Umfassende Toleranz muss her, sonst…!

MoscheeBischof Huber, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), hat heute anläßlich des Kirchentages Kritik an der Dominanz muslimischer Männer in der Moschee geübt, und wurde dafür auch gleich  – wie zu erwarten war – heftig gleich von zwei Seiten, nämlich von dem Koordinierungsrat der Muslime (KRM) und dem DITIB, angegangen. „Der Text spreche die Sprache der Abgrenzung“ und „verstärke die Islamophobie„, so Axel Ayyub Köhler vom KRM. Da ist es wieder, das I-Wort! Jeder (und der Bischof ist ja nicht gerade irgendwer), der das islamische Leben in Deutschland kritisch beobachtet und sich traut, Kritik zu üben, wird so mit diesem Schlagwort von der Islamphobie gleich mundtot gemacht – anstatt dass die Herren dieser Dachverbände mal über die Kritik nachdenken und in sich gehen würden – oder einfach mal wieder in die nächste Moschee um die Ecke gehen, dort können sie die feinsäuberliche Trennung von Männlein und Weiblein bestens beobachten. Ok, Einsicht kann man an der Stelle nicht erwarten – der Prophet hat`s schließlich vorgemacht! Aber die nächste Aussage von Köhler ist eine Anmaßung sondergleichen: „In dieser Form kann die Handreichung von muslimischer Seite nicht akzeptiert werden“ und “ Einer umfassenden Toleranz steht in Deutschland eine Mentalität entgegen, nichtchristliche Religionsgemeinschaften nicht als gleichwertig zu akzeptieren“. Die altbekannte Opferrolle des Islams also mal wieder, egal was wir tun, Schuld hat immer das Christentum, der Islam ist so rein und unschuldig wie ein Babypopo! Lieber Herr Köhler, müsste man ihm da mal klipp und klar sagen, Ihre Handreichung ist uns sowas von egal wie wenn in China ein Sack Reis umfällt… entweder Sie lassen sich auch mal Kritik gefallen, oder Sie sind es eben nicht wert, dass man sich mit Ihnen überhaupt noch beschäftigt und Sie ernstnimmt…vielleicht war es ein Fehler, Sie überhaupt jemals ernst genommen zu haben!

6 Responses to “Umfassende Toleranz muss her, sonst…!”


  1. 1 theolounge Juni 9, 2007 um 11:33 am

    Hmmm, so unrecht mag Herr Köhler da aber nicht haben. Dem Islam wird viel angedichtet, aber soviel weiß man eigentlich gar nicht über ihn.
    >> http://www.zeit.de/2007/17/B-Islam

  2. 2 nseaprotector Juni 9, 2007 um 5:36 pm

    Na ja, ich glaube ich kann schon von mir jedenfalls – ohne dass das jetzt überheblich rüberkommen soll – behaupten, etwas Ahnung vom Islam zu haben, nicht nur aus der persönlichen Beschäftigung mit dem Thema, sondern auch aus individuellen Erfahrungen. Die mögen zwar nicht repräsentativ sein, aber sie geben schon ein Stimmungsbild ab, und das muss ja auch nicht unbedingt falsch sein. Und den „Islam“ als solches gibt es ja auch nicht, aber es sind die Menschen, die in seinem Namen handeln. Und die Opfer von 9/11 bis Beslan, Madrid, London, Djerba und Bali (schon komisch, dass allein die Erwähnung der Städte reicht, damit jeder weiss was gemeint ist, nicht?) würden sicherlich was dagegen haben, als Opfer einer „Dichtung“ bezeichnet zu werden ?! Und was anderes sind diese feigen Taten als die real existierenden Ausprägungen einer Religion, die sich als angeblich als „friedlich“ umschreibt ?

  3. 3 theolounge Juni 9, 2007 um 8:21 pm

    Hmmm, ich denke, es ist weniger die Religion an sich, sondern Trittbrettfahrer, also Extremisten, die eine Religion für ihre Zwecke instrumentalisieren.
    Das Problem dabei ist, dass man dann schnell alle Angehörigen einer religiösen Gruppierung in einen Kasten steckt und somit dann regelrecht Feindbilder schürt. Das ist aber recht gefährlich. Das hatten wir in Deutschland ja schon um 1930 herum, damals mit den Juden.
    Ich selber war mal mit Rucksack in der Türkei unterwegs. Wir kamen zwar damals nicht über den Glauben ins Gespräch, aber vor der Art her waren die Menschen ungeheuer freundlich und angenehm. Das wäre eben eine gegenteilige Erfahrung zu Deiner.
    Ich glaub einfach, dass man generell lieber mehr das Positive betonen sollte, um dann das Negative auch ansprechen zu können. Sonst ist man schnell auf Konfrontationskurs.

    http://www.ekd.de/kirchentag/hannover_2005/070607_huber_dekt_religionsfreiheit.html

    Das Christentum ist gemäß diesem Artikel auch nicht immer im Recht, hat in seiner Geschichte ebenfalls das ein oder andere Ungute getan.
    Es will als theologischen Dialog Differenzen ansprechen. Aber man muss halt aufpassen, das behutsam zu tun und niemandem vor den Kopf zu stoßen.

  4. 4 nseaprotector Juni 10, 2007 um 11:47 am

    Ich stimme ja insoweit zu, als dass es meist die Extremen einer Religion sind, die man (leider) dann in den Hauptnachrichten sieht. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied, z.B. zwischen dem Christentum und dem Islam: bei uns sind die, die wirklich ernsthaft die Botschaft Jesu und die Nächstenliebe befolgen, die „good guys“, und im Islam sind die „good guys“ meistens genau andersherum die eher Säkularen, also die die nicht fanatisch sich an die Gebote Mohammeds halten. Jedenfalls ist das meine Erfahrung, ich kenne da auch ganz viele offenherzige, aber halt eher säkulare, Türken z.B. …Das würde sich glaube ich z.B. mit deinen geschilderten Erlebnissen in der Türkei decken.
    Den Vergleich mit der Nazi-Zeit halte ich dennoch für unzulässig und möchte dies mal hier weit von mir weisen: die Lehre aus unserer Geschichte sollte doch nicht sein, nie wieder Krieg um keinen Preis und Frieden um jeden Preis (das ist es ja genau, was Totalitarismus auszeichnet, das Fehlen jeglicher Kontroversen, die verordnete Grabesstille der Meinungen = Frieden), sondern gerade die Freiheit ist es wert, dass man sie verteidigt und um sie kämpft. Ich bin der festen Überzeugung, dass hier viele Leute die falschen Lehren aus der dt. Geschichte gezogen haben, und sich lieber duckmäuserisch unter den Mantel eines verordneten Denkschemas begeben, als aufrichtig und notfalls um den Preis des „totalen Friedens“ für die Werte der Freiheit und Menschlichkeit einstehen.
    Wenn nun diese Werte unter den zunehmenden Beschuss einer Ideologie gelangen, sei es nun eine Pseudo-Kirche wie Scientology, sei es eine Denkweise, die unter Bezugnahme auf den Islam unsere freiheitliche Grundordnung unterhöhlt, sei es linker oder rechter Terror, dann ist es richtig und human, dagegen aufzustehen.
    Dafür muss man erst erkennen, dass das totale Toleranzdenken eine der Hauptschwächen der Demokratie ist – genau deswegen wurde unsere Demokratie nach 49` ausdrücklich als wehrhafte ausgelegt (s. Art. 21 GG u.a.). Dennoch wird genau diese Lücke immer wieder ausgenutzt, und lass Dir gesagt sein, es sind in der Mehrzahl weder Hindus, noch Juden und auch nicht Christen, die dieses Einfallstor ausnutzen.
    Zum Thema Christentum: Ja natürlich hat auch das Christentum – oder besser gesagt die Kirche eine teilweise blutige Geschichte hinter sich – so what? Erstens wie gesagt, war diese Form der Gewalt oft institutionell begründet, und (Kirchen)Macht hat halt die Leute korrumpiert wie es jede andere Form -weltlicher- Macht auch in sich trägt. Zweitens ist das eine lange vergangene Geschichte, man kann ruhigen Gewissens sagen, die Leute waren damals noch nicht so weit, Gewalt war z.B. im Mittelalter an der Tagesordnung – überhaupt kein Vergleich mit westlich aufgewachsenen islam. Dschihadis. Und drittens – man kann selbstbewusst sagen, dass diese Gewalt nirgendswo in der christl. Religion legitimiert ist – ganz im Gg.teil! Es sei an dieser Stelle zum Vergleich nur mal daran erinnert, dass Mohammed als einziger der Religionsstifter Feldherr und Eroberer war, sowie Nachkommen zeugte! Men Fazit also:
    Wir Christen können nur auf die Liebe und Gnade Gottes zur Vergebung unserer Sünden hoffen, es gibt bei uns keine Werkgerechtigkeit! Aber wir können dazu beitragen, dass diese Welt unseren Nachkommen in Freiheit erhalten bleibt, sei der Preis dafür auch, sich bei gedanklichen und/oder physischen Unterdrückern unbeliebt zu machen. Wenn sich diese „vor den Kopf gestoßen fühlen“, dann soll es mir nur recht sein. Alle anderen sind herzlich eingeladen, zu diskutieren und am demokratischen Prozess teilzunehmen.

  5. 5 theolounge Juni 10, 2007 um 12:43 pm

    Hallo, muss mich kurz halten, mitten im Examen.

    Toleranzgedanken verbal verteidigen: ja.
    Anderen auf den Schips treten: vermeiden, weil man dadurch den og. Gedanken nur schlecht vermitteln kann.

    Zum „Dritten Reich“:
    Toleranz natürlich verteidigen.
    Aber wir sollten bitte nicht die Muslime nun stigmatisieren. Das erschwert nur den Verständigungsprozeß und entspricht wohl auch nicht der Wirklichkeit.

    Es gibt überall solche und solche Menschen: differenzierte und undifferenzierte (Bildleser zb).

    Also: Menschenrechte verteidigen: ja, klar.
    Aber diplomatisch. Sonst erreicht man ohnehin nichts, außer Konfrontationskurs.
    So war sicher auch die Aussage des Bundespräsidenten gemeint, der laut Deinem Artikel den Bedenken auf muslimischer Seite verständnisvoll begegnet ist.

    Mohammed als Kriegsherr ursprünglich….ja.
    Aber heute geht es um was anderes. Das wird eher nur in radikaleren Kreisen thematisiert, denke ich.

  6. 6 nseaprotector Juni 11, 2007 um 10:14 pm

    na ja, ich glaube mit der Diplomatie treiben wir es in Deutschland eh viel zu weit, aber gut…da haben wir einfach zu unterschiedliche Erfahrungen wahrscheinlich, so hat halt jeder seine spez. Sicht auf die Dinge…wie gesagt, stigmatisiert soll hier auch keiner werden, Menschen haben immer die Möglichkeit sich zu entscheiden, Gutes oder Schlechtes zu tun! Dennoch muss es möglich sein, ideologiekritisch sein zu dürfen… Religion ist wie jedes andere sujet da nicht „untouchable“!
    Übrigens kam in meinem Artikel der Bundespräsident gar nicht vor ( *g*). Köhler ist auch der Name des Vorsitzenden des KRM, auf den habe ich mich bezogen. Also immer schön den Axel Ayyub von unserem Horst auseinanderhalten🙂
    Ansonsten noch viel Glück fürs Examen weiterhin…ich kann den Stress gut nachvollziehen…


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