Good news and bad news

Statistiken

Gefunden auf „heute.de“ bei den aktuellen Nachrichten des ZDF im Internet. Was sofort ins Auge springt, ist nicht nur die tragikomische Positionierung der zwei Statistiken über Tiefs und Hochs genau untereinander, sondern auch der ebenso überraschend erfreuliche Inhalt der einen wie der ebenso besorgniserregende Inhalt der anderen Meldung. Während der Trend bei den Arbeitslosenzahlen für viele wohl eher unerwartet gut ausfällt, ist der Trend bei den HIV-Neuinfektionen nun ja schon wirklich seit einigen Jahren wieder ansteigend und man fragt sich, wieso ist dem so ? Abgesehen von erfassungstechnisch bedingten Neudiagnosen von HIV scheint doch ein klarer Trend erkennbar, dass viele Menschen in Europa die Gefahren von AIDS nicht mehr ernst genug zu nehmen scheinen. Irgendwie ist nach den riesigen Aufklärungskampagnen der frühen Neunzigern (an Schulen bspw.) nun dieses Thema aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden, abgelöst durch die viel irrationalere Sorge um die Gesundheit bei den Themen BSE, Vogelgrippe usw… Die Angst vor gesellschaftlich-landwirtschaftspolitisch verursachten Krankheitsherden, also den klassischen (Tier-)Seuchen und Epidemien, hat eher zugenommen, während die Sorge um den individuell verantwortlichen Umgang im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten und damit assoziierten Ansteckungsformen eher in den Hintergrund getreten zu sein scheint.  Mit anderen Worten: vielleicht ist ein Teil des Problems, dass sich mit HIV keine so grosses Medieninteresse und Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit mehr erzeugen lässt wie mit Unmengen an gekeulten Rindern und Hühnern, abgesperrten Bauernhöfen, Gammelfleischbergen und pandemischen Endzeitvisionen von Virus-verseuchten Zugvögeln. Nicht um die Gefahren dieser oft menschengemachten, schlimmen Zustände herunterzuspielen, sei aber dennoch auf einen wichtigen Unterschied verwiesen: die einen Krankheiten können eigentlich nur durch eine Verbesserung der Gesamtverhältnisse in der Landwirtschaft und meist nur von Experten eingedämmt werden, während es bei HIV oft in unserer eigenen Verantwortung liegt, wie wir das Risiko einschätzen. Und leider schätzen wir oft das Risiko, dem wir machtlos gegenüberstehen (wenn wir nicht gerade eine Hühnerfarm besitzen), grösser ein als das, was wir selbst tun können, um uns zu schützen. Die Impfmüdigkeit in Deutschland ist ein weiteres Beispiel, das leider genau dasselbe Trendverhalten zeigt wie bei HIV.

0 Responses to “Good news and bad news”



  1. Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

Blog-Visitors since Feb. 07

  • 41,220 hits

Kalender

Mai 2007
M D M D F S S
« Apr   Jun »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Top Clicks

  • Keine

Clustr


%d Bloggern gefällt das: