Amerika`s Engagement im Irak

Die deutsche Presse kann sich heute, nach der Fernsehansprache Bushs zur aktuellen Lage im Irak, mal wieder genüßlich an ihren antiamerikanischen und pseudopazifistischen Einstellungen weiden. Selbsternannte oder eilig herbeizitierte Irak-Experten aus allen Lagern scheuen sich dabei nicht, helfend unter die Arme zu greifen: mit mehr Soldaten könne man die Lage auch nicht unter Kontrolle bekommen, ja man bräuchte gar 130000 Truppen mehr alleine für Baghdad statt der angekündigten 21500, die Kosten würden ins Unermeßliche steigen, der Haß auf die „Besatzer“ weiter zunehmen usw. Natürlich ist auch dem letzten Hinterwäldler auf diesem Planeten mittlerweile klar geworden, wie schwierig die Lage im Irak in den letzten Jahren geworden ist. Dafür nun aber die Amerikaner allein verantworlich zu machen, ist hinterhältig und böswillig: man darf nur mal kurz an dieser Stelle daran erinnern, dass es die Europäer waren mit ihrer uneinigen und appeasement-geprägten Haltung gegenüber dem damaligen Dikatator Hussein, die ein einseitiges militärisches Eingreifen erst erforderlich machten. Die Europäer sind es, die bei den „major tasks“ immer zugucken und dazu dann schlaue (mehr oder weniger) Kommentare abgeben. Als Alibi dafür wird Deutschland dann auch am Hindukusch mitverteidigt. Natürlich ist die Welt nicht rosarot und auch die amerikanische Armee hat Probleme: zu wenig Geld, zu wenig Ausrüstung, zu wenig Mannstärke. Genau die Appeaser und Pazifismus-Fraktion ist es aber doch, die diese Zustände am ehesten herbeiwünscht bzw. herbeigeführt hat. Man sollte also wissen, was man will, wenn man schon kritisiert. Ein weiterer Punkt ist der, dass die Gewalt im Irak ja nicht ursächlich von den Amerikanern ausgeht, sondern dass es eine Mischung aus Kriminellen, outlaws, ideologisch vom Islam unterfütterten Selbstmordattentätern und aus Syrien und dem Iran logistisch unterstützten Importverbrechern ist, die den Irak destabilisiert. Saddam wußte schon, warum er kurz vor der Erstürmung Bahdads ein paar tausend Kriminelle aus den Gefängnissen entließ: das Adolf-Prinzip – wenn ich gehe, geht ihr alle, weil das Volk es nicht wert ist. Trotz alledem finde ich es gerade bemerkenswert, daß Amerika das irakische Volk nicht im Stich lässt, und wenigstens versucht, eine Lösung zu finden. Auch wenn damit der Verlust von Soldaten und eine große finanzielle Bürde verbunden sind. Man fragt sich dabei manchmal, wie es Europa 1944 wohl ergangen wäre, hätten die Amerikaner damals – so wie heute die ganzen Kritiker – auch so lange debattiert, das Kosten-Nutzen-Verhältnis abgewogen, die Risiken in den Vordergrund gestellt und letztendlich nicht über den großen Teich gesetzt, um Europa zu befreien. Dann wär hier aber nicht nur der Kaffee braun, liebe Kritiker! Ich hoffe, dass wenn der Irak eines Tages so befriedet sein wird, diese auch sagen können: noch nie hatten so viele so wenigen so viel zu verdanken.

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