Wut – die Realität ist schlimmer als der Film

Wut - FernsehfilmWut – so heißt der heiß diskutierte Film, der nun endlich, schließlich Freitag abend um 22.00 Uhr in der ARD lief – und anschließend gab es eine Art Live-Diskussion mit Publikum, Betroffenen und „Experten“, moderiert von Sandra Maischberger. Eine interessante Bestandsaufnahme über den Zustand, den unsere Gesellschaft erreicht hat und die einen wundern lässt. Wundern darüber beispielsweise, wie sehr gewisse Klischeebilder zutreffen können : raten Sie doch einfach mal munter drauf los, welche der Personen auf dem obigen Bild wegen wiederholter Straffälligkeit fünf Jahre in der JVA gesessen hat und welche Opfer von Kriminalität und Mobbing an der Schule wurde. Genau, ersterer ist der junge, adrette Mann im weissen T-Shirt rechts im Bild und letzterer der Junge mit der Brille. Wundern könnte man sich auch darüber, wie weit das menschliche Gehirn doch bei der Selbsttäuschung kommen kann:Aussage des jungen libanesisch-stämmigen Deutschen (ja, der mit dem weißen T-Shirt) nach seinem Anti-Gewalttraining: „Gewalt ist doch keine Lösung“ und auf Nachfrage „Aber weiss nisch, in der Disko, wenn jemand meine Freundin anmacht oder so, würd ich wieder zuschlagen“. Was er und andere dann anschließend von der „Realität auf der Straße“ zu berichten wussten, lässt jedenfalls in keine rosige Zukunft blicken. Diese Sendung entlarvte gewissermaßen die ganze Hilflosigkeit der anwesenden Experten und einer Politik, die dem Thema nicht mehr Herr wird und wohl auch nicht werden kann. Der Lehrer, der die Handys seiner Schüler – mit übelsten Gewaltvideos drauf – nicht konfiszieren darf und sich von diesen zeigen lässt, wie man einzelne davon dann auch löschen kann, spottet jeder Beschreibung. Die eigentlichen Ursachen für die Misere einer verlorenen Generation, die viel tiefer liegen als „der Mangel an Sozialarbeitern“, wurden dabei nicht einmal am Rande angesprochen. Nicht ganz fern liegt wohl die Vermutung, dass die Werte-Beliebigkeit unserer Gesellschaft in den letzten 30 Jahren einerseits und die Unwilligkeit der Zugewanderten, ihre Kinder zu Neugier und Akzeptanz dieser Werte anzuhalten, andererseits die Triebkräfte für diese verhängnisvolle Entwicklung waren.

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