Steter Tropfen höhlt….den Leser

Eigentlich hätte dies ein Kommentar zu einem Artikel von spiegel.online werden sollen, der in die Kategorie Wissenschaft einzuordnen gewesen wäre. Denn unter diese Rubrik stellt spiegel.online den Artikel von Jörg Blech mit dem nicht unprovokanten Titel „Glücklicher ohne Gott“. Wie gesagt, eigentlich.Denn beim Lesen des kompletten Artikels zeigt sich leider, dass der Autor hier seinem Nachnahmen alle Ehre macht, nämlich Blech redet. Und damit ist nicht einmal die inhaltlich einseitige Berichterstattung über einige Forscher in den USA gemeint, die (mal wieder) die Evolutionsbiologie gegen den Schöpfungsgedanken ausspielen. Nein, es sind Sätze wie diese, die aufhorchen lassen : „Mit Gottes Beistand hat Bush sein Land nicht nur in einen verlorenen Krieg gegen den Irak geführt.“ Hallo? Muss da wohl was übersehen haben, in den letzten Jahren, als die hochgerüsteten Republikanischen Garden die US-Armee so klar und deutlich besiegt haben, dass man von einer US-Armee praktisch gar nicht mehr sprechen kann. Hm…und die Truppen, die derzeit im Irak sind, müssen dann wahrscheinlich in US-Uniform getarnte Einheiten des von einer geheimen Operationsbasis aus agierenden, amtierenden Präsidenten Saddam Hussein sein…..ehem…alles klar, Herr Blech, wir haben verstanden…Aber es geht nun weiter im Artikel mit den verqueren Gedanken von Herrn Blech: mit den armen Amis, die leider, leider, leider, hach was tut es ihm leid, unseren Antiamerikanismus aushalten müssen, denn sie sind ja mit so einem bösen, bösen Präsidenten bedacht, der nicht nur böse, sondern auch noch unbelehrbar ist : „Auch der in der Welt aufblühende Anti-Amerikanismus ist zu einem Gutteil darauf zurückzuführen, dass viele die Unbelehrbarkeit des nach eigener Einschätzung „wiedergeborenen Christen“ nicht mehr verknusen können.“Na, das einzige, was ich mir nach Lesen dieser Zeilen nicht verknusen kann, das sind Sie, geschätzter Herr „ich-gebrauch-mal-abgefahrene-Prädikate“ Blech.Im 2. Teil wird dann  mal wieder unweigerlich der amerikanische Präsident und Osama Bin Laden in eine Schublade gesteckt; wohl das Hauptanliegen von Herrn Blech, diesen Artikel überhaupt zu veröffentlichen. Wahrlich, war dazu der ganze elend lange Sermon vorweg notwendig ? Wohl schon, denn der deutsche, durchschnittliche spiegel.online Leser verträgt Amerikakritik in homöopathischen Dosen wahrscheinlich besser. So fällt es dann auch kaum noch auf, dass im Schlussteil des Artikels die ganze Mühe, dem Leser nebenbei den Atheismus schmackhaft zu machen, karikiert wird : „So sind bekennende Nichtgläubige in den USA kaum zu finden: 300 Millionen Menschen leben in dem Land, ganze 2500 von ihnen zählen zum Verbund der „American Atheists“ .Und, wofür war der Artikel nun gut ? Er zeigt höchstens auf, wie perfide in diesem Land mittlerweile Anti-Amerikanismus verbreitet wird, wie unterschwellig und scheinbar harmlos er daherkommt. Artikel der Kategorie Wissenschaft jedenfalls sehen anders aus.

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