Archiv der Kategorie 'USA'

Afghanistan und Irak - ein Rollentausch

Einige mag diese Meldung, herausgegeben vom US-Militär, überrascht haben: 60 % weniger Anschläge im Irak, in Bagdad mittlerweile 90 % Sicherheit (sogar SpOn kommt nicht umhin, diese Meldung zu bringen, die viele Spiegel-Berufspessimisten in Sachen Irak alt aussehen lässt). Wer sich aber schon ein bisschen intensiver mit dem Thema befasst hat, den kann es nicht wirklich überraschen, dass der “surge”, also die Truppenaufstockung im Irak und die gezielten Razzien der Terroristennester dort, messbare Erfolge zeigt. Klar, der Irak ist immer noch kein “friedliches”, oder auch nur befriedetes Land im westlichen Verständnis von Ordnung und Sicherheit, aber es gibt erstmals wirkliche Fortschritte, und dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Entscheidung von Bush diesbezüglich eine richtige war. Viel hilft eben manchmal viel, so banal das klingt und so brutal die Realität im Kampf gegen den Terrorismus in der Praxis auch aussieht. Einfach mal bei liveleak.com nach Irak und IED suchen, das Ergebnis dürfte Bände sprechen.

Das momentane Gegenbeispiel Afghanistan zeigt aber auch die andere Seite ebenso schonungslos auf: wo die Bundeswehr, seit einigen Jahren immerhin im Lande stationiert, nur eine Art besseren THW für die Nato spielt und zudem personell und equipment-technisch hoffnungslos unterversorgt ist, dort gedeihen und blühen wieder nicht nur die Mohnfelder, sondern auch die ansässigen Extremisten. Gerade in den letzten Tagen gab es wieder einige verheerende Anschläge mit hunderten von Toten. Es sieht momentan so aus, als würden der Irak und Afghanistan gerade die Rollen tauschen und nicht umsonst hat Robert Gates erst kürzlich von Deutschland mehr (militärisches) Engagement in Afghanistan gefordert. Doch im Moment wird am Hindukusch mehr gestorben als irgendwelche hehren Werte verteidigt…

John McCain for president!

So, nun neigt sich also auch dieser “Super-Tuesday” dem Ende zu und ganz nüchtern betrachtet, muss man zunächst einfach mal festhalten: der heimliche, leise Sieger dieses ganzen US-Vorwahlrummels könnte am Ende John McCain lauten. Warum ? Ganz einfach: wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte, sagt schon ein altes Sprichwort. Konkret angewendet, heisst das: je enger der Abstand zwischen Obama und Clinton wird, je mehr sich von diesen Kandidaten der Demokraten der eine der anderen die Butter vom Brot nimmt, umso mehr diese beiden ihre Wählerschaft polarisieren, desto mehr Zeit und Arbeit kann der haushohe Favorit auf der anderen Seite - also McCain - nun in die Schärfung und Ausgestaltung seines politischen Profils stecken. Und das bedeutet im Normalfall ja mehr Überzeugungskraft zur Mobilisierung der eigenen Anhänger und derer, die noch unsicher sind, für was “ihr” Präsidentschaftskandidat denn einstehen sollte. McCain macht unabhängig davon auf mich den überzeugendsten und vernünftigsten Eindruck von allen Bewerbern, gerade in Hinblick auf die Beziehungen zu Europa, und auch trotz - oder gerade wegen - seines für einen US-Präsidenten doch recht hohen Alters. Schade, dass in den deutschen Medien mal wieder recht selektiv berichtet wird, wo allein Obama gefühlte 75 % der Sendezeit über den US-Wahlkampf für sich in Anspruch nehmen kann. Na ja, bleibt nur zu hoffen, dass sich das nach der endgültigen Nominierung der Präsidentschaftskandidaten dann auf fifty-fifty einpendelt, was allerdings zugegebenermaßen ein wage Hoffnung ist. Also dürfen wir hier auch ruhig mal ohne schlechtes Gewissen die Werbetrommel für den (noch) unbekannteren Kandidaten des illustren Terzetts rühren. Mein persönlicher Favorit ist er auf jeden Fall schon mal.

Der Witz des Tages…

Witz…kommt von den Kasper-Abgeordneten im Iran bzw. aus einer Meldung von spiegel.online, dem halboffiziellen Sprachrohr für US-Bashing, und ist leider keiner.  Siehe hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,508704,00.html . Warum nur hab ich den bösen Verdacht, dass die linke Meinungsmehrheit in Deutschland das wohl ähnlich sehen würde wie die iranischen Abgeordneten…

SpOn`s Beitrag zur Bildungsdebatte

Statue of libertyNicht nur das ist ein schlimmes Erbe der sieben Jahre Schröder-Regierung und der Gleichgültigkeit bzw. Ablehnungshaltung vieler Deutschen den USA gegenüber: jeder vierte Deutsche kennt nicht die Hauptstadt der USA, gar nur 38 % wissen, dass Washington der erste Präsident der USA war. Aber wie gut, dass wir spiegel.online haben: die Webseite, die mit Abstand die meisten USA-kritischen Artikel auf den Onlinenews-Markt wirft, tut heute mal etwas für die allgemeine (Volks)bildung und stellt ihr turnusgemäßes Online-Quiz unter das Thema “USA”. Doch die allermeisten Fragen sind eigentlich eine Beleidigung für das Niveau eines sich als halbwegs aufgeklärt bezeichnenden Bildungsbürger Westeuropas. Und ob man sich dann auf dieses Ergebnis hier etwas einbilden kann…:

Sie haben 9 von 10 Punkten.Hut ab, Sie kennen die USA wie Ihre Westentasche. Zwischen New York und Los Angeles bewegen Sie sich kenntnisreich und souverän, Sie sind sicher, wenn es um Geschichte, Wirtschaft und Politik geht. Unser Tipp: Gründen Sie in Ihrer Stadt den deutsch-amerikanischen Freundschaftsverein.”

Und der wäre auch dringend nötig, bei dem Nicht-Wissen über die USA hierzulande…

Anschlag auf JFK vereitelt

FlughafenWas leider in der sowieso schon selektiven deutschen Berichterstattung über die USA wieder einmal fast untergegangen ist, ist der versuchte Terroranschlag auf den John F. Kennedy Flughafen  in New York - der vorgestern durch einen Zugriff des FBI vorzeitig vereitelt wurde. Während einige vermummte Chaoten mit mutmaßlich cerebraler O2-Insuffizienz leider die Hauptnachrichten in Deutschland bestimmen, haben die USA ganz andere Sorgen: dieser vorgestrige Anschlagsversuch sollte die Dimensionen von 9/11 noch übertreffen und konnte nur durch einen eingeschleusten Informanten des FBI erst aufgedeckt werden! Und - guess what - wieder einmal stecken radikale Muslime hinter diesem grauenvollen Plan, und auch sie hatten scheinbar Insiderwissen, denn einer der Hauptverdächtigen soll früher am Flughafen gearbeitet haben. Die Täter sind, soweit bisher bekannt, wieder einmal ein Beispiel für homegrown terrorism, um so mehr hoffentlich bald ein Grund für die Personalmanager an Flughäfen, ein Auge auf die religiösen Hintergründe ihrer Mitarbeiter zu werfen. Religionsfreiheit darf, insbesondere in sicherheitssensiblen Bereichen, wie an Flughäfen usw., nicht zu einem Sicherheitsrisiko für die Allgemeinheit werden, so traurig es ist und so wütend es einen macht, dass diese hart errungenen Freiheitsrechte der westlichen Zivilisation nun als modernes Kampfmittel gegen sie benutzt werden!

Der innere Kern

FortDie USA müssen ganz schön aufpassen. Die Terroristen aber auch: heute erst wurde bekannt, dass gestern ein Terroranschlag im Herzen der USA buchstäblich in letzter Minute vereitelt wurde (cnn berichtet, SpOn auch, die anderen deutschen Massenmedien schlafen weiter). Der Erfolg ist wohl den sorgfältigen Recherche - und Informantendiensten des FBI zu verdanken, wie berichtet wird. Die Aufdeckung dieses - naturgemäß mal wieder islamistischen - Terrorplots zeigt zweierlei: zum Einen, dass der Terrorismus sich immer mehr auf inländische, aus dem Innersten der offenherzigen und religionstoleranten Gesellschaft stammende Täterkreise verlagert, die jahrelang unerkannt und unauffällig als Nachbarn u.a. in Philadelphia - der Wiege der amerikanischen Verfassung - unter den normalen Bürgern lebten. Zum Zweiten, dass offenbar auch eine geringere ideologische Vorprägung als bei Terroristen allgemein angenommen wird, ausreicht, um diese Leute zu solch grausamen Taten zu motivieren. Die konspirativen Treffen in kleinen Zirkeln finden dabei weniger im Gesamtkontext eines “Netzwerkes” statt als vielmehr in Form von einzelnen “Keimzellen”, die gar nicht mehr blosse Befehlsempfänger einer Mutterzentrale wie Al-Kaida sein müssen und untereinander nicht verbunden sind. Die Vorstellung eines stigmatisierten “Westens”, der die Ausbreitung der islamistischen Ideologie und Weltinterpretation behindere, und daher einen bewaffneten Kampf rechtfertige, wird zwar sicherlich von allen diesen Kleingruppen insgesamt geteilt, aber eines grossen Aufrufes bedarf es dazu offenbar nicht mehr. Das ist genau die Variante des “homegrown terrorism”, vor der die USA am meisten Angst haben und ihre Bürger - wohl zu Recht - zu warnen und zu schützen versuchen. Meine Prognose ist: auch in den USA wird das Problem in den nächsten Jahren wohl zunehmen, vielleicht auch weil im Zuge der fortschreitenden Individualisierung der Gesellschaft Einzelne - auch durchgeknallte Paradiessucher - eben mehr Raum bekommen und in gesellschaftliche Zusammenhänge nicht mehr eingebunden sind. In Europa hat man das Phänomen “Parallelgesellschaften” getauft, vielleicht hätte man es treffender “Jihad-Gesellschaften” nennen sollen.

Wie die Ratten…

Ratte…kommen sie wieder pünktlich aus ihren Löchern gekrochen, um ja den vierten Jahrestag der Irakoffensive nicht zu verpassen: all die sog. “Irakkriegsgegner”, die linken sog. “Eliten” unserer Gesellschaft und die ganze Vielzahl einfacher Mitläufer und Nachplapperer. Es ist eine wahre Wonne und eine Offenbarung der Verlogenheit, zu sehen, wie unsere Medien sich auf die paar tausend Hanseln stürzen, um sie großformatig und meist ebenso großspurig in der Tagespresse zu präsentieren. Dass oft weit weniger Teilnehmer kommen als erwartet - so langsam wirds denen halt auch langweilig - und es auch Menschen gibt, die anderer Meinung sind, fällt in die Kategorie Vernachlässigbares und kommt daher auch nur am Rande der Berichterstattung vor. So far, so bad.  Was man auch nicht unterschlagen dürfte: in den USA sind viele Menschen eigentlich aus ganz anderen Gründen und mit ganz anderer Motivation gegen den Irakkrieg als hierzulande. Gründe, bei denen es jedem “pace”- Flaggenträger die Sprache verschlagen würde, so gibt es z.B. die Meinung, dass einfach das falsche Land angegriffen wurde (man hätte Iran statt Irak nehmen sollen), dass der Staatshaushalt finanziell die Besatzung nicht mehr tragen könnte und dergleichen. Oft sind es dort auch persönliche und sehr emotionale Gründe, von Familien, die ihre Söhne oder Töchter im Irak verloren haben, die verwundet wurden oder die die persönlichen und familiären Belastungen, die ein Army-Deployment mit sich bringt, nicht mehr verkraften. In Europa wird daraus meist ein grosser Einheitsbrei der vermeintlichen gegenseitigen Solidarität gekocht - vergessen wird, dass es nur der dünne Faden der Anti-Irakkriegs-Parolen ist, der dieses heterogene Sammelsurium (vom Wollmützen-bestrickten Studenten über den islamistischen Umma-Beschwörer bis hin zum anzugtragenden Berufsbetroffenen) überhaupt zusammenhält. Ich verwette hunderttausend Rennpferde darauf, dass sich nach einem Abzug der westlichen Truppen keiner der hier angesprochenen Personen noch einen Dreck um das Schicksal des irakischen Volkes schert. Denn sonst müsste es eigentlich hier eine Menge Demos gegen die Unkultur des islamistisch motivierten Selbstmordattentäters geben!

nseaprotector, 18. März 07

Shields up!

RaketeNein, es soll in diesen nächsten Zeilen nicht um Star Trek gehen (Gruss an alle Trekkies da draußen!), auch wenn die Überschrift dies vermuten ließe ;-) . Obwohl, ein bisschen hat das Thema ja mit Weltraum zu tun, wenn auch nur am Rande. Es geht um das Raketenschutzschild, dass die USA seit einigen Jahren schon entwickeln und nun in naher Zukunft in Polen und Tschechien aufbauen wollen (Frühwarnsystem + Raketenstartbasen). Man kann natürlich nun lang und breit das Für und Wider dieses neuen Rüstungswettlaufs diskutieren, und den irgendwie zu einer Basis-Skeptizität neigenden Menschen in Europa sei dies ausdrücklich zugestanden. Was aber doch auffällt, ist: in Osteuropa, dort wo das Zeugs ja letztlich dann installiert werden soll, wird das alles lange nicht so negativ gesehen wie z.B. wieder mal bei uns in Deutschland. Das zeigt doch zumindest, wie dort die Erinnerung an die Greueltaten des Kommunismus noch lebendig ist, und die Dankbarkeit  gegenüber Amerika für die Ablösung dieses Systems, im Gegensatz zu den “friedensbewegten” Gesellschaften in Mittel- und Westeuropa und trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die neuen osteuropäischen Staaten in den letzten Jahren erlebten. Ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion um den “Raketenschild” immer zu kurz kommt, ist eigentlich der wichtigste: das Schild soll nicht etwa zur Verteidigung vor einem wie auch immer erstarkenden Russland dienen oder eine neue, zweite Phase des Kalten Krieges einläuten, sondern ist als Abfangstation für Raketen aus dem Iran (!!!) gedacht. Man höre und staune, für was die USA den Iran für fähig halten, während wir hier noch schön Verhandlungbereitschaft in der Frage von Gaszentrifugen usw… signalisieren. Das ist eine komplett verschiedene Gefahreneinschätzung, bei der man sich natürlich auch wieder streiten kann, was denn nun realistischer ist. Aber selbst wenn man von einem “mittelschweren” Szenario ausgeht, würde dies bedeuten, dass Europa ja noch viel gefährdeter ist, weil die Raketen ja scheinbar über uns hinwegfliegen müssen, um die USA zu erreichen (mal vereinfacht ausgedrückt). Dann bin ich allerdings aber schwer davon überzeugt, dass es besser ist, hinter so einem Schild zu sitzen, statt vor gar keinem, selbst wenn es dann uns Europäer quasi “nur” als Nebeneffekt mitverteidigen sollte!

Wie unsere Welt ohne Amerika aussehen würde.

A World Without AmericaUnd zwar um einiges ärmer und trostloser. Wie man in diesem Video sehen kann. Und bevor jetzt die Gutmenschen - PazifistenArmeeFraktion (PAF) - und “die UNO-aber-ganz-toll-Finder” (UNGATOF) Fraktion wieder aufschreit, dass das ja alles eh nur amerikanische Propaganda sei - da sag ich nur: “Hey, guys. Unsettling, isn`t it ? But it`s the truth and you know it. You might just as well accept it.”

Die Klimabilanz der USA…

scheint doch nicht so schlecht zu sein, wie in Europa immer gerne kolportiert wird. Zumindest wenn man diesem Artikel Glauben schenken will. Ein Nachdenken über transatlantische Klischees und vielleicht doch davon abweichenden Realitäten ist es jedenfalls wert.

Nächste Seite »


Zitat der Woche

All that is necessary for the triumph of evil is that good men do nothing. (Edmund Burke, english philosopher)

Blog-Visitors since Feb. 07

  • 15,117 hits

Kalender

Juli 2008
M D M D F S S
« Jun    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Clustr