Archiv für April 2007

Take care of your car!

1. MaiZumindest wenn Sie in oder im Umfeld einer Großstadt wie Berlin, Hamburg oder beispielsweise Bremen wohnen. Denn morgen ist wieder 1. Mai, und die letzten noch freilebenden Vandalen (auch alternativ gern als linke Autonome und Gewaltbereite bezeichnet) werden wieder unsinnigerweise die Straßen der Großstädte unsicher machen und Dutzende von kleinen Gewerbetreibenden um ihre Existenz bringen. Die von der linken Szene als positivistisch umschriebene Straftat „Entglasen“ wird bestimmt auch wieder für sog. „Straßenschlachten“ mit der Polizei sorgen – also: falls Sie zu jung sind, um einen der großen Weltkriege live miterlebt zu haben oder schon stolzer Besitzer eines Combat Tactical Vehicle sein sollten, können Sie sich hier  ihr Quäntchen Adrenalin besorgen – oder Sie parken doch lieber nur einfach woanders.

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Der kranke Mann am Bosporus

Türkei_modSo lautete vor langer Zeit einmal eine der gängigen Bezeichnungen für das vor sich hin darbende Staatsgebilde, das wir in moderner Fassung als den heutigen Staat Türkei kennen. Und die Krankheit ist scheinbar noch nicht ausgeheilt: in den späten Neunzigern Attentate in türkischen Urlaubsgebieten am laufenden Band, dann in den letzten Jahren grausame Übergriffe auf Christen und andere Minderheiten (davon der jüngste und grausamste erst letzte Woche) und nun eine waschechte Staatskrise mit Anzeichen von Re-Islamisierung und gleichzeitiger Kampf dagegen, inklusive Drohung mit Militärputsch. Um letzteren Konflikt zu verstehen, muss man wissen, dass in kaum einem anderen Staat die Trennung von weltlichem (staatlichem) und religiösem Machtanspruch so rigoros durchexerziert wurde wie in der durch Staatsgründer Atatürk modernisierten Türkei. Von den religiösen Machthabern und Gefolgsleuten ist er dafür auf ewig verhasst, von anderen wird er fast mythisch vergöttert. Dieses Schisma zieht sich folglich schon seit Jahrzehnten durch alle Bereiche der Gesellschaft, und wird durch die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen (Stichwort: Ostanatolien), zwischen städtischen und ländlichen oder gar fast unzugänglichen Gebieten nur noch vergrössert. So kommt es, dass sich diese Konflikte wohl zwangsläufig von Zeit zu Zeit entladen, zumal das Militär in der türkischen Gesellschaft immer noch eine herausgehobene Stellung einnimmt und autoritäre Züge des Staatswesens immer noch nicht vollständig beseitigt sind. Wenn die Türkei es in Zukunft nicht schaffen sollte, dieses innenpolitische Fieber nachhaltig zu senken, sieht es um eine eventuelle zukünftige EU-Mitgliedschaft schlechter bestellt aus denn je.

Schutz vor Terror = Schiebung!

n-tv

So weit sind wir also schon gesunken. Da haben die Sicherheitsbehörden offenbar konkrete Hinweise auf einen bevorstehenden Terroranschlag in Deutschland, und alles was Ihnen einfällt, ist uns zu sagen, daß sie auf bestem Wege sind diese Tat zu  – Zitat – „aufzuschieben“ ? Na, da bin ich ja aber beruhigt. Fliegt man halt erst eben nächste Woche in die Luft statt in dieser, was solls – Hauptsache, wir leisten uns einen von Steuerngeldern mitgetragenen, sündhaft teuren Sicherheitsapparat, damit ein Innenminister weiterhin seine ping-Werte beim Online-Computer-Ausspähen verbessern kann. Die Jurisprudenz-Freunde unter uns würden ja in so einem Fall von aufschiebender Wirkung sprechen. Ach, und wo wir schon dabei sind, kann man für die Termin-Verschiebung des Anschlages eigentlich konkrete Wünsche einreichen ? Also mir z.B. käme der 5. August, der 7. September und die Zeit um Weihnachten herum für so eine doch eher unappetitliche Aktion eigentlich äußerst ungelegen – nehmt also bitte Rücksicht auf die Terminwünsche eurer Bürger, liebe Sicherheitsorgane – wenn ihr schon zugebt, dass ihr nix verhindern wollt oder könnt.  (hier zum Nachlesen: http://www.n-tv.de/796490.html)

Rückhaltlose Aufklärung…

im Fall des von der RAF vor 30 Jahren ermordeten Generalbundesanwaltes Buback fordern sie heute alle, die Politikerstimmen, die einem aus Radio und Fernsehnachrichten nur so entgegenschallen. Ist doch komisch oder ? Warum fordern sie es eigentlich noch, wer sollte denn ernsthaft etwas gegen eine Aufklärung haben ? Fordern tut man doch nur, wenn da jemand ist, der den Forderungen entgegensteht oder der bisher nichts getan hat, so dass Forderungen überhaupt erst entstehen. Hat die deutsche Justiz sich etwa in den letzten dreißig Jahren nicht um den Fall gekümmert, nicht wenigstens versucht, alles aufzuklären, was sie konnte ? Die Antwort ist: ja, natürlich hat sie es – das einzige, was einer „rückhaltlosen“ Aufklärung im Wege stand und steht, sind diese verd*** Betonköpfe der linken Terroristenbrut, die ihre damals begangenen Fehler nicht einsehen wollen oder können, sich dann aber nicht zu schade sind, beim Bundespräsidenten um Gnade zu winseln. Es ist meiner Meinung nach völlig unerheblich, wer damals geschossen hat, wer gefahren ist und wer auch nur bei der kaltblütig durchgezogenen Aktion Schmiere gestanden hat: alle RAF-Terroristen waren sich sehr wohl im Klaren, was sie da taten und welche Konsequenzen das hatte. Ohne den einen hätte der andere nichts ausführen können, daher gilt hier ganz klar: mitgefangen – mitgehangen! Von daher ist diese Debatte um den eigentlichen Schützen eine Schein – oder Verdrängungsdebatte, die das wahre Grauen und die Folgen dieser Taten für die Angehörigen leider immer mehr in den Hintergrund treten lässt. Deshalb ist auch deren ablehnende Haltung zu dem Gnadengesuch des noch einsitzenden Christian Klar mehr als verständlich. Schönfärberei und juristisches Ausziselieren der Tatumstände machen keinen der Menschen, die dem Wahnsinn einer akademisch überhöhten Terrorbande zum Opfer fielen, wieder lebendig und ein Zugewinn für unser Freiheitsverständnis ist damit auch nicht verbunden. Auch wenn nun einige der Vögel scheinbar zum Singen aufgelegt sind, und auch wenn man nun  mit Erstaunen feststellen sollte, dass ein Todesfahrer länger sitzen muss als ein Todesschütze – so what ? Unschuldslämmer sind es alle keine und den Wisniewski wird man leider nur schwer wieder hinter Gitter bringen können. Klar soll seine rechtmäßige Strafe absitzen, dann meinetwegen in Guatemala ein zweites Leben als Manjokbauer beginnen – und ich muss ihm dann wenigstens nicht irgendwann mal hier über den Weg laufen…

Die perfekte Welle… ?

LewisDa muss also erst ein 90-jähriger Wissenschaftler daherkommen, um uns allen die Augen zu öffnen. Bernard Lewis, ein 90 Jahre(!) alter britischer Historiker und Islamwissenschaftler, schreibt mit solch einer Klarheit, Prägnanz und Brillianz heute einen Artikel in der Online-Ausgabe der Welt, dass man fast baff ist vor Erstaunen. Trotz des vielleicht zunächst etwas provokanten Titels „Die dritte Angriffswelle auf Europa rollt“ verbirgt sich dahinter ein kleiner, logisch strukturierter Essay, wie man ihn in deutschen Medien schon lange nicht mehr zu lesen bekommen konnte. Unbedingte Leseempfehlung, hier klicken !

Rechtliche Gleichstellung des Islam

Der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM) fordert eine rechtliche Gleichstellung des Islam mit anderen Religionen in Deutschland. Dies sei, so Generalsekretär Aiman Mazynek, notwendig, um flächendeckend Islam-Unterricht anzubieten. Hier wird wieder eindrucksvoll gezeigt, wie die Schachfiguren für die weitere Islamisierung auf rechtlich, demokratischem Wege in Stellung gebracht werden. Wir sagen Ja zur Gleichstellung aller Religionen, basierend auf der Gleichheit aller Menschen. Wir sagen aber entschieden Nein zur Gleichstellung einer Verstehensweise des Islam, der andere Religionen und ihre Gläubigen von Grund auf als ungleich und minderwertig ansieht. Keine Toleranz der Intoleranz! Sollte dem Bestreben, auch zu flächendeckendem Islam-Unterricht, stattgegeben werden, beweist Deutschland einmal mehr, dass es sich quasi seinen eigenen Sarg zimmert. Viele Aussagen des Islam sind unvereinbar mit den christlich-westlichen Wertvorstellungen von Toleranz und (Meinungs-) Freiheit und somit wahrlich keine Bereicherung in Sachen Humanität. Allein die demographische Zunahme von muslimischen Mitbürgern wird in Zukunft und auch schon jetzt zum Hauptargument für die Gleichstellung des Islam auf allen Ebenen werden. Wenn Muslime irgendwann dann eine fast homogene, ernstzunehmende Gesellschaftsschicht bilden sollten, dann erst wird man sehen, wie sie es um die Gleichstellung der Religionen wirklich bestimmt ist.

gt, 14. April 07

Film-Review: 300

300Trotz aller Kontroversen um diesen Film, der die Gemüter einiger zartbesaiteter Iraner im Moment so sehr erregt, eines vorneweg: ja, er ist historisch und ja, er hat eine Botschaft und nein, er hat nichts mit Nazi-Kult zu tun.  Als Adaptation eines Frank Miller Comics hat Regisseur Zack Snyder mit diesem Film ein wahres Meisterwerk geschaffen, dass schon bald Kultstatus erlangen könnte, ähnlich dem brutalen film noir-Epos Sin City. Die historische Vorlage für diesen Film (und den Comic) bot sich in der von dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot überlieferten Schlacht am Thermopylenpass im Jahre 480 v. Chr. Dort sollen der Überlieferung nach 300 Spartiaten (die besten Krieger der Stadt Sparta) einer Übermacht der in Griechenland einfallenden Perser unter Führung von Xerxes I. drei Tage lang standgehalten haben, ehe sie schließlich (durch einen Verrat begünstigt) besiegt wurden. Dieser Aufschub verschaffte vermutlich den zunächst uneinigen Heeren der verschiedenen griechischen Polis die Möglichkeit, sich zu sammeln und die Perser später zurückzuschlagen. Nun, zunächst einmal ist der Film visuell ein Leckerbissen, zumindest für den, der sich von dem für Frank Miller Comics obligatorischen Spritzen des Leinwand-Blutes nicht gleich abschrecken lässt: ganz in ocker- und sandfarbenen sowie dunklen Tönen coloriert, bieten sich die Kämpfe auf dem Schlachtfeld in so noch nicht gesehenen Superzeitlupen-Fahrten und Zeitraffer-Effekten dar. Die Stunts sind erstaunlich gut choreographiert und werden in ihrer Ausführlichkeit geradezu episch zelebriert und überhöht dargestellt, das Ganze begleitet von furiosen Metal- bzw. Choralkompositionen. Inhaltlich wird vielleicht in der Breite nicht viel geboten, wie in manchen Kritiken zu lesen, wird doch neben dem Schlachtgetümmel  lediglich ein zweiter Subplot um die Frau des Königs und Anführers Leonidas aufgemacht. Dennoch ist das auch so gewollt, denn schließlich soll die Betonung auf der Verteidigung der Freiheit Spartas und seiner Bewohner liegen, was auch in den voller Pathos strotzenden Dialogen zum Ausdruck kommt. Leider ist hier die deutsche Synchronisation mal wieder mangelhaft, weshalb einige Aussagen fast ins Lächerliche abgleiten. Auch ein großer Kritikpunkt ist die Monsterdichte, die mit mutantenartigen Buckligen, Henkern mit Krebsscheren-Armen und mammutgroßen Elefanten wohl schon fast an die Herr-der-Ringe Trilogie herankommt. Ansonsten aber sollte man den Film aber vielleicht schon ein bisschen ernster nehmen als die vielen, die sagen: Na ja, ist halt ne` Comic-Verfilmung und maßlos übertrieben, aber eigentlich bedeutungslos. Immerhin zeigt der Film, dass die Zeit damals trotz der Erfindung der griechischen Philosophie und Demokratie kein Zuckerschlecken war, es wurde auf beiden Seiten ums Überleben gekämpft. Soweit es eben ging, wurden im Film minutiös auch historische Bezüge detailgerecht eingebaut, so ist z.B. auf den Schilden aller Spartiaten ein V-förmiges Lambda (für Lakedaimonier) eingraviert. Daher ist auch der Vorwurf, der Film bediene einen faschistoiden Männlichkeits- und Kriegerkult, mehr als lächerlich: den Spartiaten ging es um die Verteidigung ihrer Freiheit, ihrer Familien und ihres `way of life`, eben das, was sie kannten und ihnen wert war, vor einem übermächtigen und ihr Land plündernden Feind. Dafür waren sie eben bereit, eher in den Tod zu gehen, als sich dem fremden und grausamen Herrscher Xerxes zu unterwerfen. Dass diese Überlieferungen natürlich patriotisch gefärbt sind und wir leider nur wenig Genaues über diese Zeit wissen, tut der Grundaussage des Films aber keinen Abbruch. Denn eines wissen wir mit Sicherheit: das Griechenland eine der Wiegen unserer modernen Zivilisation ist, und das wohl nicht zu Unrecht!


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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