Archiv für Februar 2007

Es war einmal in Israel, da…

Lea S.…war ein junges Mädchen, das vom Kampf um Leben und Tod – wie durch ein Wunder – zu einer strahlend schönen Frau genesen konnte. Klingt wie ein Märchen aus tausend und einer Nacht ? Ist es aber nicht, es ist die knallharte Realität der tausend und einen Selbstmordanschläge, die jedem Israeli seit Beginn der zweiten Intifada allgegenwärtig ist, sei es aus persönlicher Erfahrung oder aus den Abendnachrichten.

Lea Saban, eine damals 18-jährige Israelin, wird 2001 bei einem hinterhältigen Autobombenanschlag mit mehreren, zeitversetzt zündenden Bomben, schwer verletzt. Trotz ihrer schwersten Verbrennungen und ihrer Weigerung, einer Transplantation zuzustimmen, heilen ihre Wunden entgegen aller medizinischer Erwartung. Heute ist sie Fotomodell, studiert dazu noch Architektur und schreibt an ihrer unglaublich klingenden Lebensgeschichte. Ein sehr bewegendes Zeugnis über das schwere Zurückfinden in ein Leben, welches fanatische Extremisten beinahe auslöschten wie so viele andere Leben von Zivilisten zuvor. Nur dass in diesem Fall das Gute letztlich obsiegte. Eben dann doch fast wie in einem Märchen.

Die ganze Geschichte findet sich hier:

http://www.welt.de/politik/article718719/

TV-Tipp: Der Gotteskrieger und seine Frau

TV-TippWer einmal ein Paradebeispiel falsch verstandener Toleranz – im modernen Wohlfahrtsstaat Deutschland – sehen will, der sollte sich heute abend in der ARD um 21.00 Uhr die Dokumentation „Der Gotteskrieger und seine Frau“ anschauen. Zu sehen sein wird die unfassbare story von Doris Glück, die 1987 den „Omar Sharif- kind of guy“ heiratete, der sich später als islamistischer Extremist entpuppen sollte. So langsam öffnen sich ihr die Augen und sie entschließt sich – aufgeweckt von den Ereignissen des 11. Septembers – zur Polizei zu gehen und die Machenschaften ihres (Ex-)Mannes offenzulegen. Trotz dass sie ins Zeugenschutzprogramm des BKA aufgenommen wird, muss sie heute – unter anderer Identität – von Hartz IV leben, während der in zweiter Ehe verheiratete Extremist in Deutschland weiter fröhlich vom Staat alimentiert wird und seinen halbseidenen Aktivitäten ungestört nachgehen kann. Man darf gespannt sein, was die Doku noch alles zu Tage fördert und wie sie dazu Position bezieht.

Eine genauere Zusammenfassung und weitere Hintergründe über diesen Film von Gert Monheim findet sich unter diesem Link: http://www.daserste.de/programm/tvtipp.asp?datum=26%2E02%2E2007 

oder noch ausführlicher (mit Buchliste zum Thema) auch hier: http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,6vse5xraghyd8gnv~cm.asp

Wie unsere Welt ohne Amerika aussehen würde.

A World Without AmericaUnd zwar um einiges ärmer und trostloser. Wie man in diesem Video sehen kann. Und bevor jetzt die Gutmenschen – PazifistenArmeeFraktion (PAF) – und „die UNO-aber-ganz-toll-Finder“ (UNGATOF) Fraktion wieder aufschreit, dass das ja alles eh nur amerikanische Propaganda sei – da sag ich nur: „Hey, guys. Unsettling, isn`t it ? But it`s the truth and you know it. You might just as well accept it.“

Utilitarismus pur ?

Die aktuelle Debatte bezüglich des Vorschlags der Bundes-Familienministerin von der Leyen, die Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren auch im Westen auszubauen, stößt auch auf heftige Kritik seitens der katholischen Kirche. Während in den neuen Bundesländern 40% der Kleinen einen Platz haben, kommt man in den alten Bundesländern lediglich auf dürftige sieben Prozent. Der Augsburger Bischof Mixa kritisiert die Pläne der Familienministerin als frauenfeindlich und nicht optimal für die Kinder, die in den ersten drei Lebensjahren doch besser in der Obhut ihrer Mutter bleiben sollten. Von den evangelischen Landeskirchen erhält von der Leyen Unterstützung. Man muss jedoch ernsthaft fragen, ob unsere Gesellschaft sich nicht zu einem utilitaristischen System entwickelt. Bischof Mixa sieht das jedenfalls auch so! Tatsächlich ist aus psychologischen Studien nachhaltig erwiesen, dass besonders in den ersten drei bis vier Jahren die Beziehung zu den Eltern prägend für die weitere Entwicklung sei. Dem halten – besonders aus der Wirtschaft- viele Leute entgegen, dass ebenfalls Studien ergeben hätten, dass Kinder in Kindergärten durch sogenannte Frühförderung effizienter auf ihre Schullaufbahn und Berufskarriere vorbereitet werden. Man muss sich nur fragen, ob dieser Trend an sich vorteilhaft zu bewerten ist: in den USA beispielsweise werden Kleinkinder zu richtigen Karriere-Maschinen aufgezogen… mit Terminkalendern länger als die Weinachtswunschliste! Sollen die Kinder hierzulande, weil es der internationale Wettbewerb verlangt, ebenfalls ihrer Kindheit beraubt und schon früh von ihren Familien getrennt werden? Zum Wohle des Staates und der Allgemeinheit doch immer? Utilitarismus pur! Die Familie der Zukunft sieht dann wie folgt aus: Papi arbeitet von morgens bis abends, Mami auch und das Einzelkind bereitet sich schon mal mit zwei Jahren darauf vor. Da verfehlt Kinderkriegen in erster Linie wirklich den Sinn von gemeinsamen Leben, Vertrauen und Liebe aufbauen. Mit der neuen Familienpolitik bleibt die Familie auf der Strecke. Und als Christin sollte Frau von der Leyen auch wissen, wie wichtig eine echte, funktionierende Familie als Hort für die Kinder ist. Man muss sich womöglich entscheiden: 100% Karriere und 100% Familie ist wohl kaum zu realisieren…nach dem utilitaristischen Familien-Begriff von Frau von der Leyen klappt es schon. Jedoch für einen hohen Preis!

gt, 25. Februar 07

Hijobs-Botschaft für die Briten

Britischen Geheimdienstinformationen zufolge befinden sich zur Zeit 2000 potentielle Selbstmordattentäter der internationalen Terrororganistaion Al-Kaida im Mutterland des Fussballs. Selbst wenn sich die Hälfte von diesen Fundamentalisten als Enten erweisen und doch keine Lust haben, sich als BSE-freies Hackfleisch (na ja, irgendwie scheint ihr Gehirn ja aber auch von Prionen befallen zu sein!) auf Englands Straßen zum Aufsammeln anzubieten und auf die 72 Jungfrauen verzichten, ist der Zustand dennoch alamierend. Leider kann in diesem Fall die bisher „wirkungsvollste“ Waffe im Antiterrorkampf gar nicht eingesetzt werden: der interreligiöse Dialog, vor dem sich die islamischen Fundamentalisten wie Irans Präsident vor der UNO fürchten.

gt, 25. Februar 07

And the Oscar goes to …

spiegel online: in der Kategorie  „Die wohl dümmste, längste und irreführendste Überschrift der Woche“. Den ganzen „Preisträger“-Artikel samt Überschrift finden Sie hier. Kaum zu glauben, wie eine bare Arbeitshypothese über die Geometrie von sog. Penrose-Parkettierungen (im Volltext) auf so eine unwahre Aussage (in der Überschrift) reduziert werden kann. Was für eine Anbiederung, zumal die Aussagen im Text von einigen Experten angezweifelt werden. Aber mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse, oder eben durch reisserische Überschriften die Leser.

Der Fall Kurnaz

Der Trubel dauert schon jetzt länger als der Bart des Herrn Kurnaz lang ist. Gestern einigte sich der Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages darauf zu untersuchen, ob dem ehemaligen Guantanamo-Häftling Kurnaz von der damaligen rot-grünen Bundesregierung die Rückkehr nach Deutschland verwehrt  und somit einer vorzeitigen Freilassung aus Guantanamo ein Riegel vorgeschoben wurde. In unserem schönen Lande wird Herr Kurnaz als die Opferfigur par excellance, mit staatlich geprüftem Ami-Opfer-Siegel dargestellt. Wer sich die Fakten jedoch etwas näher und nicht so naiv wie die meisten unserer Politiker vor Augen führt, wird schnell zu einem anderen Ergebnis kommen. Fakt ist, dass das Unschuldslamm – der Friedensfürst Kurnaz – kurz nach seiner Hochzeit, kurz nach dem 11.September 2001, nachdem die NATO unter Führung der USA Afghanistan und den Taliban den Krieg erklärte, mit einem one-way Ticket nach Afghanistan flog. Kurnaz vertrat zu dieser Zeit wohl schon fundamentalistisch-islamische Ansichten. Kurz nach der Hochzeit ohne Rückfahrkarte in ein Kriegsgebiet  fliegen? Herr Kurnaz scheint wirklich ein Gourmet in Sachen Hochzeitsreisen (ohne Ehefrau!) zu sein. Vielleicht wollte er sich ja im interkulturellen Dialog zwischen dem Westen und den Taliban dafür einsetzen, dass alles nur ein Missverständnis war und wir (der Westen) mehr Toleranz mit anderen Kulturen zeigen müssten… Ob Herr Kurnaz schon am Krieg partizipiert hat oder nicht: vieles deutet daraufhin, dass er dies zumindest plante bzw. überlegte. Warum beschäftigt sich der Untersuchungsausschuss nicht einmal mit einer anderen Frage: warum wollte selbst Kurnaz` Heimatland, die Türkei ihn nicht haben, als er freigelassen wurde ?

Die Klimabilanz der USA…

scheint doch nicht so schlecht zu sein, wie in Europa immer gerne kolportiert wird. Zumindest wenn man diesem Artikel Glauben schenken will. Ein Nachdenken über transatlantische Klischees und vielleicht doch davon abweichenden Realitäten ist es jedenfalls wert.

Geschmacklosigkeiten im heute-journal

heute journalEs ist wieder einmal unglaublich, wie subtil mittlerweile die anti-israelische und pro-paläestinensische Einstellung der öffentlich-rechtlichen Sender unter das ahnungslose Fernsehpublikum gestreut wird.  So gerade wieder geschehen in einem Beitrag des heute-journals (ZDF) über einen Verkehrs-Polizisten in Ramallah, der beim Regeln des Kreisverkehrs auf dem Löwenplatz im Stadtzentrum lustige Verrenkungen vollführt. Eigentlich als harmloser und an sich lustiger Beitrag mal ein Lichtblick in den sonst alltäglichen Nachrichten von Terror und Gewalt im Nahen Osten. Aber der Kommentar des ZDF zu den Anfangsbildern des Beitrags schlägt dem Faß den Boden aus: da werden fahnenschwenkende Kinder mit den grünen Bandanas der Hamas und der Auflauf zornig dreinblickender islamischer Männermassen mit „Freudentänze“, „Wahleuphorie“ und „ein quirliger Knotenpunkt“ kommentiert, nur um gleich darauf Bilder eines israelischen (!) Bulldozers zu zeigen, der angeblich „mit brutalen Übergriffen“ auf dem Platz aufräumt. Was man tatsächlich sieht, ist, wie ein israelischer Bagger Autos zur Seite räumt (keine Menschen!). Ob man auf der Suche nach Terroristen oder aus Furcht oder Hinweisen auf einen Autobomben-Anschlag dies getan hat: keinen weiteren Kommentar gibt es dazu, keine Erläuterungen der gerade gezeigten Situation! Das einzige, was dem Zuschauer ins Kleinhirn gemeisselt wurde, ist Pälestinenser = friedliche Demonstranten auf einem schönen Platz mit Kindern im Nackensitz ihrer Väter vs. Israelische Soldaten = über Autos und Leichen gehende, brutale „Aufräumer“ unter Ausnutzung technischer Überlegenheit. Wir haben zwar schon immer spekuliert, ob das ZDF nicht von islamischen Militia Leuten gesponsort wird, aber mittlerweile scheint sich diese Vermutung zu manifestieren. Das trifft sich gut, dann kann man den öffentlich-rechtlichen gleich per Gesetz die Einziehung von GEZ-Gebühren verbieten lassen, denn die braucht es bei so potenten Spendern ja offensichtlich nicht mehr…

PS.: Wer will, kann sich selbst eine Meinung bilden und sich den Beitrag anschauen, der ab morgen bestimmt in die Mediathek des ZDF im Internet eingestellt wird. Update: hier ist der Beitrag nun zu sehen, etwa zum letzten Drittel des Videos vorspulen.

Es staubt gewaltig…in der Disco!

DiscoTja, wer hätte das gedacht. Da hat doch eine neue Studie, in Auftrag gegeben von dem Gesundheitsminister der Bayern – Schnappauf himself -, gerade herausgefunden, dass die Feinstaubbelastung in Discotheken extrem hoch ist! Ist es denn die Möglichkeit! Wer denkt denn aber auch an so was, wenn man sich gerade in einem Floor mittlerer Größe befindet, zusammengepfercht mit dutzenden anderen, zappelnden, verschwitzten, rauchenden und Alkohol atmenden Mitmenschen , die man vor lauter künstlichem Nebel kaum sieht ? Jetzt haben wir Deutschen – oder ihr Bayern 😉 – es also amtlich bestätigt bekommen, dass die Bergluft drobn auf der Alm wohl doch besser sein muss als der städtische Kneipen – und Discothekenmief.  Experten vom DKFZ in Heidelberg raten folgerichtig zur Gasmaske für die Angestellten dieser Etablissements. Die resultierende Erster Weltkriegs-Atmospähre würde die Kunden dann allerdings wahrscheinlich in Scharen davonströmen lassen, so dass die Discos bald gleich zumachen könnten. Das Problem hätte sich dann ja somit auch  von selbst gelöst.

Aber wäre irgendwie auch traurig. Nirgends kann man mehr hingehen, nur wegen 1000 Mikrogramm Staub pro Kubikmeter Luft. Als nächstes sind die öffentlichen Schwimmbäder dran: die Luftfeuchtigkeit liegt dort wahrscheinlich schon über dem Grenzwert von 100 ml H2O /Kubikmeter Luft. Und die überfüllten Uni-Hörsäle müssten auch zumachen: eigene Erfahrungen belegen bei geschlossenen Fenstern natürliche Schwefelwasserstoff- und CO2 Konzentrationen weit jenseits des Ertragbaren. Dann bleiben wir eben alle daheim und haben in Zukunft keinen Spass mehr. Damit wir dann alle 120 Jahre alt werden können.


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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