Archiv für September 2007

Der Witz des Tages…

Witz…kommt von den Kasper-Abgeordneten im Iran bzw. aus einer Meldung von spiegel.online, dem halboffiziellen Sprachrohr für US-Bashing, und ist leider keiner.  Siehe hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,508704,00.html . Warum nur hab ich den bösen Verdacht, dass die linke Meinungsmehrheit in Deutschland das wohl ähnlich sehen würde wie die iranischen Abgeordneten…

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Shoot `Em Down: Eine bizarre Debatte

AKWNun, die kleine Anspielung auf den aktuellen Actionfilm aus dem Hause der Warners „Shoot `Em Up“ (btw: superber Streifen über Wut und Moral) konnten wir uns nicht verkneifen, aber im Grunde geht es hier um ein todernstes Thema: Ein voll besetztes Passagierflugzeug wird in der Luft von Terroristen gekapert und die Piloten werden gezwungen, den Kurs zu ändern. Sie sind nun, angenommen, Bundesverteidigungsminister und versuchen zunächst, die Lage zu sondieren und Kontakt mit dem entführten Flugzeug aufzunehmen. Vergebens. Dann teilt ihnen einer ihrer Stabs-Mitarbeiter mit, dass das Flugzeug sich klar im Sink-und Zielanflug auf ein großes deutsches Atomkraftwerk befinde, offensichtlich um einen Anschlag von verheerender Wirkung auszuführen. Bei gegenwärtigem Kurs und Geschwindigkeit, so teilt Ihnen die Alarmrotte der Bundeswehr mit, habe man noch exakt 2 Minuten, bis das Flugzeug sein Ziel erreicht. Verfluchte Situation: Sie müssen entscheiden, und Sie müssen schnell entscheiden – Abschuss oder nicht ?

Dies ist exakt das Szenario, welches uns Verteidigungsminister Jung letzte Woche vor Augen geführt hat, und mit dem er eine bizarre Debatte – einmal mehr – losgetreten hat. Die einzig menschlich, ethisch und gefühlsmäßig richtige Handlungsweise kann doch eigentlich nur lauten: Abschuss. Denn die Zivilisten im Flugzeug sind dem Tod geweiht, in dem einen Fall eben nur die Passagiere und in dem anderen Fall die Passagiere und evt. Tausende Menschen mehr. Selbst wenn die Passagiere – wie bei Flug 93 am 11. September – gegen die Terroristen vorgehen, ist ein Absturz höchstwahrscheinlich vorprogrammiert. Es ist eigentlich nicht mehr nur die Frage: geht der Wert einzelnen Lebens vor, vor dem Wert des Lebens der Gemeinschaft? Es ist vielmehr eine Abwandlung eines klassischen spieltheoretischen Dilemmas, bei dem sie zwar aktiv über den Ausgang entscheiden, aber der Ausgang keine positive Option offenlässt. Warum ist es so schwer, so eine fundamentale Frage für das Überleben einer demokratisch verfassten Gesellschaft ein für allemal rechtlich zu klären, anstatt sich in Umgehungs-Konstrukten wie Befehlsverweigerung, unklarer Rechtslage usw. zu ergehen? Und der Fall, den wir konstruiert haben, war ja noch die einfache Variante. Die Realität ist ja wesentlich komplexer, z.B. haben Sie vielleicht keinen genauen Überblick über die Situation, oder die Absichten des Flugzeugs sind unklar, die Entführer lenken mit Forderungen ab, verschiedene Ziele liegen in Reichweite oder, oder, oder…

Nur die Ausrede: „Weil die Realität kompliziert ist, machen wir kein Gesetz oder keinen Lösungsvorschlag„, zieht nicht! Es ist nicht verantwortbar, eine Entscheidung von dieser Tragweite der alleinigen Verantwortung und der Tagesform des dann gerade aktuellen Ministers zu überlassen. Es ist schlicht Feigheit, eine solche Entscheidung, die gewiss immer mit schwerem Herzen getroffen wird, nicht gesetzgeberisch abzusichern. Gesetzentwürfe für den Abschuss von Flugzeugen, vollgepackt mit Nur-Terroristen, wie gerade vorgeschlagen, sind realitätsfern und bestimmt nicht hilfreich dabei (im Gegenteil, sie müssten doch selbstverständlich sein, oder?). Also bitte, liebe Herren Politiker, macht Eure Hausaufgaben!

Die CSU mit Frau Pauli: Ehe auf Zeit

Kaum vorstellbar, aber wahr: Wenn es nach der CSU-Abgeordneten Pauli gehen würde, sollen Ehen in Zukunft nach sieben Jahren automatisch auslaufen. Das würde eine Menge Scheidungskosten sparen. Paulis Vorschlag hat zwei Seiten. Zum einem ist der Entwurf eine Bankrotterklärung an die Familie, die die wichtigste Zelle der Gesellschaft ist. Zum anderen drückt der Vorstoß leider eine bittere Wahrheit aus: Angesichts der hohen Scheidungsraten nach wenigen Ehejahren, hat die Ehe bei vielen Menschen wirklich stark an Wert eingebüsst… und soll nun obendrein noch degradiert und weiter entwertet werden. Nur sollten wir vorsichtig sein, diese katastrophalen Umstände staatlich und rechtlich zu fördern und somit für die Leute auch noch schmackhaft zu machen, ja sogar als legitim, richtig und moralisch „unbedenklich“ zu postulieren. Mit Paulis Idee kommt zum Ausdruck, dass die Ehe als Lebensabschnitts-Beziehung – was leider der Realität entspricht – mit einer Frist von sieben Jahren wirklich viel Geld in die Kassen aller bringen würde. Die „Scheidungsrate“ dürfte dann noch um einiges hochgehen. Das „Schönste“ dabei ist doch, dass es ja offiziell keine Scheidungen mehr sind, sondern es sich um eine ganz legitime Sache handeln würde: Der Dreck wird ganz klassisch unter den Teppich gekehrt. Wie sehr Kinder von geschiedenen Ehepaaren psychisch leiden, ist wissenschaftlich belegt. Viel mehr noch: Ihnen wird womöglich der Wert einer Ehe, die aus Treue und gemeinsamen Durchhaltevermögen aus Liebe zueinander besteht, komplett verwehrt. Wenn es in Sachen Familie (ein Kind, gar kein Kind, Abtreibungen, Scheidungen ohne Ende usw.) so weitergeht, vergiften wir unsere nachkommenden Generationen mit unserer Familienmoral derart, dass sie selbst unfähig sein werden bzw. es äußerst schwer haben werden diese Werte  neu zu entdecken. Aber vielleicht müssen wir unsere unmoralische und gottlose Familienethik erst wieder auf die  Spitze treiben, dass es zur Rückbesinnung kommen kann.  Es ist vielleicht nicht mehr weit hin, dass demnächst Vorschläge kommen, dass Eltern sich in Zukunft nur noch die ersten Jahre um ihre eigenen Kinder kümmern müssen, um sie dann in staatliche Heime abzuschieben; damit spart man ja schließlich auch das Kindergeld.

Der Herr Terrorist von nebenan

Was bleibt eigentlich nun an Erkenntnissen von den vorgestrigen Festnahmen der islamischen Terroristen ? Und welche Lehren sind daraus für die Zukunft zu ziehen ?

Punkt 1: Ich denke, die Diskussion geht in Deutschland hier in eine falsche Richtung. Wer sich in den letzten Jahren einmal ein bisschen mit dem Thema Islam, Radikalisierung usw… beschäftigt hätte, für den kann die Tatsache, dass die neue „Generation“ von Terroristen nun aus Konvertiten und scheinbar friedlich koexistierenden Mitbürgern besteht, eigentlich keine Überraschung gewesen sein. Das sind Leute, denen es im Grunde genommen hier „zu gut“ geht (schon der Volksmund sagt, wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis und bricht sich ein Bein). Leute, die eigentlich eine schwache Persönlichkeit haben und im Grunde genommen in eine geschlossene Abteilung zur Behandlung von Größenwahn gehören. Menschen, die die immer weitreichendere Freizügigkeit des Westens nicht als Chance (oder auch Herausforderung) begreifen, sondern nur Verachtung für ein System erübrigen, das ihnen eigentlich alle Grundlagen bietet, etwas aus sich zu machen. Da sie dies nicht können oder wollen, geraten sie schon als junge Menschen dann an eine Heilsversprechung, die ihnen die Struktur und Ordnung gibt, die sie vermissen und zur Aufrechterhaltung ihres labilen Selbstbewusstseins auch brauchen wie ein Junkie seine Drogen. Das Problem ist dabei nicht, dass eine Demütigungserfahrung durch den Westen dabei der Auslöser ist – denn Demütigungen erfahren wir alle mehr oder weniger im Leben. Das Problem ist, dass solche Erfahrungen dann in ein scheinbar kohärentes, latent schon vorhandenes Feindbild von westlicher Lebensweise wie ein Puzzlestück eingefügt werden und dann, ähnlich den Verschwörungstheoretikern, alles nur noch aus dieser Sichtweise gesehen wird. Was nicht passt, wird (vom Terroristengehirn) dann passend gemacht.

Punkt 2: Unsere Hilflosigkeit, angemessen auf solche Situationen zu reagieren. Natürlich ist es toll, dass der Plot aufgedeckt wurde und so akribisch die Terrorzelle abgehört und durchleuchtet wurde, was ja letztlich zu dem Polizei-Erfolg führte. Aber das kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es letzten Endes nur ein plumper Zufall und die Dummheit der Terroristen war, die sie erst ins Licht der Behörden rückten (US-Soldaten haben diese übrigens beim Ausspähen der Kasernen in Hanau beobachtet und als erstes gemeldet). Jeder weiss genau, dass wir nicht die Resourcen haben, alle potentiellen Gefährder mit Überwachungsbeamten einzudecken, wenn für 3 Leute schon 300 Beamte über Monate hinweg dafür abgestellt werden müssen. Die Polizeigewerkschaft hat sich gerade erst in diesen Tagen beklagt, dass immer mehr Stellen abgebaut werden bei gleichzeitigem Anstieg an Aufgaben wie Terrorbekämpfung usw…

Punkt 3: Unser „Augen-verschliessen-und-hoffen-dass-schon-nichts-weiter-passiert“ Prinzip, welches sich als fatal und gescheitert erwiesen hat. Unsere ewig gleiche Beteuerung, ja nichts und niemanden unter „Generalverdacht“ stellen zu wollen, und immer erst alles prüfen zu müssen usw… Die ewige Gleichmacherei und Gleichwertigkeit aller Anschauungen, seien sie auch noch so abstrus. Ich habe noch von keinem zum Christentum oder zum Schamanismus Konvertierten gehört, der eine besondere Vorliebe für H2O2 und andere brisante Stoffe entwickeln würde. Das Leugnen, dass es nun mal in den islamischen Gemeinden gewisse Probleme gibt, um es mal mild auszudrücken. Es fehlt die Bereitschaft, Probleme anzusprechen, und auch aktiv einzugreifen, anstatt immer in Passivität alles abzunicken, was an Lösungsansätzen von den islamischen Verbänden kommt: Gleichgeschlechtlich oder getrennt schwimmen, Kopftuch oder nicht im Klassenzimmer, Schächten oder nicht, Kruzifix ja oder nein – das alles lenkt nur ab von dem strukturellen Problem, das dahinter steckt: der Unvereinbarkeit von gewissen religiösen Weltanschauungen mit einer moderen, aufgeklärten, selbstreflektierenden, in Werten verankerten und geordneten Welt!

Punkt 4: Die Resignation, ihr Gegenspieler (die Panikmache) und das Verlagern von Feinbildern. Gegen Terror kann man ja eh nichts machen, so eine oft gehörte Meinung in diesen Tagen auf der Straße. „Wir sind Teil eines weltweiten Gefahrenraumes“ aus dem Munde unseres Innenministers, der – Entschuldigung, aber verdammte Hacke nochmal – für die innere Sicherheit dieses Landes verantwortlich ist. Genau dieses Gefühl ist es doch, was die Terroristen erzeugen wollen: es kann auch dich jederzeit treffen – egal ob du in Kleinkleckersdorf wohnst oder in Berlin-Mitte. Ein Hauch Haifa und Tel-a-Viv light, mitten in Deutschland sozusagen. Vielleicht brauchten wir das, haben wir ja Israel immerhin bisher nie so richtig verstehen können. Dabei sind auch Terroristen nur jämmerliche Gestalten, die genauso Fehler machen und erwischt werden können wie jeder Kleinkriminelle auch. Man braucht nur den Willen und das entsprechende Know-How dazu, man muss immer einen Schritt weiter sein als sie. Ob die Online-Durchsuchung nun das Mittel der Wahl ist, sei dahingestellt. Wenn diese Typen kryptographisch ein wenig heller wären, würden sie über Schäubles Vorstoss wahrscheinlich nur lachen. Und nun sollte auch der letzte gemerkt haben, dass wir mit den Amerikanern (zum Glück) in einem Boot sitzen und diese mit ihrem Anti-Terror-Kampf wohl nicht ganz unrecht haben.

Fazit: Alles zumindest im Prinzip lösbare Aufgaben, wenn man sie mal angehen würde. Von wegen, es gäbe kein eindeutiges Täterprofil, na klar, how about this one: alle modernen Terroristen sind a) Muslime b) jung, meist zwischen 20 und 35 c) Männer (zu 99%, noch) d) gut ausgebildet, haben Chemie-(Grund-)kenntnisse e) sind extrem gläubig, verschleiern dies oft durch überkorrektes, tadellos-unauffälliges Gehabe. So, das sollte doch reichen oder ? Warum ist es in unserem politisch überkorrektem Deutschland so schwer, diese Erkenntnisse in seine grauen Zellen einsickern zu lassen ?

Simultananschläge mit Sprengkraft von 550 kg TNT

H2O2UPDATE: Generalbundesanwältin Monika Harms bei der gerade stattfindenden Pressekonferenz: „Eine der massivsten Sprengstoffansammlungen, die sich in Deutschland jemals in Terroristenhänden befunden haben„. Es handelt sich bei den Verdächtigen, 2 Deutsche und ein türkischer Staatsbürger, um Mitglieder der islamischen Jihad-Union. Es wurden offenbar gezielt amerikanische Einrichtungen und Aufenthaltsorte von amerikanischen Soldaten und Angehörigen ausgespäht.

Ich frage mich ja nur, wo kriegen die in Hannover mal eben so über 700 kg 35%iges Wasserstoffperoxid her ? Da müssen die chemischen Institute in Deutschland mal wieder ernsthaft über eine erneute Rasterfahndung nachdenken!

Und es geht weiter…es ist zu ungeheuerlich, was BKA Chef Zirske gerade auf N24, n-tv und anderen Sendern gerade erläutert…man schalte unbedingt selbst ein, sonst glaubt man das gar nicht…

+++ Eilmeldung +++ Bombenanschläge auf Ramstein und Flughafen Frankfurt verhindert +++

FlugzeugOffenbar haben die Staatsanwaltschaft und die Dienste einen kurz bevorstehenden Anschlag von deutschen Islamisten (2 deutsche Konvertiten und ein Pakistani nach momentanem Kenntnisstand) auf die Airbase Ramstein und den Flughafen Frankfurt verhindert. Es sollen noch weit mehr Personen, auch aus der Islamistenszene mit Beziehung zum ehemaligen Ulmer Multikulturhaus, involviert sein, so Volker Bosbach gerade auf N24. Die Anschlagsvorbereitungen seien „weit fortgeschritten gewesen“, so berichten alle Medien übereinstimmend, auch Sprengstoff sei gefunden worden.

Erst gestern hatte die dänische Polizei eine Terror-Razzia in Kopenhagen durchgeführt (wir berichteten), nun heute schon wieder ein Eingreifen der Geheimdienste. Ungeheuerlich, wie Deutschland zum Rückzugsraum für Islamisten geworden ist. Wir haben mal wieder mehr Glück als Verstand gehabt, so scheint es…

Von Eseln und Elefanten…

show.jpgHach, manchmal gibt es sie noch: diese schönen Momente, wo man einen Augenblick innehalten kann,  und einfach etwas Genugtuung empfindet, wenn Überheblichkeit und Nicht-Wissen über die USA abgestraft werden! Ok, man könnte es auch einfach Schadenfreude nennen – gewiss kein edles Gefühl, aber in diesem Fall schwingt ein Hauch von ausgleichender Gerechtigkeit mit. So wie gestern abend beim Start der neuen Herbst-Staffel von „Wer wird Millionär“ mit einem nun zwar bebrillten, aber gut aufgelegten Günther Jauch. Da wurde ein Kandidat gefragt, was denn die Wappentiere der beiden großen amerikanischen Parteien, also der Republikaner und der Demokraten, seien. Wer mal etwas über den Tellerrand geschaut hat in Sachen USA, könnte dabei mitgekriegt haben, dass das nun mal Esel und Elefant sind. Fieserweise wurde dann aber auch als Antwortmöglichkeit Falke und Taube angeboten. Tja, und da der im Fremdkritisieren geübte deutsche Bildungsbürger nun ja jeden Tag die vermeintlichen Schandtaten der sog. „Falken“ rund um Präsident Bush um die Ohren gehauen bekommt, wurde dann auch von dem Kandidaten die Antwort „Falke und Taube“ gewählt. Trotz Herrn Jauchs Versuch, ihn noch zu beeinflussen, schien er sich seiner Sache sehr sicher und beharrte auf seiner Antwort. Und dank der neuen Risikoregeln bei WWM gings dann wie im Fahrstuhl von 16000 auf 500 Euro hinab. Sonst tun mir ja solche armen Schlucker von Kandidaten auch leid, aber diesmal…konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen – nicht bei so einer Frage…Also nochmals danke, RTL! You really made my day!


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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