Archiv der Kategorie 'Gesellschaft'

Gaga Wissenschaft: Kiezdeutsch als Chance

Also bei diesem Artikel auf Welt-Online stellen sich einem ja die Haare hoch. Ich hatte am Rande davon auf einem anderen Blog schon neulich mal etwas gelesen, mich aber zunächst nicht weiter damit beschäftigt, weil ich es für unglaubwürdig hielt. Aber es ist wohl anscheinend wahr:  die Potsdamer Germanistin Heike Wiese lädt zu einer wissenschaftlichen Veranstaltung im Rahmen einer Tagung der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin, die sich wohl unter anderem mit dem deutsch-türkischen Pigdin beschäftigen wird, das allgemein unter „Kiezsprache“ bekannt sein soll. Schon diese Ausgangsbezeichnung finde ich problematisch, denn „Isch masch disch Messer“  (Achtung: laut welt performative Äußerung, Sie verstehen?) wird wohl keineswegs nur auf dem Kiez, also in Rotlicht-affinen Vierteln, gesprochen, sondern eher in sozial schwierigen Problemstadtteilen bzw. als Teil der mittlerweile gängigen Subproletariats-Jugendkultur in unseren sämtlichen Schulen allgegenwärtig ist.

Aber ich kann das natürlich nicht beurteilen, wer bin ich denn schon gegen die wahrscheinlich schon längst DFG-geförderten Herren und Damen Sprachwissenschaftler, deren sozial-integrative Weitsicht und Klugheit in der Analyse in solchem pseudo-wissenschaftlichem Geschwurbel zum Ausdruck kommt (folgende Zitate gemäß welt-online):

„Vielmehr überbiete das neue „Kiezdeutsch“, von Wiese als „multiethnischer deutscher Dialekt“ gekennzeichnet, vormalige Mischsprachformen wie die „Kanak Sprak“ oder das „Türkendeutsch“ durch Erfindungsreichtum und grammatikalische Finesse.“

„Der Synkretismus-Jargon sei nicht etwa von Herkunft oder Muttersprache der Nutzer abhängig, sondern lediglich vom Wohnort.“

„Alle Sprecher jener Gruppen, die „musstu“ und „lassma“ sagen, würden zwar meist auch Hochdeutsch beherrschen, es aber in einer subversiv gestimmten Souveränitätsvolte ausblenden.“ (Hervorhebungen durch mich)

Und das Fazit des welt-Artikel Autors ist auch nicht unbedingt geistreicher:  „Wie es scheint, kündigt sich eine neue sprachliche Internationale an. Vielleicht gehört ein Satz wie „Mein Vater geht Moschee mit Lederhose“ bald zum innovativen Witz-Standard im Migrantenstadl.“ Was für ein Schenkelklopfer, zum Totlachen!

Mal was Off-Topic: Der Raab wurde geschlagen,…

sdr…und zwar so was von, dass man sich selbst als neutraler Fernsehzuschauer nur schwer eines breiten Grinsens erwehren konnte, als der Kandidat Nino Haase die von Raab unabsichtlich perfekt gelegte Billiardkugel mit dem letzten, entscheidenden Stoß um 1.30 nachts in der nahen Tasche versenkte. Ja, ich gebe es zu, ich bin einer dieser Verrückten, der sich diese telegene Form des modernen römischen Zweikampfs auch regelmäßig und gerne anschaut. Das Haase-gegen-Igel, ähem Pardon, -Raab Wettrennen, -skaten, -schwimmen, -fußballern, -raten ist auch einfach zu spannend. Ich möchte mal mit Verlaub behaupten, es ist tatsächlich im Moment die spannendste Samstagabend-Sendung im dt. Fernsehen (was vl. auch etwas über die Qualität des sonstigen Fernsehprogrammes einiges aussagt, wenn Sie so wollen). Hier aber einige psychologisch und philosophisch angehauchte Überlegungen meinerseits, was den Reiz und auch unbestrittenen Erfolg von Raab ausmacht – ja ihn sogar für die ARD und ihr erneutes Eurovisions-Debakel mit Alex sings, Oscar fu*** it up (oder so ähnlich) attraktiv gemacht hat:

1. Das personifizierte Duell-Prinzip: absolut ehrlich, absolut einfach, für jeden verständlich: das sind die Regeln, beide haben die gleichen Bedingungen, der Bessere gewinne. Wobei die Kandidaten in den Einspiel-Filmchen, so meint man vielleicht anfangs, sogar meist wahre Tausendsassas sind – sportlich, vielseitig, intelligent, geradezu heiß auf den Kampf mit Raab. Dieser hat natürlich, und das wissen jetzt alle nach den vielen Shows und seiner Erfolgsserie, den psychologischen Vorteil, nicht so nervös sein zu müssen und er ist eben eine wahre Kämpfernatur, die niemals aufgibt. Und er kennt sich bei Promi-Raten usw. meist besser aus. Also quasi gleichgezogen mit dem Kandidat – das garantiert eine spannende Ausgangslage.

2. Der Abwechslungsreichtum der Show: die Produzenten lassen sich immer wieder mal etwas neues einfallen, kein Spiel ist wie das andere, auch nicht wie die anderen der vorangegangenen Shows. Sportspiele wechseln mit Wissensspielen ab, das Tempo ist meistens hoch, d.h. bis auf die unsäglichen Werbepausen und die Nerv-Mitmach-Aufforderungen gibt es kaum Unterbrechungen. Die Kürze der Spiele sorgt für stete Abwechslung (gut, außer man verschätzt sich mal wie beim englischen Fußball in der vorletzten Sendung, das kein Ende zu nehmen schien). Und oft sind wirklich innovative oder zumindest modifizierte Regeln bei den Sportspielen dabei, die alles noch interessanter machen.

3. Die ausgeklügelte Punktevergabe: bei jedem der insgesamt 15 Einzelspiele gibt es mehr Punkte zu holen als bei den jeweils vorangegangenen, bereits ausgetragenen Spielen des Abends. Dadurch besteht, zumindest wenn man nicht in Riesenrückstand gerät, immer die Chance, mit dem nächsten Spiel wieder mit dem Gegner gleichzuziehen oder sogar aufzuholen. Dadurch bleibt es bis zum Schluß spannend, und oft, wie man zuletzt gesehen hat, entscheidet dann das oder die letzten Spiele über Sieg oder Niederlage. Nicht nur, dass dies geschickterweise Pro7 einen langen Werbeabend und eine hohe Quote sicherstellt, nein – es weckt eben auch die archaischen A Fight to the death- Reminiszenzen im menschlichen Gehirn. Man sieht ja förmlich, wie die Kandidaten sich physisch verausgeben und wie manchmal dann doch die Kopfstärke am Ende ein Duell entscheiden kann. Und es geht ja mittlerweile auch um Unsummen, die man als Privatmensch nie im Leben sich selbst  verdienen oder erkämpfen könnte (außer man zieht eine kriminelle Karriere in Betracht).

4. Die Witzigkeit und Spontanität der Show: Es ist manchmal schon zum Totlachen, wie ernst da von einer professionellen Stimme besonders die Sportspiele kommentiert werden, gerade so, als wäre man auf einer Weltmeisterschaft und schaute Profis zu. Da es aber keine geübten Profis sind, fällt ja oft deren Hilflosigkeit in den Spielen ins Auge und erheitert ungemein. Auch wie ernst da immer nachgefragt und jedes Detail erklärt wird, ist schon kurios, aber eben richtig witzig. Der Live-Charakter der Show und die Showfigur Raab tragen dazu natürlich das ihre bei.

Also wenn das so weitergeht, prophezeihe ich Raab mal eben so jetzt einen ganz bekannten Sendeplatz Samstags um 20.15 beim ZDF. Wer hätte das gedacht.

Nur eine Frage bleibt offen: was macht das arme Schwein, das die 6 (!) -in Worten: sechs – Autos da auf einmal gewonnen hat? Die Parkplatzsuche wird – uh, hm…sagen wir vertrackt…

„200 Kilogramm mit Splittern, inschallah“

fritzg_terroristenprozessIn wenigen Tagen beginnt einer der größten Terrorprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik, und bislang ist die FAZ mit ihrer Online-Ausgabe das einzige Medium, dass schon jetzt vorab interessante und zugleich neue, erschreckende Details aus dem Todesplan der zum Islam konvertierten Attentäter veröffentlicht: „200 Kilogramm mit Splittern, inschallah, das macht ‘nen Riesenbums“. Wer nach der Lektüre des Artikels immer noch glaubt, das wir ein Hafen der Glückseligkeit sind, dem ist nicht mehr zu helfen – das hätten wir vor zwei, drei Jahren noch gesagt. Mittlerweile ist es bis in die Wohnstuben und Kaminzimmer der Gutmenschen durchgedrungen, von daher erübrigte sich dieser Kommentar ja eigentlich. Allerdings hat man schon das Gefühl, dass unbequeme Wahrheiten in Deutschland immer noch gerne verdrängt werden, getreu einem anderen, bequemen Motto: „Mich wird`s schon nicht treffen. Und im Straßenverkehr sterben ja auch jeden Tag Dutzende.“ Kann man halt nichts machen, und Achselzucken…

Ach so, ja noch was: machen kann scheinbar auch die deutsche Justiz nicht so viel, jedenfalls nicht so viel, wie man meinen möchte. Am Ende des Artikels steht, die maximale Höchststrafe für einen der potentiellen Hundertfach-Massenmörder betrüge 15 Jahre Gefängnis! Oder, modern ausgedrückt, 15-mal  neue schwedische Pirate Bay-Server aufziehen, das brächte Sie für ungefähr dieselbe Zeitspanne hinter die gleichnamigen Gardinen. Argumentation: Aufgrund des erfolgten Zugriffes kam es ja dann noch nicht einmal zum Versuch, eine Explosion herbeizuführen – von daher bleibt nur „Verabredung zum Mord“ als Hauptstraftatbestand.  Justizlogik at its best!

Zum Amoklauf in Winnenden: Versuch einer politisch inkorrekten Nachbetrachtung

Schockiert hat uns alle dieser unvorstellbar brutale Amoklauf von Winnenden letzte Woche, und die Trauerphase hat für viele Menschen, Angehörige und mittel- oder unmittelbar Betroffenen noch nicht einmal begonnen, da setzt auch schon die öffentliche Diskussion ein und es hagelt von überallher „Querschüsse“, wenn man dieses waffenstrotzende Wort einmal im übertragenen Sinn benutzen will. Natürlich war das zu erwarten – so ist es ja immer schon gewesen, ob nach „Erfurt“ oder „Emsdetten“, wo ja bekanntlich auch ein schärferes Waffengesetz daraus resultierte – aber ich erinnere mich auch noch an die Zeiten, als wir in Deutschland noch eine Insel der Glückseligen waren und hämisch mit dem Finger auf die Amokläufe in den USA gezeigt und die dortige Waffenverbreitung als Grundübel der Welt ausgemacht wurde. Nun haben wir jedoch ein schärferes Waffengesetz (wenn ich richtig informiert bin, sogar eines der schärfsten in ganz Europa), wir haben ganze Heerscharen von Schulpsychologen, Sozialarbeitern, Gewaltpräventions- und Antiaggressionstrainings, – ja, RTL schickt deutsche Kinder sogar in den Wilden Westen, um dort asoziales und gewaltstrotzendes Verhalten gruppendymnamisch auszutherapieren – und dennoch passierte „Winnenden“ (und „Wendlingen“, das mittlerweile irgendwie sogar schon wieder vergessen wird, zu erwähnen)! Nur eines steht mittlerweile fest: in unserer Trauer und Hilflosigkeit suchen wir nach einer Antwort auf die Frage „Warum“, nach einer schnellen, plausiblen Antwort möglichst – und erkennen doch nicht, dass selbst die Antwort darauf quasi tautologisch selbst wieder keine Antwort wäre. Denn jedes mögliche logische Motiv (das sich um die Haupt-“Übeltäter“ Computerspiele, Waffenbesitz, Psychische Erkrankung, Erziehung, dreht im Moment) wäre keines, das einen Amoklauf logisch macht. Denn sonst müsste jeder, der Far Cry 2 auf seiner Platte hat, von seiner Freundin verlassen wurde, Depressionen durchmacht oder im Schützenverein ist, zum Amokläufer mutieren. Eventuell ist es in diesem Fall ein Faktorenmix, sehr wahrscheinlich liegt auch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bei dem Amokschützen vor, aber selbst all dies zusammen erklärt nicht das Unerklärliche. Warum können wir Menschen es nicht akzeptieren, nicht auf alles eine Antwort haben zu können ? Die Kirchen sind bezeichnenderweise auch wieder voll in diesen Tagen, denn für viele ist eine religiöse Hinwendung wieder wichtig. Dabei geht es nicht, wie man vordergründig meinen könnte, um eine Hilfe im Sinne von Begreifen: denn vielleicht mögen manche auch tiefer, philosophischer fragen: Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er, sogar und gerade er, es dann zu, dass junge Menschen von einer auf die andere Sekunde grausam aus dem Leben gerissen werden ? Vielleicht sind einige enttäuscht, es zu hören, aber es ist dann die falsche Fragestellung, denn „ER“ lässt gar nichts zu oder auch nicht nicht zu, wir sind lediglich Seiner Barmherzigkeit unterworfen. Es sind immer die Aktionen von Menschen, die anderen etwas antun, die elementare Gesetze wie Nächstenliebe, Tötungsverbot usw. verletzen, aus welchen Gründen auch immer. Immer wollen wir jemanden verantwortlich machen, am besten jemand anderen, ob dies Gott sei, oder die Waffenlobby oder wen auch immer, statt selbst verantwortlich zu handeln. Und verantwortlich handeln, heisst eben nicht, polemisch und unüberlegt z.B. eine Verschärfung der Waffengesetze zu fordern. An dem Beispiel von Washington, D.C. hat sich gerade gezeigt, dass jahrzehntelanges Waffenverbot die Mordrate keineswegs senkte, so dass das Urteil gegen den privaten Waffenbesitz vom obersten Gerichtshof als Verstoß gegen das Second Amendment letztes Jahr erst aufgehoben wurde. Und zu Recht, wie dieser Artikel, wie ich finde, einleuchtend nahelegt.

Anstatt pauschal auf einzelne Aspekte von Jugendkultur (Computerspiele, „Horror“-Videos usw.) einzudreschen, ist es vielleicht zielführender, eine gesamtgesellschaftliche Debatte zu führen, die sich anhand der wenigen Fakten orientiert, die man hat: Ganz klar haben die Anzahl der Amokläufe in den letzten Jahren zugenommen, Fakt 1, und Fakt 2, es ist überwiegend ein Problem junger, männlicher Einzeltäter, die eine gewisse Faszination für Waffen und einen Hang zum Außenseiter-Dasein haben. Sind es, also sie, vielleicht die Opfer, die unsere schnelllebige, internet-basierte, mediensüchtige-, emotions-, religions- und werterelativistische Gesellschaft, zu Tätern aus ihrer Mitte werden lässt ? Die mit der Auflösung vertrauter Strukturen einhergehende Bedeutungslosigkeit des eigenen Ichs, der eigenen Stärken und des eigenen Selbstvertrauens sie in eine Welt abtauchen lässt, die normalen Menschen nicht mehr zugänglich ist ? Die uns aber auch, solange es nicht zum Eklat kommt, nicht im Geringsten interessiert und die mit der Kommunikationslosigkeit einer „Spaßgesellschaft“ zugedeckt wird ? Ich weiß es nicht, finde nur, darüber wäre es interessanter zu diskutieren, als von blindem Aktionismus geleitet, neue Wort-und Verwaltungsmonster wie „Erziehungspartnerschaften“ oder neue Gesetze zu schaffen.

Auch in Respekt und Trauer mit den Angehörigen der ermordeten Schüler, Schülerinnen und Lehrerinnen der Albertville-Realschule und den unbeteiligten Passanten, die Opfer des Amoklaufes wurden. Und auch in Trauer und Mitgefühl mit den Angehörigen des Täters, deren verlorener Sohn diese Familie in ganz besonderer Tragik für lange Zeiten ins Unglück gestürzt hat.

TV-Tipp: Für Allah und Vaterland

tvtipp

Wer sich heute abend im sonst meist unsäglichen TV-Programm, zwischen rheinischem Frohsinn, Karneval und Superstar-Gedöns auf allen Kanälen, einmal etwas Dokumentarisches gönnen möchte: die ARD zeigt heute abend um 22.45 die Dokumentation „Für Allah und Vaterland“. Es soll gezeigt werden, was und wer hinter den zahlreichen Moschee-Großbauprojekten in Deutschland steckt, insbesondere das Verhalten der türkischen DITIB, eine staatliche Religionsbehörde, als Großauftraggeber wird (hoffentlich auch kritisch) beleuchtet.

Noch ist Polen nicht verloren – ganz und gar nicht!

Nach der schrecklichen und grausamen Ermordung des polnischen Ingenieurs Pjotr Stanczak durch militante Islamisten in Pakistan, von deren barbarischer Tat das Video am Wochenende bekannt wurde, hat nun die polnische Regierung und die polnische Öffentlichkeit reagiert: man werde die Taliban jagen, die Taliban müssten mit dem Schlimmsten rechnen (bei SpOn klingt das so: „Polen schwört den Taliban Rache„)! Wir meinen: genau das ist die richtige Einstellung und die richtige Reaktion auf solche Terror-Akte! Nur so kann der souveräne Staat Herr der Lage bleiben und psychologisch der Terror bekämpft werden, indem man Stärke zeigt und nach innen und außen hin allen vermittelt, dass man sich nicht das Heft aus der Hand nehmen lässt, sondern die Täter mit allen Mitteln verfolgen und sich durch solche Akte in keinster Weise einschüchtern lassen wird. Das alte „Don`t mess with Texas„-Motto eben, so krude es auch erscheinen mag. Denn Terror ist ja zuallererst selbst eine psychisch wirkende Waffe, und wie man am feigen Rückzug Spaniens aus dem Irak nach den Anschlägen von Madrid 2004 gesehen hat, unter bestimmten Bedingungen und politischen Konstellationen eine manchmal auch effektive Waffe. Und genau so muss er mit seinen eigenen Waffen geschlagen werden, wenn man denn je eine realistische Chance im Kampf gegen den Terror haben will.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum diese Meldung speziell für Deutschland wichtig werden könnte: allein im Januar diesen Jahres gab es mehrere explizit gegen Deutschland gerichtete Propaganda-Videos von hauptsächlich deutschen Islam-Konvertiten, die darin mit Anschlägen drohen und ziemlich unverblümt zur Wahl von Parteien auffordern, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan favorisieren (dies wäre dann übrigens einzig und allein die Partei Die Linke, was die im Herbst anstehende Bundestagswahl betrifft). Das ist eben die Medien-Fratze des Terrors: einschüchtern, drohen und dann Gnade in Aussicht stellen bei erwünschtem Verhalten. Quasi jedes Unterdrückungssystem in der Menschheitsgeschichte basiert auch auf diesen drei wesentlichen Faktoren. Wir stellen uns hier nur die Frage: wie würde, ja man muss fast schon sagen, wie wird Deutschland, wie wird die deutsche Regierung auf Anschläge hierzulande im Umfeld der Bundestagswahlen reagieren ? So trotzig und entschlossen wie die Polen in diesem speziellen Fall? Wohl kaum. Und würden sich die Menschen in ihrem Wahlverhalten, also letztlich in ihrer Einstellung zum Afghanistan-Einsatz, beeinflussen lassen ? Leider, so wie wir die Psychologie unseres Landes kennengelernt haben, muss man konstatieren: ja, vermutlich würde es wohl den Ausgang der Wahlen und die Grundstimmung im Lande beeinflussen. Das Gefühl von Unsicherheit und Bedrohung würde vielleicht über den Angstzustand hinaus auch zu einer Spaltung führen, grob gesagt in das Lager der Appeaser („Ja nicht noch reizen, die übelgelaunten Terroristen“) und die extremen Positionen der anderen Seite („Muslime unter Generalverdacht“). Also auf jeden Fall glauben wir nicht, dass unsere relativ heterogene Gesellschaft damit so gelassen und dennoch erhobenen Hauptes umgehen könnte. Allein wenn die Terroristen dieses Gespür, diesen richtigen Riecher für die Psychologie eines Volkes haben, wie im Falle von Spanien gesehen, dann müssten wir schon deswegen von jetzt an um die innere Sichrheit besorgt sein. Man kann dennoch letztlich nur hoffen, dass Deutschland danach besonnen und gleichzeitig mutig reagiert – wie es Polen uns eben gerade vormacht.

Medizin gegen die Krise! Rezeptfrei!

Krise, Krise, Krise…in diesen Tagen wohl das häufigst verwendete Wort in den Medien, in Gesprächsrunden schlauer Menschen oder auch einfach nur beim Feierabend-Bierchen mit guten Freunden. Keiner kommt daran vorbei, aber jeder redet darüber, wobei die meisten (eigentlich alle) kaum erklären können, wo die Krise herkam, warum dennoch die Einkaufszentren Samstags nachmittags voll sind wie eh und je, und – das Wichtigste überhaupt – wann die Krise sich mal anschickt, wieder zu verschwinden! Von der schwer zu verstehenden Tatsache, dass der Staat sich auf Jahrzehnte hinaus nun verschuldet, um Großbanken vor dem Ruin zu retten, mal ganz abgesehen. Hinzu kommen dann noch so Nigglichkeiten wie spontan auftretende Bahnstreiks, Kurzarbeit überall, ein wieder nicht selbstgewonnener Lottojackpot und traurige Kinofilme. Und dann wollen uns auch noch die Jungs droben von den Bergen, den afghanischen,  den Spaß am Wählen verderben mit selbstgedrehten Kurzfilmchen in der Bewerberkategorie: „Schlechteste Nebendarsteller des Terrors 2009″. Aber Kopf hoch: wenn Sie das kleine Video oben zu Ende gesehen haben, wird alles wieder gut! So viel Motivation muß sein und macht wieder Laune! Never give up, never surrender :-)

Demographie in Gaza und wie der Westen Mitschuld am Terror gegen Israel hat

familieGunnar Heinsohn, Historiker von der Universität Bremen, analysiert mit bestechender Klarheit eine der möglichen Ursachen für Gewalt und Terror im Gaza-Streifen und legt dar, wie der Westen durch seine Finanzierungs – und Versorgungspolitik dort in der Region selbst die Vorraussetzungen für den Terror und die Gewalt schafft, die Israel und die gesamte westliche Welt letztlich heimsuchen. Hier einige, von uns aus dem Englischen übersetzte Auszüge aus dem gestern im renommierten Wall Street Journal erschienenen Artikel:

…bedenke man dies: “ Als die Hamas die Fatah 2007 aus Gaza vertrieb, kostete dies fast 350 Menschen das Leben und 1000 wurden verwundet.“

„In den arabischen Nationen wie z.B. dem Libanon [...] hörte das Abschlachten erst auf, als die Geburtenraten in diesen Ländern von sieben Kindern pro Frau auf zwei gesunken waren. Das Kriegführen stoppte, weil keine weiteren Krieger mehr geboren wurden.“

„In Gaza jedoch fand keine demographische Abrüstung statt. Die durchschnittliche Frau bekommt immer noch sechs Kinder.“

„Der Grund für den endlosen Jugend-Überschuss (youth bulge) in Gaza ist darin zu sehen, dass weite Teile der Bevölkerung sich nicht um die Versorgung ihres Nachwuchses kümmern müssen. Die meisten Kinder werden von der UNRWA mit Nahrung und Kleidung versorgt, die auch für Impfungen und die Schulbildung verantwortlich ist.“

„Die UNRWA wird großzügig von den USA (31 %), der EU (fast 50 %) finanziert – nur 7 % der Gelder kommen von muslimischen Staaten. Dank der Freigiebigkeit des Westens lebt fast die ganze Bevölkerung des Gaza in einer Art niedrigen, aber regelmäßigen Geldzahlungs-Abhängigkeit.“

„Unbekümmert von der Notwendigkeit, sich um einen geregelten Lebensunterhalt bemühen zu müssen, hat die Jugend jede Menge freie Zeit zur Verfügung, die sie zum Tunnelgraben, Schmuggeln, Raketenbau und dem Abfeuern von 4500 von diesen auf Israel, allein seit 2006, ausgiebig nutzt.“

„Wenn wir ernsthaft eine neue kriegführende Generation in Gaza verhindern wollen, dann müssen wir den Mut haben, den Bewohnern dort zu sagen, dass sie sich ab nun selbst um ihren Nachwuchs kümmern müssen, ohne die Hilfe der UNRWA. Dies würde die Palästinenser zwingen, sich um eine funktionierende Wirtschaft bemühen zu müssen, anstatt Kriege zu führen.“

Den ganzen Artikel im Original gibt es hier zu lesen, mit einer sehr interessanten Schlussbemerkung auch, wie der Westen noch reagieren könnte. Wie gesagt, eine einleuchtende Analyse insgesamt, wie mir scheint. Die Debatte über Geburten, Geburtenüberschuss, Kontrolle, Lieferungsstopp für Hilfsbedürftige usw. dürfte aber in Deutschland gerade nicht einfach zu führen sein, zu schnell wird man da in ein falsches Licht gerückt.

Eindrücke von der Pro Israel-Demo in Frankfurt

Zunächst waren es nur vereinzelte Personen, die auf dem fast noch leeren Opernplatz bei strahlend klarem Winterwetter zu sehen waren,

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dann jedoch wurden es mehr und mehr, auch die Anzahl der Israel-Fahnen und Banner tragenden Leute wurde immer mehr,

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bis schließlich zu Beginn der Veranstaltung schon eine ansehnliche Menge Menschen versammelt waren. Man beachte das massive Polizeiaufgebot im Hintergrund, Dutzende Wagen und Mannschaftswagen waren hier aufgeboten, natürlich nicht wegen den Demonstranten selbst, sondern zum Schutz dieser vor evt. gewalttätigen Gegendemonstranten. Von diesen hatten sich etwa 150 in einem Grüppchen auf der Gegenseite aufgestellt und brüllten sich heiser, was das Zeug hielt. Auch die verbotenen Fahnen der Hamas wurden dort geschwenkt.

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Jetzt war es zum Bersten voll auf dem Opernplatz (im Hintergrund die Alte Oper, in der gerade auch das Musical „Cats“ – s. Werbung – aufgeführt wird)

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Nein, das sind nicht etwa vom Iran bezahlte Konter-Demonstranten, sondern Zoroastrier und weitere iranische Dissidenten, die sich dem Israel-Support anschlossen und noch die alten persischen Fahnen der Schah-Zeit mitgebracht hatten. Sie wurden bei den strengen Einlasskontrollen zunächst aufgehalten, weil man sie tatsächlich für Gegendemonstranten hielt. Die Sachlage war aber schnell geklärt und sie konnten dann friedlich mitdemonstrieren.

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Auch die große Israel-Fahne mit dem Davidstern durfte natürlich nicht fehlen. Es ist, so nebenbei bemerkt, eine sehr schöne Landesfahne, wie ich finde – das Blau wie Himmelstreifen und Wasserfläche in Kontrast zu dem reinen Weiß assozziert irgendwie Hoffnung und Optimismus, jedenfalls mehr als die stumpfen Drei-Block Farben der meisten anderen Staaten. Aber das nur am Rande.

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Und nun spricht er, Michel Friedmann, der ehemalige stellvertretende Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland. Es war schwierig, ein gutes Foto zu schießen, aber ganz im Hintergrund ist er im Mantel gekleidet, zu erkennen. Seine Rede war wie so oft gekonnt, pointiert und mitreißend – er wandte sich teilweise auch direkt an die Hamas-beflaggten Gegendemonstranten, die er heftig kritisierte. Es wure übrigens nicht nur gesungen auf der Demo, sondern auch friedlich gebetet für alle Opfer des Krieges!

dsc02791Nach dem Ende der Veranstaltung wurde teilweise noch heftig diskutiert mit den Israelgegnern, die jetzt auch in kleinen Grüppchen langsam abwanderten zu U- und S-Bahn. Aufgrund der hohen Polizeipräsenz kam es jedoch, jedenfalls ist mir noch nichts bekannt, zu keinen „körperlichen Auseinandersetzungen“, was ja nicht in allen EU-Städten der Fall war, wo für Gaza demonstriert worden ist.

Videos gelang es uns leider nur, relativ kurze aufzunehmen, daher können wir leider an dieser Stelle keine wirklich ergiebigen Videos einstellen. Und dabei hätten wir sogar eines, dass 12 Sekunden lang das heftige Gegrölle und Geschreie der Gegenseite dokumentiert, aber wer dies und die Rede von Michel Friedmann in voller Länger sehen will, den verweisen wir gerne auf die einschlägigen Blogs in unserer Blogroll rechts oben, insbesondere PI. Oder einfach Youtube mit den entsprechen Suchwörtern füttern. Hier gibt es schon das erwähnenswerte „Schämen Sie sich!“ aus der Rede von Michel Friedmann, gerichtet an die Gegendemonstranten:

Fotos: Copyright by atimetostand.wordpress.com, bei Anfragen nach den Original-Jpegs bitte mail an arpicrypt@yahoo.de.

Warum deutsche Medien versagen

Wir wollen heute einmal, anlässlich der unumgänglichen und seit Tagen erwarteten Bodenoffensive der israelischen Streitkräfte, ein Streiflicht auf die deutsche Medienlandschaft werfen und aufzeigen, wie dort von sog. „Experten“ eine einseitige Propaganda und Schwarzmalerei ohnegleichen betrieben wird. Nehmen wir z.B. das gute, altehrwürdige zdf mit seinem Online-Angebot zur sich ebenso seriös gebenden „heute“-Sendung und schauen wir uns einmal an, was ein gewisser Seppel, äh, Sippel, seines Zeichens Karl Sippel, da so von sich geben darf.

Es fängt schon an mit der provokativen Überschrift:

Warum Israel den Krieg nicht gewinnen kann

Experten sind skeptisch: „Hamas ist nicht zu besiegen“

Aha. Israel kann also gar nicht gewinnen. Hat es wohl verlernt, seit dem Sechs-Tage-Krieg. Schon ist der Leser damit einseitig in eine Richtung gestimmt, die Skepsis wird ihm quasi aufgedrückt. Diese hinten offenen „Warum..“ Sätze sind übrigens seit einiger Zeit in allen Medien überaus populär geworden, wahrscheinlich hält man die Leserschaft schon für zu verblödet, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Das hier zweckentfremdete Fragewort „Warum“ suggeriert nämlich unterbewußt, das eine Tatsache eigentlich schon feststeht und man jetzt nur noch die genauen Gründe quasi wie in Listenform nachliefert. Und im Subtitel wird einem auch noch schön das Wort „Experten“ untergeschoben, ein Signal dafür, dass man das Gehirn jetzt ja gleich abstellen kann, denn nun folgt – aufgepasst – unantastbares Profi- und Faktenwissen. Und auch inhaltlich gibt es schon hier die volle Depressions-Kost: Eigentlich hat gegen die Hamas keiner eine Chance. Vielleicht hätte man es sogar noch in substantiviertem Latein-ähnlichem Deutsch so ausdrücken sollen: Die Hamas ist eine nicht zu Besiegende. Aber nun weiter im Text:


„Israelische Truppen liefern sich heftige Gefechte mit Hamas-Kämpfern – auf den ersten Blick ein ungleicher Kampf: Hochmoderne Panzer und Kampfhubschrauber rücken gegen Männer mit Kalaschnikows und einfachen Panzerfäusten vor. Aber der Schein trügt.“

Oh-ho-ho. Was will uns das sagen? Beware of the underdog. Warum wurden eigentlich Kampfpanzer und Hubschrauber erfunden, wenn ihre Kampfkraft so gering ist ? Es ist ja noch kein wirklicher Häuserkampf – bis zum Zentrum Gazas ist man ja noch nicht vorgedrungen. Dort ist natürlich auch ein RPG- oder ein AK47-Kämpfer in einer besseren Position, aber auch nur deshalb, weil mit Rücksicht auf die Zivilbevölkerung von den Panzern und Hubschrauber nicht alles in Schutt und Asche gelegt wird. Wäre dies ein Konflikt nach den Regeln des WWII, dann wäre für die Hamas Schluss mit lustig. Aber nein, der Schein trügt natürlich.

„Denn die Hamas setzt auf Guerilla-Methoden, die die Hisbollah-Miliz im Libanon-Krieg schon gegen Israel eingesetzt hat. Damals musste Israel sich aus dem Libanon zurückziehen, ohne sein Kriegsziel erreicht zu haben: die Befreiung zweier entführter Soldaten.“

Ja, damit geben sie heute noch alle an, die Israelkritiker. Der glorreiche „Erfolg“ der Hisbollah. Aber wenn man genauer hinschaut, haben die ja auch nichts gewonnen in diesem Krieg. Militärisch wurden sie geschwächt und würden sie nicht vom Iran heimlich unterstüzt, dann wäre Israel vielleicht mehr Erfolg beschieden gewesen. Aber durch die Halbherzigkeit des Vorgehens und die auch damals schon grosse Kritik aus dem Ausland wurde die Offensive nicht erfolgreich abgeschlossen, so müsste man es wohl formulieren. Die entführten Soldaten wurden übrigens feige und heimtückisch ermordet und die Familien später bei der Austauschaktion (gegen eine Überzahl islamistischer Gefangener) über diese Tatsache getäuscht und im Unklaren gelassen.

„Auch in diesem Kampf wird es für Israel schwer werden, seine Ziele zu erreichen, meint Gunter Mulack, Direktor des Deutschen Orient-Instituts. „Der Beschuss Israels müsste vollständig aufhören und Israel müsste die Rädelsführer der Hamas ausschalten.“ Nur dann wäre die Bodenoffensive für Israel tatsächlich ein Erfolg.“

Schwer ist nicht gleich unmöglich, liebe Leute. Alles Wichtige im Leben zu erreichen ist mehr oder weniger schwer, man muss es aber versuchen. Genau deshalb strengt sich Israel ja diesmal so an.

„Doch das sei schwer zu erreichen. Denn auch wenn es Israel gelänge, die gesamte Führungsebene der Hamas auszuschalten, sei die Organisation noch lange nicht am Ende. „Die Hamas ist eine Hydra, man kann sie nicht besiegen“, sagt Mulack. Denn es stünden genug frustrierte radikalisierte junge Männer bereit, um die Plätze von getöteten Hamas-Mitgliedern einzunehmen. Ähnlich schätzt auch der Nahost-Experte Michael Lüders die Lage ein: „Die Hamas ist eine Massenbewegung und keine kleine Terrororganisation. Man kann sie nicht besiegen.“"

Ok, schon wieder das Wort schwer. Was auch sonst. Mich würde mal interessieren, was diese Herren an Alternativvorschlägen zu bieten haben. Hurra, wir kapitulieren oder wie ? Oder kill them all ? Oder was ? Noch nie war in der Geschichte der Menschheit ein Volk, eine Armee, eine Ideologie oder was immer unbesiegbar. Die Stärke fängt ja im Kopf an, und wer seinen Gegner schon so überhöht, ob aus Angst vor dem radikalen Islam oder vor was auch immer, der spielt denen natürlich in die Hände und untergräbt die Hoffnung der freien Welt.

„Auch ein vollständiger Stopp des Beschusses Israels ist nach Meinung von Experten nur kurzfristig zu erreichen. „Vielleicht ist für die nächsten Monate Ruhe, aber langfristig wird sich sicher nichts ändern“, sagt Mulack. Grund dafür sei vor allem die einfache Bauart der Raketen. Viel mehr als ein paar Rohre brauche man dafür nicht. Zwar schwäche die Offensive die Infrastruktur der Hamas, aber langfristig werde sie wieder in der Lage sein, Raketen auf israelisches Gebiet abzufeuern.“

Schon wieder diese Mär von den Raketen im Selbstbausatz. Schon einmal mit ein paar Rohren versucht, eine Rakete im Garten zu basteln, die 25-40 km weit fliegt ? Die Dinger nannte man auch mal Stalinorgeln, oder je nach Typ Kassam bzw. Katjuscha-Raketen. Natürlich sind sie, verglichen mit modernen Explosivgeschossen, relativ einfach herzustellen, aber man braucht schon eine gewisse Infrastruktur dafür. Das Problem sind nicht nur einfach zu bauenden Raketen, das Problem ist die Hass-Ideologie und der Überschuss junger, aggressiver Männer ohne Zukunft (der sog. youth-bulge) in der arabischen Welt, die der gewaltbereite Islam nur allzu gern unter seine soziale Fittiche nimmt.

„Es wird keinen Sieger in diesem Krieg geben“, fasst Lüders seine Einschätzung der Lage zusammen. „Die Hamas wird kurzfristig den Raketenbeschuss einstellen und sich dann rächen – vielleicht sogar mit Selbstmordanschlägen in Israel.“ Profitiert von dem Krieg hätten bis jetzt nur die radikal-islamischen Organisationen im gesamten Nahen Osten, sagt Lüders. „Denn durch den Krieg werden die gemäßigten Kräfte geschwächt und die radikalen werden neue Anhänger dazu gewinnen.“

Man kann es fast schon nicht mehr hören. Die „gemäßigten Kräfte“. Phrasendreschmaschine, ick hör dir trappsen! Was in der Region des Nahen Ostens als gemäßigt gilt, würde man hier teilweise immer noch irgendwo zwischen Spätmittelalter und Frühkolonialzeit einordnen, so menschenrechtstechnisch betrachtet. Ich vermute ja, dass da ein schwerer Freud`scher Schuldkomplex irgendwo in der Geschichte unserer Zivilisation in den letzten 50 Jahren entstanden sein muss, der in etwa diesem Muster folgt: “ Tust du dich wehren, bist du schuld, weil du den anderen radikal werden lässt. Wehrst du dich nicht, tja, dann ist es eh egal, weil damit gestehst du deine Schuld und Minderwertigkeit ein und der andere wird dich mit Recht beherrschen.“ So wird eine Loose-Loose-Situation konstruiert, die keinen Platz mehr lässt für Hoffnung, Freiheit, Prosperität, Achtung menschlichen Lebens und dem Einstehen für diese Werte.

Traurig auch, dass uns ein öffentlich gefördertes Programm so etwas unter die Nase reibt. Und dann wundern wir uns, wenn uns als Nation dann German Angst, Naivität und Pessimismus nachgesagt wird! Also mich wundert nix mehr, selbst wenn morgen das ZDF verkündete, die Hamas habe in Mainz ihre erste Zweigstelle von Al-Aqusa TV eröffnet…

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Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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