Blutrache

dscf0229.jpgDienstagabend wurde auf ARD um 22:45 der Dokumentarfilm „Im Schatten der Blutrache“ ausgestrahlt.Im Jahr 2002 stirbt in Bielefeld ein Kurde auf offener Straße durch 22 Schüsse. Er wurde Opfer der Blutrache, die unter zwei verfeindeten Familien ausgetragen wird. Ein Fernsehteam begleitete die Familie und den Täter zwei Jahre lang nach der Tat. Auslöser des Familienkriegs war die anhaltende Gewalt des Ehemanns und späteren Opfer gegen seine Ehefrau, die er zwanzig Jahre körperlich und geistig traktierte. Gewalt gegen Frauen ist eines der größten Probleme in arabisch, persisch türkisch und kurdischen Gesellschaften. Kein Wunder, wenn den Herren der Schöpfung von Geburt an zu Hause und in der Koranschule beigebracht wird, dass sie der Frau übergeordnet sind und sie notfalls sogar, laut Koran, körperlich züchtigen dürfen. Leben diese Testosteron-Gesteuerten, männlichen Grobiane mit westlich, aufgeklärten Frauen (arabisch, türkischen usw. Ursprungs) zusammen, stoßen zwei Weltanschauungen zusammen, die nicht miteinander korrespondieren können. Trennen sich die Frauen von ihren Männern wird ihnen meist solange nach dem Leben getrachtet bis sie sterben und die „Familienehre“ wiederhergestellt ist oder: der gewalttätige Ehemann wird von der anderen Familie mal schnell ins Paradies befördert. Mit Ehre hat das freilich alles nichts zu tun, sondern mit einer psychisch gestörten Männerwelt, die jedem Mann klarmacht, dass er kein Mann sei, wenn er sich nicht über seine Frau erhebt und ebenfalls ein Schwächling sei, wenn er Kritik nicht mit Gewalt entgegnet. Die Ursachen für dieses Männer-Sippen-Denken ist tief in einer Kultur verankert, die alttestamentliche Züge trägt, als das Sippen-Denken das Überleben der Gemeinschaft sicherte. Die Männerwelt steht in dieser Kultur von Anfang an ihres Lebens unter dem nicht zu tragenden Joch, über alles allein die Kontrolle haben zu müssen und  nie Schwäche zeigen zu dürfen oder Kompromisse mit der Ehefrau zu machen. Soviel Verantwortung uns psychische Selbstzüchtigung und Unterdrückung der eigenen Gefühle führt zu Gewaltherrschaft. Das haben wir schon an vielen diktatorischen Staatssystemen miterleben dürfen. Was wir aber auch erleben durften ist, dass sich die Unterdrückten irgendwann erheben und das Böse austilgte.

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