Schöpfung oder alles nur Zufall?

Seit einiger Zeit wird auch in Deutschland ein Streben der so genannten Evangelikalen – Christen nach Europa wahrgenommen. Evangelikale Christen bekennen sich zur Bibel als allumfassende Wahrheit der Geschichte. Das heißt konkret, dass sie die Evolutionslehre Darwins ablehnen und die Bibel wortwörtlich auslegen. Nun treibt derzeit eine echte Gefahr für alle Gläubigen aus den USA und Europa ihr Unwesen: Wissenschaftler, die die Nicht-Existenz Gottes durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu beweisen versuchen. Um zu sehen, warum die beiden Gruppen nie auf einen Nenner kommen werden, muss man wahrlich kein Prophet sein. Die einen wollen „nix“ von Naturwissenschaft wissen und die anderen, unsere Naturwissenschaftler, setzen die naturwissenschaftlichen Gesetze schlicht voraus, ohne klugerweise zu fragen, woher sie eigentlich kommen. Von Naturphilosophie, geschweige denn von Theologie haben sie auch keine Ahnung und sind damit klar zweiter Sieger hinter den Evangelikalen. Es wäre verwunderlich, wenn die Autoren des Schöpfungsberichts schon vor über 3500 Jahren eine biologische Erklärung für die Entstehung der Erde parat gehabt hätten, wo heut zu tage Wissenschaftler mit höchster Technologie nur spekulieren können, wie alles entstand. Beispielsweise verliert das Alte Testament nie ein Wort über Molekulargenetik und Quantenphysik und doch wissen wir heute, dass diese Dinge existieren…obwohl sie nicht in der Bibel erwähnt werden. Einziger Kritikpunkt… bei Evangelikalen-Christen ist die wortwörtliche Auslegung der Bibel. Die Schöpfung der Erde in sieben Tagen, wie sie im Buch Genesis im ersten Kapitell geschildert ist, sollte theologisch und nicht historisch interpretiert werden. Zwar wäre es dem allmächtigen Gott möglich, eine Erde in sieben Tagen zu schaffen, aber die wissenschaftlich gesicherte Methoden haben anderes herausgefunden. Die Hauptkritik richtet sich jedoch an die atheistischen Vertreter aus der Naturwissenschaft. Die Behauptung, dass nichts außerhalb der Naturwissenschaft existiere oder das man alles damit erklären könne, ist schon ein logischer, begrifflicher Widerspruch: denn diese Behauptung, dass nichts außerhalb der Naturwissenschaft existiere, lässt sich nicht empirisch, also naturwissenschaftlich nachweisen. Noch besser: jene Empiristen karikieren sich selbst. Denn jenes „Instrument“, welches ihnen das Forschen, logisches Denken ermöglicht, nämlich der Geist, kann empirisch ebenfalls nicht erklärt werden. Persönliches Bewusstsein, auch Qualia genannt, bleibt auch Hirnforschern verborgen und wird ihnen auch immer verborgen bleiben. Auch ist die Evolution kein Beweis gegen die Existenz Gottes, sondern unterstreicht Gottes genialen Plan: Naturwissenschaft funktioniert durch Kausalketten. Der ersten Grund für alle darauf folgenden Kausalketten unseres Universums, kann jedoch empirisch nicht erfasst werden. Wer war der erste Beweger im Universum? Das erste bzw. die ersten „Teilchen“ können sich unmöglich selbst geschaffen haben, soviel steht fest. Von Nichts kann logischerweise Nichts kommen! Warum haben Menschen Gotteserfahrungen, wenn es keinen Gott gibt? Wie können Menschen etwas denken, was sie noch nie gesehen haben und was nichts in unserer Umwelt ähnlich ist? Weil Gott sich uns offenbart! Auch in der Evolution finden sich eindeutige Hinweise auf Gott. Die Genetik enthält Anleitung für raum-zeitliche Ausprägungen, aber keine Anleitung für den Geist bzw. der Seele. Ich spreche nicht vom Gehirn, welches man durch Neuronenforschung bestens untersuchen kann. Das Bewusstsein jedoch nicht. Von Zufall kann bei der Entstehung der Artenvielfalt keine Rede sein, denn der Zufall entwickelt niemals Pläne, sondern singuläre Zufallsereignisse. Wenn man sich die Dimension dieser unendlich vielen „Zufälle“ vergegenwärtigt, wird man feststellen, dass ein Atheist einen größeren Glauben für die Entstehung unserer Natur aufbringen muss, als ein Gläubiger. Wissenschaftler haben errechnet, wie wahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich es ist, dass durch einen blinden Zufall ein sinnvoller Satz mit gerade mal 20 Buchstaben herauskommt: das Ergebnis lautet: 10 hoch 16-mal, also mehr als zehntausend Millionen! Zum Vergleich: Für ein menschliches Auge sind schon alleine 6000 Gene notwendig! In Anbetracht von Milliarden Geschöpfen, wovon die meisten Millionen bis Milliarden Gene enthalten, ist es lächerlich, die Schöpfung für eine Glückslotterie zu halten. Zumal sich ganz unterschiedliche Organismen so entwickelt haben, dass sie gegenseitig ihr Überleben sichern, z.B. eine Biene und eine zu bestäubende Blume. Warum haben Mikroorganismen die Motivation, sich zu vereinigen und hochkomplexe Organismen zu entwickeln? Etwas einem Gehirn Vergleichbaren oder einen Plan haben sie nicht, aber der geniale Schöpfer hat ihn!

gt, 27. Oktober 06

8 Responses to “Schöpfung oder alles nur Zufall?”


  1. 1 Wobbi März 8, 2007 um 10:02 am

    Die hochtheoretischen Wissenschaften spielen schon länger mit der Möglichkeit, dass das Universum selbst keinen Anfang hatte und schon ewig existiert herum. Nichtsdestotrotz sehe ich die Situation ähnlich. Die Wissenschaft zeigt selbst, dass nie etwas nur schwarz und weiß ist. Warum sollte also die Antwort auf die Schöpferfrage es sein.

  2. 2 littleandy März 16, 2007 um 9:50 am

    Ach komm. Wissen wir doch alle, dass das Universum vom Fliegenden Spaghetti-Monster erschaffen wurde. Evolution, Blödsinn…
    Ramen

  3. 3 nseaprotector März 16, 2007 um 3:44 pm

    @ littleandy: wer keine Bewunderung oder zumindest Respekt für das Wunder des Lebens auf diesem schönen Planeten aufbringen kann, der kann einem nur leid tun. Und der Witz von der „Church of the flying spaghetti monster“ und der Religionskritik, ist mittlerweile auch uralt und abgedroschen…

  4. 4 littleandy März 16, 2007 um 4:06 pm

    @nseaprotector: Wer unbedingt auf einen Gott pochen muss, um Bewunderung und Respekt für die Wunder des Lebens auf diesem schönen Planeten aufbringen zu können, der kann einem genauso leid tun.😉

    Spass beiseite. Das Problem, dass ich mit den derzeitigen sogenannten Evolutionskritikern habe, ist, dass sie quasi versuchen, die Existenz Gottes zu beweisen. Die Theologie spricht aber, soweit ich weiß, davon, dass Gott nicht zu beweisen sondern nur durch Glauben zu erfahren ist. Ist der Glauben wirklich so sehr in Gefahr, wenn die Evolution sich als tatsächliches Zufallsprodukt erweist? Ist es dann nicht mangelnder Glauben, wenn versucht wird, mit (zudem noch etwas kruden) Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Argumentationen á la Behe zu BEWEISEN, dass die Schöpfung ein göttliches Produkt ist?

  5. 5 nseaprotector März 16, 2007 um 6:32 pm

    Also zunächst einmal muss ich sagen, der Beitrag oben über Zufall und Schöpfung ist schon etwas älter, stammt aus unserem vormaligen Blog und wurde quasi archivarisch hier übernommen. Ausserdem ist er nicht von mir, sondern von einem Coautor, der theologisch besser bewandert ist als ich.
    Allerdings finde ich die Grundthese, wenn vielleicht auch etwas falsch rübergekommen, durchaus richtig und nachdenkenswert: die angebliche Nicht-Existenz Gottes ist eben auch nicht naturwissenschaftlich zu beweisen! Evolution ist übrigens meiner Meinung nach auch wunderbar mit Glauben zu vereinen: Evolution findet immer und überall statt, es ist ein gleichsam natürlicher Prozess, das ist überhaupt nicht zu leugnen – nur: auch die Vorraussetzung für das Existieren eines solchen Prozesses, und die Perfektion, in der viele Evolutionsprozesse letztlich münden, gibt einen Hinweis – wenn auch keinen Beweis – auf das, was wir uns evt. unter „Gott“ vorstellen. Einen Hardcore-Atheisten wird man damit zwar nicht logisch überzeugen können, das ist mir auch klar. Aber Glaube und diese (von Naturgesetzen geprägte) Welt müssen doch nicht immer im Widerspruch gesehen werden: der Mensch ist schließlich das beste Beispiel für eine Synthese aus Materie und Seele(Geist). Ein loses Bündel an Nervensträngen und Schwanschen Zellen entwickelt schließlich auch nicht notwendigerweise seine eigene Ethik.

  6. 6 theolounge Mai 7, 2007 um 3:04 pm

    Ein sehr guter Artikel😉

  7. 7 Spice Mai 21, 2007 um 4:34 pm

    Hallo Freunde,
    der an Schärfe zugenommene Feldzug der deutschen Evolutionsbiologen, mit der Zielstellung, gegen alle modernen Erkenntnisse von Forschung und Wissenschaft zu Felde zu ziehen und das nur aus dem Grund heraus, den persönlichen Erfolge nicht in Frage zu stellen, sollten uns alle zum Widerstand aufrufen.
    Prinzipiell ist die Darwinsche Evolutionstheorie mit ihrer Grundaussage, dass natürliche Selektion und zufällige Mutationen für die Entstehung und Weiterentwicklung des Lebens verantwortlich seien, weder mit der Realität noch mit allen neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen im Einklang zu bringen, mehr noch, sie ist schlicht und einfach falsch. Sollten Sie anderer Meinung sein, verweise ich auf meine Homepage http://mitglied.lycos.de/futuremann/.
    Führende Kirchenvertreter aller Konfessionen befassen sich in öffentlichen Foren mit Teilen der Evolutionstheorie und gehen dabei soweit, dass sie sich ein Nebeneinander von Schöpfung und Evolution vorstellen können, obgleich es in der Genesis keinen Spielraum für Theorien jedweder Art gibt. Natürlich stellt sich man sich die Frage nach dem warum, vielleicht haben sie ihre Bibel nicht genügend studiert, wie dem auch sei, ein führender Vertreter einer Kirche sollte diesen Unsinn einfach nicht erwähnen. Beim Bibelstudium gibt es ja auch ganz erstaunliche Ergebnisse, denn die Kreationisten, die das Alter der Erde auf 6000 Jahre berechneten, stellen damit Basiserkenntnisse der Forschung auf den Kopf.
    Selbstverständlich ist die Bibel kein Dokument, aus dem man durch Addition von Zeitangaben Rückschlüsse auf das Alter der Erde, der Menschheit oder den Beginn des jüngsten Gerichts vorhersagen kann.
    Das will und kann die Bibel nicht leisten.
    Zum Abschluss meiner Kurzmitteilung ein abgewandeltes Zitat: „Was nützt es dem Menschen,wenn er zwar an Gott glaubt, doch seinen einzigen Sohn negiert?“

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr H.W. Spice


  1. 1 Schöpfung - oder Zufall ? « Trackback zu Mai 7, 2007 um 11:42 am

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