Gunnar Heinsohn, Historiker von der Universität Bremen, analysiert mit bestechender Klarheit eine der möglichen Ursachen für Gewalt und Terror im Gaza-Streifen und legt dar, wie der Westen durch seine Finanzierungs – und Versorgungspolitik dort in der Region selbst die Vorraussetzungen für den Terror und die Gewalt schafft, die Israel und die gesamte westliche Welt letztlich heimsuchen. Hier einige, von uns aus dem Englischen übersetzte Auszüge aus dem gestern im renommierten Wall Street Journal erschienenen Artikel:
…bedenke man dies: “ Als die Hamas die Fatah 2007 aus Gaza vertrieb, kostete dies fast 350 Menschen das Leben und 1000 wurden verwundet.“
„In den arabischen Nationen wie z.B. dem Libanon [...] hörte das Abschlachten erst auf, als die Geburtenraten in diesen Ländern von sieben Kindern pro Frau auf zwei gesunken waren. Das Kriegführen stoppte, weil keine weiteren Krieger mehr geboren wurden.“
„In Gaza jedoch fand keine demographische Abrüstung statt. Die durchschnittliche Frau bekommt immer noch sechs Kinder.“
„Der Grund für den endlosen Jugend-Überschuss (youth bulge) in Gaza ist darin zu sehen, dass weite Teile der Bevölkerung sich nicht um die Versorgung ihres Nachwuchses kümmern müssen. Die meisten Kinder werden von der UNRWA mit Nahrung und Kleidung versorgt, die auch für Impfungen und die Schulbildung verantwortlich ist.“
„Die UNRWA wird großzügig von den USA (31 %), der EU (fast 50 %) finanziert – nur 7 % der Gelder kommen von muslimischen Staaten. Dank der Freigiebigkeit des Westens lebt fast die ganze Bevölkerung des Gaza in einer Art niedrigen, aber regelmäßigen Geldzahlungs-Abhängigkeit.“
„Unbekümmert von der Notwendigkeit, sich um einen geregelten Lebensunterhalt bemühen zu müssen, hat die Jugend jede Menge freie Zeit zur Verfügung, die sie zum Tunnelgraben, Schmuggeln, Raketenbau und dem Abfeuern von 4500 von diesen auf Israel, allein seit 2006, ausgiebig nutzt.“
„Wenn wir ernsthaft eine neue kriegführende Generation in Gaza verhindern wollen, dann müssen wir den Mut haben, den Bewohnern dort zu sagen, dass sie sich ab nun selbst um ihren Nachwuchs kümmern müssen, ohne die Hilfe der UNRWA. Dies würde die Palästinenser zwingen, sich um eine funktionierende Wirtschaft bemühen zu müssen, anstatt Kriege zu führen.“
Den ganzen Artikel im Original gibt es hier zu lesen, mit einer sehr interessanten Schlussbemerkung auch, wie der Westen noch reagieren könnte. Wie gesagt, eine einleuchtende Analyse insgesamt, wie mir scheint. Die Debatte über Geburten, Geburtenüberschuss, Kontrolle, Lieferungsstopp für Hilfsbedürftige usw. dürfte aber in Deutschland gerade nicht einfach zu führen sein, zu schnell wird man da in ein falsches Licht gerückt.
Wie mehrere Online-Medien (
Nachdem uns die Medien in den letzten Wochen mit nicht enden wollenden, minutenaktuellen Börsennachrichten versorgt haben, bis zur Übersättigungsgrenze, damit auch der kleine versteckte Broker in uns allen satt werde, ist es jetzt scheinbar Zeit für etwas Neues. Ein neues Schreckgespenst geht um in Europa und die Angst davor frisst den Rest der Seele auf, der noch nicht an den Börsenkursen verzweifelt zugrunde gegangen ist. Die Rede ist von der Panik um die – im Bildzeitungsstil so treffend benannten – sog. „Nacktscanner“, die an europäischen Flughäfen in Bälde zum Einsatz kommen sollen. Man lese dazu sich vielleicht erst einmal die Medienberichte, die auch schon vor einigen Wochen ähnlich herumgeisterten,
Die folgenden Schilderungen, insbesondere das Gesprächsprotokoll, stützen sich zwar auf die vernünftigen Gedanken eines normalen Durchschnittsbürgers, der heute die tatsächlichen Geschehnisse in den Medien verfolgte, sind aber dennoch reine Satire und Produkt überbordender Phantasie des Autors. Übereinstimmungen mit toten oder noch nicht in die Luft gesprengten Personen sind rein zufällig.
Eines vorneweg: Nichts gegen Herrn J. Todenhöfer persönlich. Auf den ersten Blick ein freundlicher, mittlerweile grau melierter Mann mittleren Alters mit einer sanften, zu seinem Gentleman-Auftreten passender Stimme. Ein Mann mit sehr dezidierten, auch sehr durch persönliche Erfahrung geprägten Ansichten zum Thema „Clash of civilizations“, Irakkrieg, Kampf gegen den Terror usw… Es gibt nur ein Problem: er hätte seine Erfahrungen und Geistesblitze vielleicht doch besser für sich behalten sollen, oder allenfalls im Kreise seiner Familie ausdiskutieren mögen. Denn mittlerweile neigt Todenhöfer, nachdem er die letzten Monate (oder Jahre ?) durch alle Talkshows à la Kerner & Co. getingelt ist und Bücher mit den Titeln von Kinder-Vornamen herausbringt, doch arg zum nervtötenden Dauermoralisieren. Und seit heute das: von jeder zweiten Leuchtreklame in der Stadt springt einem die Werbung für sein neuestes Machwerk „Warum tötest du, Zaid ?“ entgegen (s. Foto) .
Gestern wurde in Spanien in Gedenken an den vierten Jahrestag der Anschläge vom 11. März 2004 getrauert – in Deutschland hingegen war mal wieder erstaunlich wenig Berichterstattung darüber zu finden. Nur im Zusammenhang mit den dort auch wieder gerade abgehaltenen Wahlen, bei denen die Sozialisten gewannen, war auch dann die Rede von der erneuten Bedrohung Spaniens durch den islamistischen Terror. Nein, dass vor ziemlich genau 4 Jahren, über 190 Menschen im Herzen Europas, in die Luft geflogen oder bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, sowie ca. 1800 Menschen zum Teil schwerste Verletzungen, die sie bis an ihr Lebensende mit sich tragen werden, erlitten haben – nein, das ist nicht wichtig für die (noch) terrorverschonten Deutschen. Für uns ist es wichtiger, ob Obama der Hillary wieder eine Klatsche erteilt hat oder the other way round. Oder ob Kurt Beck neue Rekorde im SPD-Wähler-Vergrätz Wettbewerb aufstellt. Dass wir Solidarität zeigen müssen in Europa, mit jedem Land, welches von Terror betroffen wurde, – auch nach außen, als Zeichen unserer Unbeugsamkeit und Stärke gegenüber den barbarischen Glaubensfanatikern, ist leider noch nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte. Doch gerade das halte ich für die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Sind wir als moderne Gesellschaften zu leichtgläubig, schnelllebig, hedonistisch und egozentrisch geworden, um auch emotional die terroristischen Bedrohungen zu meistern ? Wo sind die Denkmäler, die nach ihnen benannten Straßenzüge für all die vielen unschuldig im Namen Allahs ermordeten Opfer ? Für jede Anti G8 oder Klimaschmonk-Demo, für jede Anti Bush oder Pro Pälestina-Demo kriegt man locker mehr Leute zusammen als für die wirklichen Opfer brutalster, fanatischster Gewalt. Haben wir schon resigniert, ist es das Gefühl allgemeiner Macht- und Ratlosigkeit ? Vertrauen wir wirklich auf die schützende Hand des Staates, der uns vor allem Unbill fernhält ? Wenn man sich die Debatte um den Datenschutz dagegen ansieht, überwiegt, so scheint es, aber auch hier – und das nicht einmal ganz zu Unrecht – die Skepsis. Bis zum nächsten grossen Anschlag, der uns vielleicht wieder aus unserem Dornröschenschlaf herausreissen wird für einige Tage, oder sogar Wochen.
Der dänischen Polizei ist es in Zusammenarbeit mit dem dänischen Geheimdienst PET offenbar gelungen, einen bevorstehenden Terroranschlag von Islamisten zu vereiteln. Spiegel und
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