Archiv der Kategorie 'Gesellschaft'

Das Gesetz der großen Zahlen

Birma

Wie simpel und brutal Journalismus manchmal funktioniert, wird gerade in Zeiten des Ständig Online-Seins und der Allgegenwart des Internets einmal mehr deutlich - dies ging mir in den letzten Tagen durch den Kopf, als ich über die zwei gegenwärtigen schlimmen Natur-

katastrophen in Asien regelmäßig in den größten deutschen Nachrichtenportalen las. Es geht um den Zyklon in Birma (wahlweise auch Burma oder Myanmar genannt) und um das verheerende Erdbeben in China von dieser Woche. Und es geht um Menschenleben, um tragische Schicksale, um unzählige Einzelschicksale, die nun durch die Ereignisse gleichsam zu einer Masse vereint als Elendssituation in unseren Nachrichten auftauchen - wie von der Flutwelle auf die vordersten Titelseiten gespült. Und der Nachrichtenstrom reisst gar nicht mehr ab, obwohl als Hauptnachricht mittlerweile die Opferzahl gilt, die sich in den letzten Tagen scheinbar stündlich nach oben schrauben zu schien. Im Falle von China war bei SpOn z.B. zunächst von 6000 Toten die Rede, dann von 7000, am selben Abend noch titelte die Headline von 8300 Toten (woher diese plötzliche Präzisierung der 2. Stelle?) Dann am Morgen 12.000 Tote, gestern 20.000, heute wurde die Zahl von 50.000 Toten in den Raum geworfen. In Birma sind wir mittlerweile bei 125.000 Toten angelangt, wenn man heutigen Meldungen über die katastrophale Verantwortunglosigkeit und Skrupellosigkeit des Regimes dort Glauben schenken mag. Ist ja alles unbestritten, obwohl einen das leise Gefühl beschleicht, es könnten noch viel mehr sein und man wird nie so genau wissen, wieviel Tote nun wirklich zu beklagen sind als direkte Folge der Naturgewalten. Aber was soll eigentlich dieser Zahlenfetischismus ? Ist das alles, woran wir, der Westen, interessiert sind ? Seit Jahrzehnten kümmert uns die Skrupellosigkeit der dortigen Regime keinen Cent, seit Jahren wird das kommunistische China vertätschelt wie ein Samariterhund, nur damit uns kein Geschäft mit dem aufstrebenden Reich der Mitte entgeht. Birma wiederum konnte sich durch den Aufstand der Mönche vor einigen Monaten in unsere Gehirnwindungen prügeln, war aber dann letztlich durch die brutale Niederschlagung seitens der Militärjunta dem medialen Nirvana geweiht. Und man löschte wieder aus dem Hirn, was einen nur peripher tangierte. Für den einzelnen Bürger mag das ja ok gehen, schließlich kann man nicht alle Brandherde dieser Welt durch Reflexion und Einkaufen im Dritte Welt Laden löschen. Aber was ist mit den Verantwortungsträgern in Politik und Gesellschaft, z.B. eben jene genannte schreibende Zunft, die Magazine mit Einfluss, die Politiker mit Macht und Vorbildfunktion ? Jetzt wo auf einmal die Mißwirtschaft und die Verlogenheit, die diese asiatischen totalitären oder teiltotalitären Systeme auszeichnet, zu Tage tritt, wo ist jetzt die politische Kaste, die sagt: “Wenn ihr Hilfe wollt, müsst ihr euch öffnen.” “Ihr müsst den Menschen die Freiheit zurückgeben, dann kann euch in Zukunft besser geholfen werden. Kooperation und Vertrauen in den Westen gegen Care-Pakete sozusagen. Beschlagnahmungen von Hilfsgütern werden nicht toleriert”. Jetzt ist die Zeit, ja vielleicht die Chance, das Schicksal der Menschen dort dauerhaft zu ändern. Und nicht nur alle halbe Stunde Zahlen nach oben zu korrigieren und zu lamentieren, dass wir nicht helfen können, weil wir nicht dürfen.

Und by the way: in Israel sind gestern ein Dutzend Menschen schwer verletzt worden, als eine Rakete der Hamas in Ashkelon in ein Einkaufszentrum einschlug. Und das war keine Naturkatastrophe, sondern ein verbrecherischer Akt von Menschenhand. Wie titelt SpOn und andere Medien ? Sinngemäß so: “Israel droht mit massivem Rückschlag und Gewalt”. Wo kommen die angegriffenen Mütter und Väter des Einkaufszentrums zu Wort ? Diese Opfer verdienen auch unsere Solidarität. Nur schickt denen keiner “Care-Pakete”. Weil es nur ein Dutzend Betroffene waren ? I guess size matters anyway…

The same procedure as every Krawall-Mai…

Berlin oder Baghdad ? Das fragt man sich angesichts solcher Bilder, wie sie zum 1. Mai mal wieder in den Medien auftauchen. Linke Krawallmacher fühlen sich, wie vom Krawall-Hormon gesteuert, bei diesem Datum offenbar berufen, den “Tag der Arbeit” wörtlich zu nehmen und sich an Hundertschaften von Polizisten und pulkweisen Glatzenrudeln abzuarbeiten, indem man Autos von Unbeteiligten in Brand setzt und ganze Stadtteile verwüstet. Aber dafür hat natürlich sicherlich jeder betroffene Kfz-Besitzer Verständnis, schließlich geht es ja um die gute Sache, gegen Rechts, nicht wahr ? Natürlich ein Grundfehler der Behörden, überhaupt die NPD-Demo in Nürnberg zuzulassen, aber genauso schlimm die Blauäugigkeit, mit der man die linke Gewalt geschehen lässt. Quo vadis, Rechtsstaat ? (Bildquelle: dpa, verändert)

Klartext: Die Islamisierung Europas

Wilders

Selten hat man ein Interview mit einer bekannten Persönlichkeit gesehen, in der diese nicht ausweichend oder politisch korrekt antwortet, sondern den Nagel auf den Kopf trifft. Genau dies tut hier erfreulicherweise der niederländische Regisseur Geert Wilders, dessen neuer Film über den Islam mit Spannung und - bei vielen Bedenkenträgern - mit Furcht vor Ausschreitungen des islamistischen Mobs erwartet wird. Analytisch scharf, klar, präzise und mutig benennt er die Probleme, die sein islamkritischer Film auch thematisieren wird. Ein Must-See für jeden, dem die Meinungsfreiheit lieb und teuer ist: http://www.youtube.com/watch?v=WGFSlCZyRmo

Der Terror des 11. März: Ein Nachtrag

11. März SpanienGestern wurde in Spanien in Gedenken an den vierten Jahrestag der Anschläge vom 11. März 2004 getrauert - in Deutschland hingegen war mal wieder erstaunlich wenig Berichterstattung darüber zu finden. Nur im Zusammenhang mit den dort auch wieder gerade abgehaltenen Wahlen, bei denen die Sozialisten gewannen, war auch dann die Rede von der erneuten Bedrohung Spaniens durch den islamistischen Terror. Nein, dass vor ziemlich genau 4 Jahren, über 190 Menschen im Herzen Europas, in die Luft geflogen oder bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, sowie ca. 1800 Menschen zum Teil schwerste Verletzungen, die sie bis an ihr Lebensende mit sich tragen werden, erlitten haben - nein, das ist nicht wichtig für die (noch) terrorverschonten Deutschen. Für uns ist es wichtiger, ob Obama der Hillary wieder eine Klatsche erteilt hat oder the other way round. Oder ob Kurt Beck neue Rekorde im SPD-Wähler-Vergrätz Wettbewerb aufstellt. Dass wir Solidarität zeigen müssen in Europa, mit jedem Land, welches von Terror betroffen wurde, - auch nach außen, als Zeichen unserer Unbeugsamkeit und Stärke gegenüber den barbarischen Glaubensfanatikern, ist leider noch nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte. Doch gerade das halte ich für die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Sind wir als moderne Gesellschaften zu leichtgläubig, schnelllebig, hedonistisch und egozentrisch geworden, um auch emotional die terroristischen Bedrohungen zu meistern ? Wo sind die Denkmäler, die nach ihnen benannten Straßenzüge für all die vielen unschuldig im Namen Allahs ermordeten Opfer ? Für jede Anti G8 oder Klimaschmonk-Demo, für jede Anti Bush oder Pro Pälestina-Demo kriegt man locker mehr Leute zusammen als für die wirklichen Opfer brutalster, fanatischster Gewalt. Haben wir schon resigniert, ist es das Gefühl allgemeiner Macht- und Ratlosigkeit ? Vertrauen wir wirklich auf die schützende Hand des Staates, der uns vor allem Unbill fernhält ? Wenn man sich die Debatte um den Datenschutz dagegen ansieht, überwiegt, so scheint es, aber auch hier - und das nicht einmal ganz zu Unrecht - die Skepsis. Bis zum nächsten grossen Anschlag, der uns vielleicht wieder aus unserem Dornröschenschlaf herausreissen wird für einige Tage, oder sogar Wochen.

Hier zur Erinnerung an die Terroranschläge von Madrid und im ehrenden Gedenken an die unschuldig ermordeten Zivilisten und ihre Angehörigen einige wertvolle Links (teilweise in spanisch):

http://www.elmundo.es/documentos/2004/03/espana/atentados11m/ 

http://edition.cnn.com/SPECIALS/2004/madrid.bombing/

http://www.20minutos.es/noticia/209969/0/

http://www.asociacion11m.org/

http://www.time.com/time/europe/html/040322/story.html?cnn=yes

Bild-Quelle: El Pais, 2004.

Wie ein Land lahmgelegt wird…

BahnWenn es ein Wort gibt, dass mich in letzter Zeit immer wieder aufhorchen lässt, sobald es fällt, dann ist es: Streik! Oder wahlweise auch Warnstreik, “Totalstreik” (wie spiegel online neulich so schön titelte) - oder, um die Kunst des Drumherumredens, in der wir Deutschen es mittlerweile zur Meisterschaft gebracht haben, zu vollenden: “Abbruch der Tarifverhandlungen”! Dabei bin ich durchaus nicht grundsätzlich gegen Streiks, wer würde nicht gern mal streiken, wenn jeder es sich leisten könnte - kann aber nicht jeder, und nicht jeder besitzt das Erpressungspotential, das mächtige Gewerkschaften und Verbände wie ver.di und die GDL mittlerweile angehäuft haben. Der Arbeitskampf war im 19., 20. sten Jahrhundert sicher ein probates und legitimes Mittel, die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber den “Industriebossen” und Magnaten durchzusetzen, gerade in Hinblick auf Arbeitsschutz-Bestimmungen und die soziale Verantwortung der Unternehmer insgesamt. Auch heutzutage bleibt er ein letztes Mittel, um Rechte für Arbeitnehmer gegenüber Konzernen einzufordern. Nur was mir mittlerweile grotesk erscheint, ist die Art und Weise, wie das geschieht und die Tatsache, dass Konfrontationen immer offener und immer schamloser auf dem Rücken einer breiten Masse ausgetragen werden, die mit dem Thema nichts - aber auch gar nichts mehr zu tun hat.

So auch beim aktuellen Possenspiel der Bahn mit der GDL und den anderen beiden Bahn-Gewerkschaften. Eigentlich dachte man, mit der Schlichtung vor ein paar Monaten sei alles ausgestanden, - aber nein, da wird mit juristisch gezirkelten Sondertarifverträgen getrickst (seitens der Bahn) und das volle Empörungspotential und die beleidigte Leberwurst-Karte gespielt (seitens der GDL). Und auch die beiden Kleinen wollen nun ein Stück vom Kuchen… Anstatt sich wie vernünftige Menschen an einen Tisch zu setzen und zu versuchen, einen Kompromiss zustande zu bringen, auch im Bewusstsein, dass es die zahlenden Bahnkunden sind, die letztlich das ganze Unternehmen tragen und in deren Verantwortung alle Beteiligten zunächst einmal stehen. Aber so, wie es jetzt abläuft, ist das Ganze ein Trauerspiel, dass die meisten Kunden nur verärgern wird und keinerlei Verständnis für eine Gewerkschaft aufbringen lässt, die es nicht schafft, nach über einem Jahr Streik und Verhandlungen etwas zustande zu bringen. Nur mangels Alternativen werden auch die meisten nicht umhin kommen, weiterhin die Deutsche Bahn als ihr Beförderungsmittel zu wählen und auch ihr Geld dort zu lassen.

Durch die momentan zeitgleichen Streiks bei Flughäfen, öffentlichen Einrichtungen und Nahverkehrsgesellschaften schaffen es einige wenige, aber wichtige Branchen, ein ganzes Land lahmzulegen und der Wirtschaft immensen Schaden zuzufügen. Ist damit irgendjemandem geholfen ? Wo ist die soziale Verantwortung für den Aufschwung unseres Landes geblieben ? Weit sind wir ja dann bald nicht mehr entfernt von den Generalstreiks à la francaise…und ich weiss auch schon, wie mein nächster Albtraum aussehen wird: Manfred Schell steht an der vordersten Lokomotive in einem der großen Kopfbahnhöfe, die Menschenmassen in Streikwesten vor ihm versammelt, und es schallt aus dem Megafon: Wollt ihr den totalen Streik ?

Friedliebender Religionsstifter ?

Zumindest wenn man das hier in der welt online von heute liest, müssten sich erste, leise Zweifel an der Friedensliebe dieses Religionsstifters einstellen - selbst bei einem unbedarften, westlichen Leser der Gutmenschen-Fraktion, der den direkten Vergleich mit Jesus, Buddha usw. scheuen mag, weil nicht sein darf, was vermeintlich nicht sein kann. Man mag ja meinetwegen dem Autor des welt-online Artikels Voreingenommenheit vorwerfen, aber einerseits beruht der Artikel auf vielen Fakten, die auch von Moslems frank und frei zugegeben werden und andererseits spiegelt das aktuelle Verhalten einiger Anhänger dieser Religion (s. Randale in Dänemark) mal wieder exakt dieses jahrhundertealte, eingeübte Verhaltensmuster wieder: erst Toleranz heucheln, dann wegen Kritik/Spott über die eigene Religion beleidigt sein, sogleich dann Aufmerksamkeit für die eigene “Verletztheit” fordern, anschließend pöbeln und randalieren, bis man gehört wird, und als Krönung des ganzen dann das eigene gewaltsame Verhalten (religiös) legitimieren.

Ausverkaufte Hallen und ungebetene Gäste

Er füllt zur Zeit die Hallen - es ist brechend voll, kein Platz bleibt ungenutzt. Tausende folgen gebannt dem Geschehen auf der Bühne, Sprechchöre ertönen, frenetischer Applaus brandet auf, als er endlich die Riesenarena betritt.

Nein, die Rede ist nicht vom neuesten Jon Bon Jovi-Konzert. Ganz im Gegenteil. Der, der im Moment die Kölnarena zum Bersten bringt, ist der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan, der seine kleine Europareise anlässlich des Wohnhausbrandes in Ludwigshafen wunderbar für seine politische Profilierung auszuschlachten weiß. Der sog. “gemäßigte” Islamist zieht live und in Farbe eine - wie SpOn treffend charakterisiert- einzigartige One-Man Show ab, vor immerhin 20.000 türkischstämmigen Besuchern in der Kölnarena. Eine angebliche Privatveranstaltung, die dennoch von einem starken Polizeiaufgebot geschützt werden muss, weil draussen schon die Kurden Protest schieben. Unglaublich, dass diesem Mann hier so viel Raum gegeben wird, seine verqueren Ansichten unters Volk zu bringen, um für daheim schön Wählerstimmen zu sammeln. Nicht nur, dass die Aufhebung des Kopftuchverbotes in der laizistischen Türkei durch die maßgeblich dafür verantwortliche Partei Erdogans, die AKP, erst vor ein paar Tagen für Unruhe gesorgt hatte, nein, hat hier eh keiner mitgekriegt, is ja allet im Lot in Kölle. Jetzt darf der Ministerpräsident, der sich aufspielt wie ein Bonaparte light bei der Inspizierung seiner Übersee-Kolonien, auch noch für türkische Universitäten und Schulen in Deutschland werben und Privatermittler in Brandursachenermittlung spielen. Na wie toll ist das denn. Nur zu dumm, dass die vermeintliche Brandstiftung höchstwahrscheinlich keine war, und dass der Kopftuchzwang an deutschen Universitäten trotz eindeutigen Trends zur Verschleierung der studierenden Muslimas noch nicht eingeführt ist. Aber vielleicht möchte man ja, um diese Situation zu ändern, dem sauberen Herrn Erdogan ein Gast-Ministeramt übertragen. Als Zeichen des guten Willens und der Völkerverständigung etwa. Wenn die deutsche Politik weiterhin so unterwürfig auftritt, ist es ja bis dann nicht mehr weit hin. Wir haben einen anderen Vorschlag, so wie man es im privaten Bereich auch tun würde: solch einen ungebeten Gast höflich, aber bestimmt hinauskomplimentieren!

Hessen: Wahl ohne Ergebnis ?

WahlHeute, am kleinen Superwahltag mit Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen, steht mal wieder eines fest: dass nichts feststeht! Selbst um knapp 21 Uhr an diesem Wahlsonntag ist noch nicht klar, wem der Wähler in Hessen nun den “Regierungsbildungsauftrag” - wie es im Politiker-Schwurbeldeutsch so schön heisst - gegeben hat. Ein schmerzliches Déjà-Vu an die katastrophale Lage nach der Bundestagswahl 2005 stellt sich ein, als sich irgendwie alle als Sieger und Verlierer zugleich fühlen mussten und sich ein Noch-Kanzler wie im Machtrausch besessen in der Elefantenrunde quasi ex cathedra zum Wahlsieger krönte.

Aber Wahlen in Deutschland scheinen immer öfter nach diesem Schema abzulaufen, stabile Mehrheiten immer öfter zugunsten der Flügelparteien geopfert zu werden. Einige Aspekte und aus meiner Sicht mögliche Gründe hierfür möchte ich einmal hier kurz erläutern. Erstens scheint es generell so zu sein, dass Wahlentscheidungen immer kurzfristiger getroffen werden, ja vielleicht sogar die Entscheidung, überhaupt sich an einer Wahl zu beteiligen, sehr kurzfristig vor einer Wahl fällt. Dies macht breite Wählerschichten natürlich auch für kurzlebige Politagitationen und Verleumdungen des politischen Gegners anfälliger als diejenigen Wähler, deren Entscheidung langfristig aufgrund bestimmter Wertepräferenzen getragen wird. Dies lässt sich an der aktuellen Wahl gut zeigen: einerseits konnte Roland Koch gut die aktuellen Vorfälle, die zwar mittlerweile zur traurigen Realität auf unseren Straßen gehören, ins Licht der Medien zerren, verengte aber fatalerweise die Diskussion auf “kriminelle Jugendliche” und “Harte Hand-” Rhetorik. Was sicher viele der CDU zugeneigte Wähler etwas zurückschrecken ließ. Von der erfolgreichen Wirtschafts- und Mittelstandspolitik der CDU in Hessen war keine Rede mehr, kein Platz mehr in den Nachrichtenspalten der sensationslüsternen Medien. Dies wiederum war ein gefundenes Fressen für die SPD, den Mut des politischen Gegners zur persönlichen Diffamierung dessen zu nutzen und sich selbst in ein sanftes Licht zu rücken - in die politische Mitte, wo ja eh alle hinwollen, nicht ? Langsam wird es ziemlich eng in ebendieser Mitte, aber das ist ein anderes Thema. Der durchschnittliche Wähler denkt da leider sehr kurzfristig, ungeachtet der Tatsache, dass dieses Thema nach einer Wahl wohl kaum geeignet sein wird, die Tagespolitik zu bestimmen. Gleichzeitig mit dieser abnehmenden Bereitschaft, seine Wahlentscheidung geruhsam zu treffen, schwindet die Bindungskraft der etablierten Parteien an ihre Wählerschaft. Diese ist mittlerweile mobiler, flexibler, vernetzter, informationsüberfluteter, nicht mehr so in traditionellen Strukturen verhaftet wie früher (s. Austritte aus Kirchen, Parteien, Vereinen, Ehrenämtern usw…) Der postindustrielle Individualismus fordert hier seinen Tribut. Hinzu kommt die ausgewiesen schlechte politische Bildung weiter Bevölkerungskreise - trotz oder gerade wegen der Vielzahl an medialer Beteiligung und Information. Theoretische oder philosophisch konträre Weltbilder formen sich nicht mehr zu politischen Überzeugungen, vielfach herrscht einfach pures Nachgequatsche etablierter Medienmeinungen oder das Eintreten für Partikularinteressen, wie die Wahlerfolge kleiner Parteien zeigen. Auch klassische Protestparteien mit Anti-Konzepten wie Die Linke oder die Republikaner schaffen es, daraus Profit zu ziehen. Insbesondere die SPD hat ihre Integrationskraft auf der linken Seite verloren und einen Teil ihrer Wähler quasi kampflos an die Postkommunisten abgegeben. Das veränderte Wählerverhalten und die veränderte Wählerstruktur in Deutschland begünstigt weiterhin eine ziemlich dramatische Umgestaltung unseres Parteiensystems, das ist jedenfalls meine Prognose. Zusammen mit unserem äußerst komplizierten Wahlsystem, das zwar ausgleichend wirkt, aber Koalitionsregierungen unverzichtbar macht, ergibt sich nicht unerheblicher politischer Sprengstoff für die Zukunft - weit über diese Hessenwahl hinaus. Die Tabuisierung bestimmter Politikfelder wie steigende Ausländerkriminalität - oh pardon, es muss natürlich Südländerkriminalität heissen, - wird zunehmen, sollte Koch mit dieser Wahl dafür abgestraft worden sein.

Woher kommt diese gottlose Gewalt bei den Kids?

1311_goenz_8.jpgDie Schlagzeilen häufen, ja überhäufen sich: Kreuz und quer durch Deutschland tauchen neue Nachrichten und Videos auf, die auf ihre Opfer wahllos einprügelnde junge Männer zeigen. Schon vor der medialen Präsenz dieses Themas, war dieses Problem ein offenes Geheimnis. Grundlos verspotten, traktieren und prügeln Kids, manchmal nicht älter als 15 Jahre alt, auf Leute ein, die sie von nirgendwo her kennen. Beschrieben werden diese Attacken und Vorfälle in den Medien immer mit dem Hinweis, dass die Täter “Migrationshintergrund” haben. Tatsächlich sind 24,8% der Täter Menschen mit Migrationshintergrund, wobei der Anteil an Nichtdeutschen bei 8,8% liegt. Hierbei werden straffällige, ausländische Gewalttäter, die einen deutschen Pass besitzen, nicht miteinbezogen.

So gut wie nie sind die machomäßigen und gewalttätig auftretenden Kids Gangs aus den USA, Frankreich, Japan, Australien, China (auch am Anteil der Gesamtbevölkerung hochgerechnet!) Spanien, Polen oder Italien - wobei Italien einen relativ hohen Anteil an der Kriminalitätsrate hat. Leider Gottes finden wir den überwiegenden Teil der gewalttätigen Kids, der statistisch bei nahezu 80% liegt, fast immer in islamisch geprägten Ländern verwurzelt. Es geht hier nun nicht darum, die Extremfälle der letzten Wochen zu beleuchten, sondern sich mit den weit verbreiteten Gangs und Gruppen zu beschäftigen, die in alltägliche “kleinere” Strafdelikte verwickelt sind und die Städte unsicher machen. Jedoch ist das oft der Anfang der kriminellen Karriere.

Meist haben die Jungs bereits tägliche Gewalt ihrer Väter gegenüber den Frauen und Kindern mitbekommen. Dieses züchtigende Verhalten der Männer leitet sich aus der islamisch geprägten Tradition und Überlieferung der Scharia und des Korans ab, wonach der Mann körperliches Züchtigungsrecht gegenüber der Frau besitzt. Da die Jungs oft zu Hause wenig zu tun haben, da die Frau und Töchter den Haushalt werfen, entlässt man sie außer Haus. In islamisch geprägten Ländern bezeichnet man junge Männer damit, dass sie “wildes Blut” hätten und dies ausleben müssten, ja zu richtigen Männern werden sollen. Und das wird man nicht in den eigenen vier Wänden, dort herrscht nämlich der Vater. So wundert es nicht, dass selbst in den Cliquen selbst, ununterbrochen gepöbelt, geschubst und geschlagen wird: Ein echter Kerl ist nur, wer sich “Respekt” verschafft, der Stärkere eben. Als diese “Stärkeren” gehen diese Jungs in den Alltag und wen sie auch treffen, er ist für sie kein personales Wesen mit unantastbarer Menschenwürde, kein Mitbürger, sondern ein Anderer, ein “Schwuchtel” oder “Missgeburt”. Als solche wird man dann behandelt. Die Jugendlichen nehmen sich gar nicht als Teil unserer Gesellschaft wahr.

Kaum Bildung, den halben Tag nur mit männlichen Genossen auf der Strasse, keine berufliche Zukunft: Schulische Abschlüsse sind sehr oft nicht wichtig, da das Kollektiv bzw. die Sippe einen versorgen wird. Das Wir zählt eben. Da ändern Erziehungscamps eigentlich wenig am Grundproblem, was nämlich zu Hause sitzt. Der christliche Glaube, dem jegliche Liebesethik und Moral unserer Gesellschaft zugrunde liegt, muss wieder Einzug in die Erziehung des Nachwuchses erhalten, wobei wir beim größten Problem angelangt sind. Den Jugendlichen aus islamisch geprägten Ländern sind vom Elternhaus, der Tradition und vom Glaube her (so ungern man das heute hört) die Werte Nächstenliebe, Gewaltenthaltsamkeit, Reue und Versöhnung keine Werte, die an erster Stelle stehen müssen. Bildung steht auch nicht weit oben auf dem Treppchen: Die Sippe lässt einen ja nie hängen und bringt einen bei irgendeinem Cousin oder Schwager unter. Wer viel Kontakt in diese Länder wie die Türkei oder persische Länder hat, weiß, dass es dort so läuft und dieses System sich schon längst hierher transportiert hat.

Wichtig ist, dass wir den Jugendlichen klarmachen, welche Werte wir vertreten und welche positiven Folgen das hat. Doch was der Lehrer als Organ des Staates dazu beitragen kann, sieht man, wenn man sich mal anschaut, wie der Unterricht in Hauptschulklassen abläuft, die einen besondern hohen Anteil an Schülern mit “Migrationshintergrund” haben. Was die Minister, Politiker und die Kirche zum Thema Gewalt sagen, interessiert die Kids ebenfalls nicht. Ihr Welt- und Meinungsbild beschränkt sich auf die Kumpels und die Strasse, die familiär fast alle ähnlich aufgewachsen sind. Die Ethik und Moral, die unsere Kultur heute geprägt hat, beruht eben auf christlichen Werten. Wer von den Verantwortlichen eine Änderung des Problems mit den Jugendlichen an diesem Faktum vorbei versucht, wird scheitern.

gt, 20. Januar 2008

 

Von Haubentauchern und Hasspredigern

Also so langsam muss man ja wirklich sagen, einige Parteien machen sich echt lächerlich in letzter Zeit. Das gilt zwar auch für Parteien aus der konservativen Ecke des Parteienspektrums (s. Stoiberismus), in besonderem Maße aber zuletzt vor allem für unsere rot-grün-scheckigen Genossen. Mit solchen Aktionen, wie sie die frisch gebackene stellv. Parteivorsitzende der SPD, Andrea Nahles, bringt, zeigt diese Partei wieder einmal mehr, dass es ihr an politischer Kultur und Feinfühligkeit mangelt. Und der ehemalige Juniorpartner, die Grünen, machen es nicht besser, ganz im Gegenteil: die Krawallpolitik von Volker Beck gegen den Kölner Kardinal Meisner (im Übrigen für Aussagen, die die katholische Kirche schon immer vertreten hat und die nichts Neues darstellen) diskreditieren diese Partei in meinen Augen immer mehr in Richtung “unwählbar”. Den Begriff “Hassprediger” so aus seinem ursächlichen Zusammenhang mit islamischem Fundamentalismus zu reissen, um einen Kirchenmann zu diffamieren, ist ein Affront, gegen den die Kirche zu Recht juristische Schritte einleiten will. Schuster, bleib bei deinen Leisten, kann man den beiden Parteien nur raten…

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Zitat der Woche

All that is necessary for the triumph of evil is that good men do nothing. (Edmund Burke, english philosopher)

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