Archiv der Kategorie 'Unterhaltung'

US Army: Eric Prydz reloaded

Hach, mal wieder ein herrlich lustiges Homevideo von den gut aufgelegten Jungs und Mädels bei der US Army. Nach “Hey ya” und “Dragostea din tei” von den Kollegen von der Us Navy nun also das inoffizielle Fitness-Trainingsvideo der Army zu “Call on me”. Und psst, army advertisers, aufgemerkt: Eure Mädels von der Truppe sind nicht zu verachten, mein lieber Jolly. Also wenn die alle so sind….kann man sich irgendwo hier verpflichten… *g* ? Und hier kommt die gute Laune:

Annette Ramelsberger: Der deutsche Dschihad

Es gibt ja viele Bücher, die sich als “am Puls der Zeit” oder als “brandaktuell” beschreiben lassen oder deren Klappentext das dann zumindest für den jeweiligen Inhalt beansprucht. Aber nicht allzuoft begegnet man Sachbüchern, die dann auch wirklich halten, was sie versprechen. Dieses vor knapp zwei Monaten erschienene Buch von Annette Ramelsberger mit dem prägnanten Titel “Der deutsche Dschihad - Islamistische Terroristen planen den Anschlag” darf hingegen getrost als brandheiss und sogar beunruhigend aktuell bezeichnet werden. Akribisch beschreibt die Autorin und SZ-Journalistin darin, wie die komplexen Hintergründe und Zusammenhänge in der deutschen Islamistenszene in den letzten Jahren nur mühsam von den deutschen Sicherheitsbehörden aufgedeckt werden konnten, und so einige schwere Anschläge in letzter Sekunde noch vereitelt wurden. Sie stellt eindeutig klar, wie knapp nur Deutschland an der Katastrophe vorbeigeschlittert ist und wie in völliger Verkennung der Fakten sich die deutsche Öffentlichkeit die Wirklichkeit im Kampf gegen den Islamismus schönredet. Ohne Panik zu verbreiten oder Angst schüren zu wollen, legt sie dar, dass der Heilige Krieg längst vor unserer Haustür angekommen ist. Detalliert schildert sie Geheimdienstberichte, Observations- und Telefonprotokolle, Fahndungsmaßnahmen und Gerichtsprozesse, die zur Aufdeckung der jüngsten Terrorplots in Deutschland geführt haben. Aktuell ist das Buch deshalb, weil es die jüngsten Entwicklungen bis Januar 2008 berücksichtigt, die Sauerland-Gruppe um Fritz G. und die Festnahmen im GIMF-Prozess werden beispielsweise ausführlich beleuchtet. Ein erschütterndes und aufrüttelndes Buch zugleich, stellenweise wie ein (leider realer) Krimi zu lesen, mit präzisen Zeitangaben, schnellen Ortswecheln und knappen Aktionspassagen. Ein Buch, dass jedoch nie polemisch wird und auch ganz klar nicht alle Muslime in Sippenhaft für den Islamismus nehmen will. Dennoch kann man sich ein mulmiges Gefühl angesichts der düsteren Zukunftsaussichten, die sie hier ausbreitet, nicht verkneifen - denn selbst die Experten teilen die Meinung, dass ein Anschlag in Deutschland nicht mehr eine Frage des “Ob”, sondern nur noch des “Wann” sein wird. Trotz einiger Wiederholungen der Protagonisten im Textfluss des Buches also insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre, wenn nicht sogar ein “Must Read” für jeden, der sich über die Zukunft und die gesellschaftliche Situation in Deutschland Gedanken macht!

Die “10 Gebote” des J. Todenhöfer ? oder Wie die Plakatwerbung lügen lernte…

Todenhöfer_PlakatEines vorneweg: Nichts gegen Herrn J. Todenhöfer persönlich. Auf den ersten Blick ein freundlicher, mittlerweile grau melierter Mann mittleren Alters mit einer sanften, zu seinem Gentleman-Auftreten passender Stimme. Ein Mann mit sehr dezidierten, auch sehr durch persönliche Erfahrung geprägten Ansichten zum Thema “Clash of civilizations”, Irakkrieg, Kampf gegen den Terror usw… Es gibt nur ein Problem: er hätte seine Erfahrungen und Geistesblitze vielleicht doch besser für sich behalten sollen, oder allenfalls im Kreise seiner Familie ausdiskutieren mögen. Denn mittlerweile neigt Todenhöfer, nachdem er die letzten Monate (oder Jahre ?) durch alle Talkshows à la Kerner & Co. getingelt ist und Bücher mit den Titeln von Kinder-Vornamen herausbringt, doch arg zum nervtötenden Dauermoralisieren. Und seit heute das: von jeder zweiten Leuchtreklame in der Stadt springt einem die Werbung für sein neuestes Machwerk “Warum tötest du, Zaid ?” entgegen (s. Foto) .

An sich ist es ja nichts Verwerfliches, durch gezielte Provokation Werbung für ein Printerzeugnis zu betreiben. Machen andere ja auch, jeden Tag. Diese Werbung, die in die grobe Form von 10 Thesen zum Thema “Der Westen” und seine Beziehung zum Islam gepresst wurde, ist jedoch fast schon keine Provokation mehr, sondern geht an die Grenze zur Verleumdung, ja man möchte fast meinen, zur Selbstaufgabe. Einige würden vielleicht sogar schon von islamischer Propaganda sprechen. Todenhöfer, bei dem man spürt, das er das wirklich ernst meint und dessen Geschichten- unbestritten - auch emotional ergreifend sind, macht sich hiermit aber leider zum Frontmann islamischer Geschichtsverdrehung, anders kann man es mittlerweile nicht mehr bezeichnen. Und die muslimischen Massen werden mit ihm prahlen und voller Stolz auf einen westlichen Intellektuellen, der sich für sie einsetzt, verweisen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Aber warum ist diese Plakatwerbung von Todenhöfer so ungeheuerlich provokativ wie sie falsch ist ? Gehen wir seine Thesen einmal der Reihe nach durch:

1. Die “Eyecatcher”- Eröffnungsthese: Der Westen ist viel gewalttätiger als die Muslime bzw. die muslimische Welt. Angeblicher Beweis: Millionen arabische Zivilisten wurden während der Kolonialisierung getötet. Also erst einmal: das ist übelster Bildzeitungs-Stil. Eine Behauptung, und dann ein einziger, knapper Satz als Beweis nachgeschoben. Na toll! Wenn einem nichts mehr einfällt, der Allzweckhammer Kolonialisierung. Die ist ja, wie wir heute wissen, so ziemlich für alles verantwortlich, nicht wahr ? Von AIDS bis tropischen AK-47s, vom Artensterben bis zur Wirtschaftsschwäche Perus. Und auch die vermaledeite Globalisierung - wer ist letzlich schuld ? Die europäischen Kolonialisten, bien sur. Ach - und zum Thema Gewalt: die Eroberung Andalusiens, die rasende Ausbreitungs des Islams in den ersten Jahrhunderten nach einem gewissen Herrn M., die tagtäglichen Greueltaten in den Ländern, wo die Scharia Staatsrecht ist, das ist ja sicher nur ein Zuckerli gegen die westliche Gewalt…ja ja…wers glaubt, wird selig (oder auch nicht).

2. Es ist angesichts der “Kriegspolitik des Westens” nicht wirklich erstaunlich, das Extremisten immer mehr Zulauf bekommen. OMG! Mein schönes Abendessen sucht sich gerade unvermeidlich seinen Weg nach oben. Werterelativismus nannte man so was früher mal, beschönigend ausgedrückt. Die armen Extremisten, sie können ja gar nicht mehr anders, angesichts unserer Kriegspolitik…nein, so was aber auch. Die Extremisten kämpfen ja auch so mutig, Mann gegen Mann, gegen die amerikanischen Soldaten. Da wird sich mittags um 12 in der Gluthitze Falludjas aufgestellt, und 1 gegen 1 die Pistoleros gezückt…in der Mehrzahl andere Muslime zu überfallen und diese wg. unterschiedlicher Sub-Glaubensrichtung (Shiiten vs. Sunniten) niederzumetzeln, nein, das käme den “legitimen” Extremisten nie und nimmer in den Sinn… *Ironie-mode off*

…. und so geht es Schlag auf Schlag weiter. Es ist zu ungeheuerlich, um alles hier durchzusprechen. Besonders hervorheben möchte ich jedoch noch Punkt 4 (Muslime haben die westliche Kultur entscheidend mitgeprägt) und Punkt 5 (Auch im Koran ist die Liebe zu Gott zentrales Gebot). Wo die westliche Kultur “entscheidend” durch die islamische mitgeprägt worden sein soll, kann ich - außer bei den arabischen Zahlen und so einigen Sprachelementen, die diese Eroberer ins spanische Andalusien mitbrachten - beim besten Willen nicht erkennen. Und Dönerbuden sowie Perserteppiche sind ganz sicher keine Kultur-Bestandteile, noch beweisen sie die Friedlichkeit einer Religion. Und das die Liebe zu Gott im Koran eine zentrale Stellung einnimmt, das ist glatt gelogen! Das, was der Koran fordert, ist allenfalls Respekt und Unterwerfung vor Gott (+ ständige Angst vor Strafe bei Übertretung der göttlichen Gesetze). Göttliche Liebe, Liebe bis hin zur Selbstaufgabe, zur Menschwerdung (”gab ich meinen eigenen Sohn hin…”) bleibt - sorry, guys - wohl im Copyright des Christentums!

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zum Schluss: Wann dürfen wir Todenhöfer zur Konvertierung zum Islam “gratulieren” ?

Mit dem Zweiten pöbelt man besser!

Fassungslos musste man gestern im Fernsehen mitansehen, wie eine Frau öffentlich vorgeführt, gedemütigt und bloß - bzw. kaltgestellt wurde, und das auch noch schön brav getragen von den Gebühren, für die die öffentlich-rechtlichen Sender allmonatlich als Zubrot bei den Bürgern die Hand aufhalten! Man kann ja zu Eva Herman`s Aussagen und literarischen Werken stehen, wie man will, aber das, was gestern im ZDF bei Johannes B. Kerner vor sich ging, waren böshafteste Unterstellungen und ein Alles-absichtlich-falsch-verstehen-wollen der übelsten Sorte. Der sonst so um den Diplomaten-Ton bemühte Moderator war von vornherein voreingenommen und geladen wie ein bald platzender Kondensator. Eva Herman stand trotz der ihr gewährten Redezeit von Anfang an auf verlorenem Posten, als die versammelten Empörungsbeauftragten von der die 68er verklärenden Senta Berger bis zur aufgekratzten Frau Schreinemakers auf sie einpöbelten. Irgendwann war jede Sachlichkeit dahin, es ging nur noch darum, Eva Herman zu einer Abbitte zu zwingen, die sie überhaupt nicht zu leisten hatte. Ein Skandal ohnegleichen, worin sich die Medienaufsichtsbehörde eigentlich mal einschalten müsste und Kerner auf seine Eignung als Moderator für so eine Sendung überprüft werden müsste!

Von Eseln und Elefanten…

show.jpgHach, manchmal gibt es sie noch: diese schönen Momente, wo man einen Augenblick innehalten kann,  und einfach etwas Genugtuung empfindet, wenn Überheblichkeit und Nicht-Wissen über die USA abgestraft werden! Ok, man könnte es auch einfach Schadenfreude nennen - gewiss kein edles Gefühl, aber in diesem Fall schwingt ein Hauch von ausgleichender Gerechtigkeit mit. So wie gestern abend beim Start der neuen Herbst-Staffel von “Wer wird Millionär” mit einem nun zwar bebrillten, aber gut aufgelegten Günther Jauch. Da wurde ein Kandidat gefragt, was denn die Wappentiere der beiden großen amerikanischen Parteien, also der Republikaner und der Demokraten, seien. Wer mal etwas über den Tellerrand geschaut hat in Sachen USA, könnte dabei mitgekriegt haben, dass das nun mal Esel und Elefant sind. Fieserweise wurde dann aber auch als Antwortmöglichkeit Falke und Taube angeboten. Tja, und da der im Fremdkritisieren geübte deutsche Bildungsbürger nun ja jeden Tag die vermeintlichen Schandtaten der sog. “Falken” rund um Präsident Bush um die Ohren gehauen bekommt, wurde dann auch von dem Kandidaten die Antwort “Falke und Taube” gewählt. Trotz Herrn Jauchs Versuch, ihn noch zu beeinflussen, schien er sich seiner Sache sehr sicher und beharrte auf seiner Antwort. Und dank der neuen Risikoregeln bei WWM gings dann wie im Fahrstuhl von 16000 auf 500 Euro hinab. Sonst tun mir ja solche armen Schlucker von Kandidaten auch leid, aber diesmal…konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen - nicht bei so einer Frage…Also nochmals danke, RTL! You really made my day!

Mit Kurnaz in die Sommerpause…

Murat KurnazMit welchen Bonbons uns die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten doch mittlerweile den leider notwendigen Beginn der Sommerpause im Fernsehen, auch Sommerloch genannt, versüßen: die Heulsuse von Gitmo alias der bärtige Hadschi Halef aus Bremen alias Zwerg Gimli Gloin alias Murat Kurnaz hatte Anfang der Woche seinen großen Auftritt bei Beckmann. Betroffenheitsfernsehen pur, da wurden alle möglichen Anwälte gehört, sogar ein muslimischer Ex-Militärgeistlicher war eilends eingeflogen worden, alle möglichen Beschuldigungen an die Amerikaner wurden ausgesprochen, alle Fragen gestellt - nur eine Frage blieb offen: wie lang darf der Bart von Herrn Kurnaz noch werden, ohne dass sich ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen für ihn und seine Umwelt ergeben, z.b. durch Darüberstolpern, oder durch Nestbildung im Bart für kleine bis mittlere Wespenvölker und rezente Lauspopulationen. Ha, aber was Beckmann kann, das kann Maischberger schon lange! Dort war diese Woche eine Talkrunde zum Thema Religion und Gesellschaft zu sehen: Neben einem Hardcore-Atheisten, dem man fast zutraute, sich gleich vor Atheismus in die Luft zu sprengen, wurde auch eine mehr oder minder prominente (und mehr oder minder verschleierte) Vertreterin des Islam und Vertreter christlicher Positionen geladen. Obwohl ab und zu interessante Glaubenserfahrungen wie auch rationalistische Gedanken aufblitzten, ließen meistens der Hardcore-Atheist (und frühere Priester!) sowie die Muslima die Diskussion schnell in hitzige Wortgefechte ausarten. Unvermeidlich bekam der unbedarfte TV-Zuschauer auch wieder die abgedroschenen Phrasen von “Islam ist Frieden” etc. an den Kopf geworfen, bis selbiger wohl bei vielen bald zu rauchen anfing. Und damit in die Sommerpause, meine Damen und Herren… so endete das Ganze dann bei beiden gebührenfinanzierten Sendungen der ARD. Damit kann sich nun jeder wirklich sicher sein, dass seine Gelder bei der ARD gut aufgehoben sind - schließlich gibt es ja neben diversen Steinzeit-, Segel- und Selbsterfahrungssendungen auch Qualitätsfernsehen bei der ARD, “-ähem, nicht wahr, Herr Kurnaz, beehren Sie uns bald wieder…”

TV-Tipp: Der Tag, als Theo van Gogh ermordet wurde

TV-TippMorgen, Mittwoch den 13.6.07, ist in der ARD um 22.45 die Doku “Der Tag, als Theo van Gogh ermordet wurde” zu sehen. Ich werde sie mir auf jeden Fall ansehen - man darf auch gespannt sein, zu was für Schlussfolgerungen die Autoren und Beitragenden dort kommen. Damals, zu dem Zeitpunkt des feigen Meuchelmordes, ja man muss eigentlich wahrheitsgemäß sagen, dem brutalen Aufschlitzen eines der prominentesten Islamkritiker in den Niederlanden auf offener Straße, wusste ich noch nicht so viel über den Islam wie heute und die Hintergründe dieser Tat. Später dann wurde klar, dass dieser Mord ein ganz furchtbarer Anschlag in das Herz der Zivilgesellschaft werden würde, und umso mehr Motivation für Hirsi Ali und andere Vertraute von Van Gogh, nicht nachzulassen in ihrem Bemühen um die Werte, die diese offene Gesellschaft einst groß gemacht haben. Aber auch sie lebt nun in den USA, und die Niederlande sind in den letzten Jahren leider immer mehr zum Negativ-Beispiel für fehlgeschlagene Integration geworden… Aber wenn Theo von Goghs Tod einen tragischen Sinn gehabt haben sollte, dann den, dass er immer mehr Menschen wachrüttelte und ihnen die Gelegenheit bot, sich mit dem Problem der schleichenden Islamisierung auseinanderzusetzen.

Film-Review: 300

300Trotz aller Kontroversen um diesen Film, der die Gemüter einiger zartbesaiteter Iraner im Moment so sehr erregt, eines vorneweg: ja, er ist historisch und ja, er hat eine Botschaft und nein, er hat nichts mit Nazi-Kult zu tun.  Als Adaptation eines Frank Miller Comics hat Regisseur Zack Snyder mit diesem Film ein wahres Meisterwerk geschaffen, dass schon bald Kultstatus erlangen könnte, ähnlich dem brutalen film noir-Epos Sin City. Die historische Vorlage für diesen Film (und den Comic) bot sich in der von dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot überlieferten Schlacht am Thermopylenpass im Jahre 480 v. Chr. Dort sollen der Überlieferung nach 300 Spartiaten (die besten Krieger der Stadt Sparta) einer Übermacht der in Griechenland einfallenden Perser unter Führung von Xerxes I. drei Tage lang standgehalten haben, ehe sie schließlich (durch einen Verrat begünstigt) besiegt wurden. Dieser Aufschub verschaffte vermutlich den zunächst uneinigen Heeren der verschiedenen griechischen Polis die Möglichkeit, sich zu sammeln und die Perser später zurückzuschlagen. Nun, zunächst einmal ist der Film visuell ein Leckerbissen, zumindest für den, der sich von dem für Frank Miller Comics obligatorischen Spritzen des Leinwand-Blutes nicht gleich abschrecken lässt: ganz in ocker- und sandfarbenen sowie dunklen Tönen coloriert, bieten sich die Kämpfe auf dem Schlachtfeld in so noch nicht gesehenen Superzeitlupen-Fahrten und Zeitraffer-Effekten dar. Die Stunts sind erstaunlich gut choreographiert und werden in ihrer Ausführlichkeit geradezu episch zelebriert und überhöht dargestellt, das Ganze begleitet von furiosen Metal- bzw. Choralkompositionen. Inhaltlich wird vielleicht in der Breite nicht viel geboten, wie in manchen Kritiken zu lesen, wird doch neben dem Schlachtgetümmel  lediglich ein zweiter Subplot um die Frau des Königs und Anführers Leonidas aufgemacht. Dennoch ist das auch so gewollt, denn schließlich soll die Betonung auf der Verteidigung der Freiheit Spartas und seiner Bewohner liegen, was auch in den voller Pathos strotzenden Dialogen zum Ausdruck kommt. Leider ist hier die deutsche Synchronisation mal wieder mangelhaft, weshalb einige Aussagen fast ins Lächerliche abgleiten. Auch ein großer Kritikpunkt ist die Monsterdichte, die mit mutantenartigen Buckligen, Henkern mit Krebsscheren-Armen und mammutgroßen Elefanten wohl schon fast an die Herr-der-Ringe Trilogie herankommt. Ansonsten aber sollte man den Film aber vielleicht schon ein bisschen ernster nehmen als die vielen, die sagen: Na ja, ist halt ne` Comic-Verfilmung und maßlos übertrieben, aber eigentlich bedeutungslos. Immerhin zeigt der Film, dass die Zeit damals trotz der Erfindung der griechischen Philosophie und Demokratie kein Zuckerschlecken war, es wurde auf beiden Seiten ums Überleben gekämpft. Soweit es eben ging, wurden im Film minutiös auch historische Bezüge detailgerecht eingebaut, so ist z.B. auf den Schilden aller Spartiaten ein V-förmiges Lambda (für Lakedaimonier) eingraviert. Daher ist auch der Vorwurf, der Film bediene einen faschistoiden Männlichkeits- und Kriegerkult, mehr als lächerlich: den Spartiaten ging es um die Verteidigung ihrer Freiheit, ihrer Familien und ihres `way of life`, eben das, was sie kannten und ihnen wert war, vor einem übermächtigen und ihr Land plündernden Feind. Dafür waren sie eben bereit, eher in den Tod zu gehen, als sich dem fremden und grausamen Herrscher Xerxes zu unterwerfen. Dass diese Überlieferungen natürlich patriotisch gefärbt sind und wir leider nur wenig Genaues über diese Zeit wissen, tut der Grundaussage des Films aber keinen Abbruch. Denn eines wissen wir mit Sicherheit: das Griechenland eine der Wiegen unserer modernen Zivilisation ist, und das wohl nicht zu Unrecht!

Die muslimisch-veganischen Bohnenallergiker

Switch reloaded

Hätte ja nicht gedacht, dass ich bei dem miesen Fernseh-Programm, was die privaten Sender zumeist abliefern, noch jemals auch nur eine Sendung weiterempfehlen werde - aber siehe da, es gibt sie noch, diese kleinen Perlen im tristen deutschen Fernsehunterhaltungssumpf. Nicht dass das Rad hier neu erfunden worden wäre - aber diese Sendung ist herzerfrischend komisch, manchmal bitterböse in ihrem Humor und trifft meist genau den Kern: Switch, die Mutter aller Fernsehsendungs-Parodien, ist wieder da und jeden Montag um 22.15 auf Pro7 zu sehen. Die neuen Folgen von “Switch - Reloaded” sind dabei noch perfekter und lustiger inszeniert als bei der ursprünglichen Sendung, die vor 6 Jahren eingestellt worden war. Und was das beste überhaupt ist: die Macher nehmen kein Blatt vor den Mund, jeder kriegt sein Fett weg, selbst vor den Mohammed-Karikaturen z. B. schreckt das Alter Ego von Tim Mälzer in der Parodie nicht zurück. Gerade beim Thema Islam und der zukünftigen Entwicklung beweisen die Comedians bzw. die Autoren der Sendung in allen drei bisher ausgestrahlten Sendungen auffällig viel Mut und Gespür für die Problemfelder unserer Zeit. Bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis es wieder die ersten Proteste dagegen hagelt und ob das Format dann weiter so erfrischend ironisch bleibt. Zu wünschen wäre es!

Auf youtube gibt es Mitschnitte der vergangenen Sendungen, z.B. hier http://www.youtube.com/watch?v=V8qewyDXjoY

TV-Tipp: Der Gotteskrieger und seine Frau

TV-TippWer einmal ein Paradebeispiel falsch verstandener Toleranz - im modernen Wohlfahrtsstaat Deutschland - sehen will, der sollte sich heute abend in der ARD um 21.00 Uhr die Dokumentation “Der Gotteskrieger und seine Frau” anschauen. Zu sehen sein wird die unfassbare story von Doris Glück, die 1987 den “Omar Sharif- kind of guy” heiratete, der sich später als islamistischer Extremist entpuppen sollte. So langsam öffnen sich ihr die Augen und sie entschließt sich - aufgeweckt von den Ereignissen des 11. Septembers - zur Polizei zu gehen und die Machenschaften ihres (Ex-)Mannes offenzulegen. Trotz dass sie ins Zeugenschutzprogramm des BKA aufgenommen wird, muss sie heute - unter anderer Identität - von Hartz IV leben, während der in zweiter Ehe verheiratete Extremist in Deutschland weiter fröhlich vom Staat alimentiert wird und seinen halbseidenen Aktivitäten ungestört nachgehen kann. Man darf gespannt sein, was die Doku noch alles zu Tage fördert und wie sie dazu Position bezieht.

Eine genauere Zusammenfassung und weitere Hintergründe über diesen Film von Gert Monheim findet sich unter diesem Link: http://www.daserste.de/programm/tvtipp.asp?datum=26%2E02%2E2007 

oder noch ausführlicher (mit Buchliste zum Thema) auch hier: http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,6vse5xraghyd8gnv~cm.asp

Nächste Seite »


Zitat der Woche

All that is necessary for the triumph of evil is that good men do nothing. (Edmund Burke, english philosopher)

Blog-Visitors since Feb. 07

  • 15,117 hits

Kalender

Juli 2008
M D M D F S S
« Jun    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Clustr