche kennt nicht die Hauptstadt der USA, gar nur 38 % wissen, dass Washington der erste Präsident der USA war. Aber wie gut, dass wir spiegel.online haben: die Webseite, die mit Abstand die meisten USA-kritischen Artikel auf den Onlinenews-Markt wirft, tut heute mal etwas für die allgemeine (Volks)bildung und stellt ihr turnusgemäßes
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