Archiv für Februar 2008

Afghanistan und Irak – ein Rollentausch

Einige mag diese Meldung, herausgegeben vom US-Militär, überrascht haben: 60 % weniger Anschläge im Irak, in Bagdad mittlerweile 90 % Sicherheit (sogar SpOn kommt nicht umhin, diese Meldung zu bringen, die viele Spiegel-Berufspessimisten in Sachen Irak alt aussehen lässt). Wer sich aber schon ein bisschen intensiver mit dem Thema befasst hat, den kann es nicht wirklich überraschen, dass der „surge“, also die Truppenaufstockung im Irak und die gezielten Razzien der Terroristennester dort, messbare Erfolge zeigt. Klar, der Irak ist immer noch kein „friedliches“, oder auch nur befriedetes Land im westlichen Verständnis von Ordnung und Sicherheit, aber es gibt erstmals wirkliche Fortschritte, und dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Entscheidung von Bush diesbezüglich eine richtige war. Viel hilft eben manchmal viel, so banal das klingt und so brutal die Realität im Kampf gegen den Terrorismus in der Praxis auch aussieht. Einfach mal bei liveleak.com nach Irak und IED suchen, das Ergebnis dürfte Bände sprechen.

Das momentane Gegenbeispiel Afghanistan zeigt aber auch die andere Seite ebenso schonungslos auf: wo die Bundeswehr, seit einigen Jahren immerhin im Lande stationiert, nur eine Art besseren THW für die Nato spielt und zudem personell und equipment-technisch hoffnungslos unterversorgt ist, dort gedeihen und blühen wieder nicht nur die Mohnfelder, sondern auch die ansässigen Extremisten. Gerade in den letzten Tagen gab es wieder einige verheerende Anschläge mit hunderten von Toten. Es sieht momentan so aus, als würden der Irak und Afghanistan gerade die Rollen tauschen und nicht umsonst hat Robert Gates erst kürzlich von Deutschland mehr (militärisches) Engagement in Afghanistan gefordert. Doch im Moment wird am Hindukusch mehr gestorben als irgendwelche hehren Werte verteidigt…

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Friedliebender Religionsstifter ?

Zumindest wenn man das hier in der welt online von heute liest, müssten sich erste, leise Zweifel an der Friedensliebe dieses Religionsstifters einstellen – selbst bei einem unbedarften, westlichen Leser der Gutmenschen-Fraktion, der den direkten Vergleich mit Jesus, Buddha usw. scheuen mag, weil nicht sein darf, was vermeintlich nicht sein kann. Man mag ja meinetwegen dem Autor des welt-online Artikels Voreingenommenheit vorwerfen, aber einerseits beruht der Artikel auf vielen Fakten, die auch von Moslems frank und frei zugegeben werden und andererseits spiegelt das aktuelle Verhalten einiger Anhänger dieser Religion (s. Randale in Dänemark) mal wieder exakt dieses jahrhundertealte, eingeübte Verhaltensmuster wieder: erst Toleranz heucheln, dann wegen Kritik/Spott über die eigene Religion beleidigt sein, sogleich dann Aufmerksamkeit für die eigene „Verletztheit“ fordern, anschließend pöbeln und randalieren, bis man gehört wird, und als Krönung des ganzen dann das eigene gewaltsame Verhalten (religiös) legitimieren.

„Das war exzellente Arbeit“

We agree.

SpOn-Titel über die Eliminierug des zweitwichtigsten Kopfes der Hisbollah.

Ausverkaufte Hallen und ungebetene Gäste

Er füllt zur Zeit die Hallen – es ist brechend voll, kein Platz bleibt ungenutzt. Tausende folgen gebannt dem Geschehen auf der Bühne, Sprechchöre ertönen, frenetischer Applaus brandet auf, als er endlich die Riesenarena betritt.

Nein, die Rede ist nicht vom neuesten Jon Bon Jovi-Konzert. Ganz im Gegenteil. Der, der im Moment die Kölnarena zum Bersten bringt, ist der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan, der seine kleine Europareise anlässlich des Wohnhausbrandes in Ludwigshafen wunderbar für seine politische Profilierung auszuschlachten weiß. Der sog. „gemäßigte“ Islamist zieht live und in Farbe eine – wie SpOn treffend charakterisiert- einzigartige One-Man Show ab, vor immerhin 20.000 türkischstämmigen Besuchern in der Kölnarena. Eine angebliche Privatveranstaltung, die dennoch von einem starken Polizeiaufgebot geschützt werden muss, weil draussen schon die Kurden Protest schieben. Unglaublich, dass diesem Mann hier so viel Raum gegeben wird, seine verqueren Ansichten unters Volk zu bringen, um für daheim schön Wählerstimmen zu sammeln. Nicht nur, dass die Aufhebung des Kopftuchverbotes in der laizistischen Türkei durch die maßgeblich dafür verantwortliche Partei Erdogans, die AKP, erst vor ein paar Tagen für Unruhe gesorgt hatte, nein, hat hier eh keiner mitgekriegt, is ja allet im Lot in Kölle. Jetzt darf der Ministerpräsident, der sich aufspielt wie ein Bonaparte light bei der Inspizierung seiner Übersee-Kolonien, auch noch für türkische Universitäten und Schulen in Deutschland werben und Privatermittler in Brandursachenermittlung spielen. Na wie toll ist das denn. Nur zu dumm, dass die vermeintliche Brandstiftung höchstwahrscheinlich keine war, und dass der Kopftuchzwang an deutschen Universitäten trotz eindeutigen Trends zur Verschleierung der studierenden Muslimas noch nicht eingeführt ist. Aber vielleicht möchte man ja, um diese Situation zu ändern, dem sauberen Herrn Erdogan ein Gast-Ministeramt übertragen. Als Zeichen des guten Willens und der Völkerverständigung etwa. Wenn die deutsche Politik weiterhin so unterwürfig auftritt, ist es ja bis dann nicht mehr weit hin. Wir haben einen anderen Vorschlag, so wie man es im privaten Bereich auch tun würde: solch einen ungebeten Gast höflich, aber bestimmt hinauskomplimentieren!

+++ Eilmeldung: BKA befürchtet El Kaida Anschläge in Dtschl. +++

Diese Meldung läuft gerade über die Ticker bei N24, Quelle ist offenbar ein Interview des BKA Chefes mit der „Welt“. Um 11.00 Uhr ist eine Pressekonferenz des Bundeskriminalamtes dazu anberaumt.

John McCain for president!

So, nun neigt sich also auch dieser „Super-Tuesday“ dem Ende zu und ganz nüchtern betrachtet, muss man zunächst einfach mal festhalten: der heimliche, leise Sieger dieses ganzen US-Vorwahlrummels könnte am Ende John McCain lauten. Warum ? Ganz einfach: wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte, sagt schon ein altes Sprichwort. Konkret angewendet, heisst das: je enger der Abstand zwischen Obama und Clinton wird, je mehr sich von diesen Kandidaten der Demokraten der eine der anderen die Butter vom Brot nimmt, umso mehr diese beiden ihre Wählerschaft polarisieren, desto mehr Zeit und Arbeit kann der haushohe Favorit auf der anderen Seite – also McCain – nun in die Schärfung und Ausgestaltung seines politischen Profils stecken. Und das bedeutet im Normalfall ja mehr Überzeugungskraft zur Mobilisierung der eigenen Anhänger und derer, die noch unsicher sind, für was „ihr“ Präsidentschaftskandidat denn einstehen sollte. McCain macht unabhängig davon auf mich den überzeugendsten und vernünftigsten Eindruck von allen Bewerbern, gerade in Hinblick auf die Beziehungen zu Europa, und auch trotz – oder gerade wegen – seines für einen US-Präsidenten doch recht hohen Alters. Schade, dass in den deutschen Medien mal wieder recht selektiv berichtet wird, wo allein Obama gefühlte 75 % der Sendezeit über den US-Wahlkampf für sich in Anspruch nehmen kann. Na ja, bleibt nur zu hoffen, dass sich das nach der endgültigen Nominierung der Präsidentschaftskandidaten dann auf fifty-fifty einpendelt, was allerdings zugegebenermaßen ein wage Hoffnung ist. Also dürfen wir hier auch ruhig mal ohne schlechtes Gewissen die Werbetrommel für den (noch) unbekannteren Kandidaten des illustren Terzetts rühren. Mein persönlicher Favorit ist er auf jeden Fall schon mal.


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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