Ausverkaufte Hallen und ungebetene Gäste

Er füllt zur Zeit die Hallen – es ist brechend voll, kein Platz bleibt ungenutzt. Tausende folgen gebannt dem Geschehen auf der Bühne, Sprechchöre ertönen, frenetischer Applaus brandet auf, als er endlich die Riesenarena betritt.

Nein, die Rede ist nicht vom neuesten Jon Bon Jovi-Konzert. Ganz im Gegenteil. Der, der im Moment die Kölnarena zum Bersten bringt, ist der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan, der seine kleine Europareise anlässlich des Wohnhausbrandes in Ludwigshafen wunderbar für seine politische Profilierung auszuschlachten weiß. Der sog. „gemäßigte“ Islamist zieht live und in Farbe eine – wie SpOn treffend charakterisiert- einzigartige One-Man Show ab, vor immerhin 20.000 türkischstämmigen Besuchern in der Kölnarena. Eine angebliche Privatveranstaltung, die dennoch von einem starken Polizeiaufgebot geschützt werden muss, weil draussen schon die Kurden Protest schieben. Unglaublich, dass diesem Mann hier so viel Raum gegeben wird, seine verqueren Ansichten unters Volk zu bringen, um für daheim schön Wählerstimmen zu sammeln. Nicht nur, dass die Aufhebung des Kopftuchverbotes in der laizistischen Türkei durch die maßgeblich dafür verantwortliche Partei Erdogans, die AKP, erst vor ein paar Tagen für Unruhe gesorgt hatte, nein, hat hier eh keiner mitgekriegt, is ja allet im Lot in Kölle. Jetzt darf der Ministerpräsident, der sich aufspielt wie ein Bonaparte light bei der Inspizierung seiner Übersee-Kolonien, auch noch für türkische Universitäten und Schulen in Deutschland werben und Privatermittler in Brandursachenermittlung spielen. Na wie toll ist das denn. Nur zu dumm, dass die vermeintliche Brandstiftung höchstwahrscheinlich keine war, und dass der Kopftuchzwang an deutschen Universitäten trotz eindeutigen Trends zur Verschleierung der studierenden Muslimas noch nicht eingeführt ist. Aber vielleicht möchte man ja, um diese Situation zu ändern, dem sauberen Herrn Erdogan ein Gast-Ministeramt übertragen. Als Zeichen des guten Willens und der Völkerverständigung etwa. Wenn die deutsche Politik weiterhin so unterwürfig auftritt, ist es ja bis dann nicht mehr weit hin. Wir haben einen anderen Vorschlag, so wie man es im privaten Bereich auch tun würde: solch einen ungebeten Gast höflich, aber bestimmt hinauskomplimentieren!

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