Utilitarismus pur ?

Die aktuelle Debatte bezüglich des Vorschlags der Bundes-Familienministerin von der Leyen, die Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren auch im Westen auszubauen, stößt auch auf heftige Kritik seitens der katholischen Kirche. Während in den neuen Bundesländern 40% der Kleinen einen Platz haben, kommt man in den alten Bundesländern lediglich auf dürftige sieben Prozent. Der Augsburger Bischof Mixa kritisiert die Pläne der Familienministerin als frauenfeindlich und nicht optimal für die Kinder, die in den ersten drei Lebensjahren doch besser in der Obhut ihrer Mutter bleiben sollten. Von den evangelischen Landeskirchen erhält von der Leyen Unterstützung. Man muss jedoch ernsthaft fragen, ob unsere Gesellschaft sich nicht zu einem utilitaristischen System entwickelt. Bischof Mixa sieht das jedenfalls auch so! Tatsächlich ist aus psychologischen Studien nachhaltig erwiesen, dass besonders in den ersten drei bis vier Jahren die Beziehung zu den Eltern prägend für die weitere Entwicklung sei. Dem halten – besonders aus der Wirtschaft- viele Leute entgegen, dass ebenfalls Studien ergeben hätten, dass Kinder in Kindergärten durch sogenannte Frühförderung effizienter auf ihre Schullaufbahn und Berufskarriere vorbereitet werden. Man muss sich nur fragen, ob dieser Trend an sich vorteilhaft zu bewerten ist: in den USA beispielsweise werden Kleinkinder zu richtigen Karriere-Maschinen aufgezogen… mit Terminkalendern länger als die Weinachtswunschliste! Sollen die Kinder hierzulande, weil es der internationale Wettbewerb verlangt, ebenfalls ihrer Kindheit beraubt und schon früh von ihren Familien getrennt werden? Zum Wohle des Staates und der Allgemeinheit doch immer? Utilitarismus pur! Die Familie der Zukunft sieht dann wie folgt aus: Papi arbeitet von morgens bis abends, Mami auch und das Einzelkind bereitet sich schon mal mit zwei Jahren darauf vor. Da verfehlt Kinderkriegen in erster Linie wirklich den Sinn von gemeinsamen Leben, Vertrauen und Liebe aufbauen. Mit der neuen Familienpolitik bleibt die Familie auf der Strecke. Und als Christin sollte Frau von der Leyen auch wissen, wie wichtig eine echte, funktionierende Familie als Hort für die Kinder ist. Man muss sich womöglich entscheiden: 100% Karriere und 100% Familie ist wohl kaum zu realisieren…nach dem utilitaristischen Familien-Begriff von Frau von der Leyen klappt es schon. Jedoch für einen hohen Preis!

gt, 25. Februar 07

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