Learn more about…Polonium 210

Nuklear SamplesAlle Welt redet darüber, kaum einer beschäftigt sich – wenigstens ansatzweise – mal mit den Hintergründen und Fakten: die Rede ist vom dieser Tage zu einiger Berühmtheit gelangten Polonium-210. Zunächst einmal ist Polonium-210 nichts anderes als ein – radioaktives – Isotop des chem. Elements Polonium-84. Isotope sind – vereinfacht gesagt – die selben Elemente (Nuklide), nur mit einer unterschiedlichen Anzahl von Neutronen in ihrem Atomkern, was sie gerne zu radioaktiven Stoffen macht, denn die hohe Neutronendichte im Atomkern lässt sie instabil werden. Sie zerfallen dann – mit einer gewissen Halbwertszeit, d.h. nach dieser Zeit ist nur noch die Hälfte der Masse des ursprünglichen Stoffes vorhanden – zu leichteren Elementen, die wiederum unter Aussendung der überschüssigen Neutronen zerfallen können (Zerfallsreihe). Die dabei entstehende – radioaktive – Strahlung kann prinzipiell in 3 Formen abgegeben werden : die Alpha-Strahlung, dabei wird gewissermaßen ein „Klumpen“ aus 2 Protonen und 2 Neutronen abgestrahlt (was formal einem Heliumkern entspricht, ohne jegliche Elektronen!); die Beta-Strahlung, die nur aus energiereichen Elektronen besteht, und die Gamma-Strahlung, die von Wellennatur ist und eine hohe Energiedichte aufweist. Bei einem radioaktiven Zerfall können diese Strahlungsarten auch gemischt auftreten. Polonium-210 ist im Wesentlichen ein Alpha-Strahler, was diesen Stoff eigentlich harmloser macht, als er klingt, denn Alpha-Strahlung lässt sich (es sind ja immerhin relativ „große“, kompakte Heliumkerne) bereits z.B. durch ein dünnes Papier abschirmen. Gefährlich wird der Stoff besonders dann, wenn er vom Körper z.B. durch die Nahrung oder durch Inhalation aufgenommen wird, denn dann können die Alpha-Teilchen in den ungeschützten Körpergeweben – wie der Leber beispielsweise – ungehindert ihre auf kurzer Strecke verheerende Wirkung entfachen, wie auch bei Litvinenko geschehen. Laut wikipedia reichen bereits 50 ng Polonium als lethale Dosis aus (LD50-Wert) [z.Vgl.: 50 ng sind 50 milliardstel Gramm, d.h. theoretisch könnte nur 1 g Polonium 100 Millionen Menschen töten]. Zudem ist Polonium, das schon 1898 von Marie Curie entdeckt wurde, leicht löslich und daher dem Transport in verschiedenste Gewebe gut zugänglich. Dennoch ist es als Gift schon sehr ungewöhnlich, denn es wird auf der Welt nur in extrem geringen Mengen hergestellt – meist fällt es in Atomreaktoren als Nebenprodukt an oder wird in der Kernforschung synthetisch erzeugt. Nichtsdestotrotz kann jedermann mit Wohnsitz in den USA bei einer amerikanischen Firma frisch nuklear erzeugtes Polonium-210 kaufen – für 69 Dollar im Sicherheitsköfferchen, wie obiges Bild zeigt. Die Firma beeilt sich zwar auf ihrer Website zu erklären, die verkaufte Menge entspräche nur einem 15.000stel einer lethalen Dosis, dennoch: ganz so selten scheint Polonium nicht mehr zu sein. Auch sollte man nicht vergessen zu erwähnen, daß viele Menschen schon Kontakt mit Polonium gehabt haben werden: es ist – in extremst geringer Konzentration – auch in ganz gewöhnlichem Tabakrauch enthalten.

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