Archiv für März 2008

Die „10 Gebote“ des J. Todenhöfer ? oder Wie die Plakatwerbung lügen lernte…

Todenhöfer_PlakatEines vorneweg: Nichts gegen Herrn J. Todenhöfer persönlich. Auf den ersten Blick ein freundlicher, mittlerweile grau melierter Mann mittleren Alters mit einer sanften, zu seinem Gentleman-Auftreten passender Stimme. Ein Mann mit sehr dezidierten, auch sehr durch persönliche Erfahrung geprägten Ansichten zum Thema „Clash of civilizations“, Irakkrieg, Kampf gegen den Terror usw… Es gibt nur ein Problem: er hätte seine Erfahrungen und Geistesblitze vielleicht doch besser für sich behalten sollen, oder allenfalls im Kreise seiner Familie ausdiskutieren mögen. Denn mittlerweile neigt Todenhöfer, nachdem er die letzten Monate (oder Jahre ?) durch alle Talkshows à la Kerner & Co. getingelt ist und Bücher mit den Titeln von Kinder-Vornamen herausbringt, doch arg zum nervtötenden Dauermoralisieren. Und seit heute das: von jeder zweiten Leuchtreklame in der Stadt springt einem die Werbung für sein neuestes Machwerk „Warum tötest du, Zaid ?“ entgegen (s. Foto) .

An sich ist es ja nichts Verwerfliches, durch gezielte Provokation Werbung für ein Printerzeugnis zu betreiben. Machen andere ja auch, jeden Tag. Diese Werbung, die in die grobe Form von 10 Thesen zum Thema „Der Westen“ und seine Beziehung zum Islam gepresst wurde, ist jedoch fast schon keine Provokation mehr, sondern geht an die Grenze zur Verleumdung, ja man möchte fast meinen, zur Selbstaufgabe. Einige würden vielleicht sogar schon von islamischer Propaganda sprechen. Todenhöfer, bei dem man spürt, das er das wirklich ernst meint und dessen Geschichten- unbestritten – auch emotional ergreifend sind, macht sich hiermit aber leider zum Frontmann islamischer Geschichtsverdrehung, anders kann man es mittlerweile nicht mehr bezeichnen. Und die muslimischen Massen werden mit ihm prahlen und voller Stolz auf einen westlichen Intellektuellen, der sich für sie einsetzt, verweisen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Aber warum ist diese Plakatwerbung von Todenhöfer so ungeheuerlich provokativ wie sie falsch ist ? Gehen wir seine Thesen einmal der Reihe nach durch:

1. Die „Eyecatcher“- Eröffnungsthese: Der Westen ist viel gewalttätiger als die Muslime bzw. die muslimische Welt. Angeblicher Beweis: Millionen arabische Zivilisten wurden während der Kolonialisierung getötet. Also erst einmal: das ist übelster Bildzeitungs-Stil. Eine Behauptung, und dann ein einziger, knapper Satz als Beweis nachgeschoben. Na toll! Wenn einem nichts mehr einfällt, der Allzweckhammer Kolonialisierung. Die ist ja, wie wir heute wissen, so ziemlich für alles verantwortlich, nicht wahr ? Von AIDS bis tropischen AK-47s, vom Artensterben bis zur Wirtschaftsschwäche Perus. Und auch die vermaledeite Globalisierung – wer ist letzlich schuld ? Die europäischen Kolonialisten, bien sur. Ach – und zum Thema Gewalt: die Eroberung Andalusiens, die rasende Ausbreitungs des Islams in den ersten Jahrhunderten nach einem gewissen Herrn M., die tagtäglichen Greueltaten in den Ländern, wo die Scharia Staatsrecht ist, das ist ja sicher nur ein Zuckerli gegen die westliche Gewalt…ja ja…wers glaubt, wird selig (oder auch nicht).

2. Es ist angesichts der „Kriegspolitik des Westens“ nicht wirklich erstaunlich, das Extremisten immer mehr Zulauf bekommen. OMG! Mein schönes Abendessen sucht sich gerade unvermeidlich seinen Weg nach oben. Werterelativismus nannte man so was früher mal, beschönigend ausgedrückt. Die armen Extremisten, sie können ja gar nicht mehr anders, angesichts unserer Kriegspolitik…nein, so was aber auch. Die Extremisten kämpfen ja auch so mutig, Mann gegen Mann, gegen die amerikanischen Soldaten. Da wird sich mittags um 12 in der Gluthitze Falludjas aufgestellt, und 1 gegen 1 die Pistoleros gezückt…in der Mehrzahl andere Muslime zu überfallen und diese wg. unterschiedlicher Sub-Glaubensrichtung (Shiiten vs. Sunniten) niederzumetzeln, nein, das käme den „legitimen“ Extremisten nie und nimmer in den Sinn… *Ironie-mode off*

…. und so geht es Schlag auf Schlag weiter. Es ist zu ungeheuerlich, um alles hier durchzusprechen. Besonders hervorheben möchte ich jedoch noch Punkt 4 (Muslime haben die westliche Kultur entscheidend mitgeprägt) und Punkt 5 (Auch im Koran ist die Liebe zu Gott zentrales Gebot). Wo die westliche Kultur „entscheidend“ durch die islamische mitgeprägt worden sein soll, kann ich – außer bei den arabischen Zahlen und so einigen Sprachelementen, die diese Eroberer ins spanische Andalusien mitbrachten – beim besten Willen nicht erkennen. Und Dönerbuden sowie Perserteppiche sind ganz sicher keine Kultur-Bestandteile, noch beweisen sie die Friedlichkeit einer Religion. Und das die Liebe zu Gott im Koran eine zentrale Stellung einnimmt, das ist glatt gelogen! Das, was der Koran fordert, ist allenfalls Respekt und Unterwerfung vor Gott (+ ständige Angst vor Strafe bei Übertretung der göttlichen Gesetze). Göttliche Liebe, Liebe bis hin zur Selbstaufgabe, zur Menschwerdung („gab ich meinen eigenen Sohn hin…“) bleibt – sorry, guys – wohl im Copyright des Christentums!

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zum Schluss: Wann dürfen wir Todenhöfer zur Konvertierung zum Islam „gratulieren“ ?

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Klartext: Die Islamisierung Europas

Wilders

Selten hat man ein Interview mit einer bekannten Persönlichkeit gesehen, in der diese nicht ausweichend oder politisch korrekt antwortet, sondern den Nagel auf den Kopf trifft. Genau dies tut hier erfreulicherweise der niederländische Regisseur Geert Wilders, dessen neuer Film über den Islam mit Spannung und – bei vielen Bedenkenträgern – mit Furcht vor Ausschreitungen des islamistischen Mobs erwartet wird. Analytisch scharf, klar, präzise und mutig benennt er die Probleme, die sein islamkritischer Film auch thematisieren wird. Ein Must-See für jeden, dem die Meinungsfreiheit lieb und teuer ist: http://www.youtube.com/watch?v=WGFSlCZyRmo

Der Terror des 11. März: Ein Nachtrag

11. März SpanienGestern wurde in Spanien in Gedenken an den vierten Jahrestag der Anschläge vom 11. März 2004 getrauert – in Deutschland hingegen war mal wieder erstaunlich wenig Berichterstattung darüber zu finden. Nur im Zusammenhang mit den dort auch wieder gerade abgehaltenen Wahlen, bei denen die Sozialisten gewannen, war auch dann die Rede von der erneuten Bedrohung Spaniens durch den islamistischen Terror. Nein, dass vor ziemlich genau 4 Jahren, über 190 Menschen im Herzen Europas, in die Luft geflogen oder bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, sowie ca. 1800 Menschen zum Teil schwerste Verletzungen, die sie bis an ihr Lebensende mit sich tragen werden, erlitten haben – nein, das ist nicht wichtig für die (noch) terrorverschonten Deutschen. Für uns ist es wichtiger, ob Obama der Hillary wieder eine Klatsche erteilt hat oder the other way round. Oder ob Kurt Beck neue Rekorde im SPD-Wähler-Vergrätz Wettbewerb aufstellt. Dass wir Solidarität zeigen müssen in Europa, mit jedem Land, welches von Terror betroffen wurde, – auch nach außen, als Zeichen unserer Unbeugsamkeit und Stärke gegenüber den barbarischen Glaubensfanatikern, ist leider noch nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte. Doch gerade das halte ich für die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Sind wir als moderne Gesellschaften zu leichtgläubig, schnelllebig, hedonistisch und egozentrisch geworden, um auch emotional die terroristischen Bedrohungen zu meistern ? Wo sind die Denkmäler, die nach ihnen benannten Straßenzüge für all die vielen unschuldig im Namen Allahs ermordeten Opfer ? Für jede Anti G8 oder Klimaschmonk-Demo, für jede Anti Bush oder Pro Pälestina-Demo kriegt man locker mehr Leute zusammen als für die wirklichen Opfer brutalster, fanatischster Gewalt. Haben wir schon resigniert, ist es das Gefühl allgemeiner Macht- und Ratlosigkeit ? Vertrauen wir wirklich auf die schützende Hand des Staates, der uns vor allem Unbill fernhält ? Wenn man sich die Debatte um den Datenschutz dagegen ansieht, überwiegt, so scheint es, aber auch hier – und das nicht einmal ganz zu Unrecht – die Skepsis. Bis zum nächsten grossen Anschlag, der uns vielleicht wieder aus unserem Dornröschenschlaf herausreissen wird für einige Tage, oder sogar Wochen.

Hier zur Erinnerung an die Terroranschläge von Madrid und im ehrenden Gedenken an die unschuldig ermordeten Zivilisten und ihre Angehörigen einige wertvolle Links (teilweise in spanisch):

http://www.elmundo.es/documentos/2004/03/espana/atentados11m/ 

http://edition.cnn.com/SPECIALS/2004/madrid.bombing/

http://www.20minutos.es/noticia/209969/0/

http://www.asociacion11m.org/

http://www.time.com/time/europe/html/040322/story.html?cnn=yes

Bild-Quelle: El Pais, 2004.

SPD: Gewissen ist „parteischädigend“

Da klammert aber eine Partei an die Macht! Eine Macht, die ihr als Wahlverliererin in keinster Weise zusteht (man erinnere sich: die hessische CDU bekam bei der Landtagswahl knapp mehr Stimmen!). Die Rede ist natürlich von Frau Tricksilanti – öh, Ypsilanti, und nein, das ist kein Gimmick, ein Mitglied des SPD-Bundesvorstandes sagte heute wörtlich zur Gewissensentscheidung von der „renitenten“ Abgeordneten Dagmar Metzger, ihr Verhalten werte er als „parteischädigend“. Der Marburger Landtagsabgeordnete Thomas Spies soll sogar gesagt haben: „Wir sind fest entschlossen zu regieren.“ Aha, und dann ist wohl jedes Mittel recht ? Die Webseite von Frau Metzger war jedenfalls seit einigen Tagen schon nicht mehr zu erreichen, und heute dann wurde ihr in einer Fraktionssitzung wohl so sehr „ins Gewissen“ geredet (ja ebenselbes), dass sie nun einen Rückzieher macht und Ypsilanti vielleicht doch noch ihre Pläne durchsetzen kann. WTF geht da eigentlich ab, um es mal sehr salopp auszudrücken ? Sind das noch demokratische Gepflogenheiten ? Wohl eher nicht. Im Sozialismus osteuropäischer Prägung nannte man das „auf Linie bringen“. Schade, dass nun auch noch die letzte Aufrechte in der SPD umgefallen ist. Wenn sie jemals aufrecht war.

Horror-Anschlag in Jerusalem

Anschlag auf Talmudschule. Quelle: APGestern abend stürmte ein als orthodoxer Jude verkleideter islamischer Terrorist eine Talmud-Schule in Jerusalem und richtete mit einem Schnellfeuergewehr ein Massaker unter den wehrlosen, meist jungen Studenten an. Es ist die Rede von mindestens 8 Toten und 15 Schwerstverletzten. Im nahen Gaza-streifen (Bild-Quelle: AP) wurden indess Berichte von Freudenfeiern über diese Tat bekannt. 

So nüchtern wie oben geschildert wird meist in unserer Presse berichtet, so auch übereinstimmend die meisten Medien über den gestrigen Anschlag. Was für ein Horror Israel  immer wiederkehrend jedoch erleiden muss, wird einem erst wirklich klar, wenn man sich die Details und die Dramatik des Ganzen näher betrachtet: Nachdem der Mann, der übrigens ein Paket voll mit Magazinen für sein Maschinengewehr mit sich führte, das Feuer auf die Schüler eröffnet hatte, und sich die, die es noch konnten, schreiend und panisch in Sicherheit brachten, begann er eine regelrechte Exekution derjenigen, die noch nach Luft röchelten und nicht tödlich verletzt waren. Was für ein Blutbad und eine Todesangst unter denjenigen herrschten, die Sekunden zuvor noch in Bibelstudien vertieft waren, mag man sich nicht vorstellen. Ein mutiger Junge soll ihn schließlich mit einer Waffe aus der Entfernung verletzt haben, bis ihn schließlich ein herbeigeeilter Offizier mit 2 Schüssen in den Kopf niederstreckte.

Wenn man nun hört, dass dieser grauenvolle Anschlag auf Zivilisten von der Hamas gleich wieder als „normal response“ gerechtfertigt wird, und einen Verurteilung des Anschlags durch die UN am Veto Libyens scheiterte, möchte man am liebsten k*****. Leider wird man wieder bestätigt in dem, was viele mittlerweile über den Islam und seine willigen Vollstrecker denken: das Beste, das Maximale, was er je hervorgebracht hat, ist ein gewisses Ruhighalten der Massen und Unterwerfung als Lebensziel, und das Schlimmste, was er tagtäglich neu gebiert, ist die Barbarei und nichts als die Barbarei.

Wie ein Land lahmgelegt wird…

BahnWenn es ein Wort gibt, dass mich in letzter Zeit immer wieder aufhorchen lässt, sobald es fällt, dann ist es: Streik! Oder wahlweise auch Warnstreik, „Totalstreik“ (wie spiegel online neulich so schön titelte) – oder, um die Kunst des Drumherumredens, in der wir Deutschen es mittlerweile zur Meisterschaft gebracht haben, zu vollenden: „Abbruch der Tarifverhandlungen“! Dabei bin ich durchaus nicht grundsätzlich gegen Streiks, wer würde nicht gern mal streiken, wenn jeder es sich leisten könnte – kann aber nicht jeder, und nicht jeder besitzt das Erpressungspotential, das mächtige Gewerkschaften und Verbände wie ver.di und die GDL mittlerweile angehäuft haben. Der Arbeitskampf war im 19., 20. sten Jahrhundert sicher ein probates und legitimes Mittel, die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber den „Industriebossen“ und Magnaten durchzusetzen, gerade in Hinblick auf Arbeitsschutz-Bestimmungen und die soziale Verantwortung der Unternehmer insgesamt. Auch heutzutage bleibt er ein letztes Mittel, um Rechte für Arbeitnehmer gegenüber Konzernen einzufordern. Nur was mir mittlerweile grotesk erscheint, ist die Art und Weise, wie das geschieht und die Tatsache, dass Konfrontationen immer offener und immer schamloser auf dem Rücken einer breiten Masse ausgetragen werden, die mit dem Thema nichts – aber auch gar nichts mehr zu tun hat.

So auch beim aktuellen Possenspiel der Bahn mit der GDL und den anderen beiden Bahn-Gewerkschaften. Eigentlich dachte man, mit der Schlichtung vor ein paar Monaten sei alles ausgestanden, – aber nein, da wird mit juristisch gezirkelten Sondertarifverträgen getrickst (seitens der Bahn) und das volle Empörungspotential und die beleidigte Leberwurst-Karte gespielt (seitens der GDL). Und auch die beiden Kleinen wollen nun ein Stück vom Kuchen… Anstatt sich wie vernünftige Menschen an einen Tisch zu setzen und zu versuchen, einen Kompromiss zustande zu bringen, auch im Bewusstsein, dass es die zahlenden Bahnkunden sind, die letztlich das ganze Unternehmen tragen und in deren Verantwortung alle Beteiligten zunächst einmal stehen. Aber so, wie es jetzt abläuft, ist das Ganze ein Trauerspiel, dass die meisten Kunden nur verärgern wird und keinerlei Verständnis für eine Gewerkschaft aufbringen lässt, die es nicht schafft, nach über einem Jahr Streik und Verhandlungen etwas zustande zu bringen. Nur mangels Alternativen werden auch die meisten nicht umhin kommen, weiterhin die Deutsche Bahn als ihr Beförderungsmittel zu wählen und auch ihr Geld dort zu lassen.

Durch die momentan zeitgleichen Streiks bei Flughäfen, öffentlichen Einrichtungen und Nahverkehrsgesellschaften schaffen es einige wenige, aber wichtige Branchen, ein ganzes Land lahmzulegen und der Wirtschaft immensen Schaden zuzufügen. Ist damit irgendjemandem geholfen ? Wo ist die soziale Verantwortung für den Aufschwung unseres Landes geblieben ? Weit sind wir ja dann bald nicht mehr entfernt von den Generalstreiks à la francaise…und ich weiss auch schon, wie mein nächster Albtraum aussehen wird: Manfred Schell steht an der vordersten Lokomotive in einem der großen Kopfbahnhöfe, die Menschenmassen in Streikwesten vor ihm versammelt, und es schallt aus dem Megafon: Wollt ihr den totalen Streik ?


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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