Die gescheiterten Anschläge vom 21.7.05

In einigen Tagen steht er bevor, der dritte Jahrestag der Anschläge auf die Londoner U-Bahnen vom 21. Juli 2005. Die genau 14 Tage nach den verheerenden Terrorakten von 7/7 geplanten Anschläge scheiterten damals jedoch, weil der Großteil des Sprengstoffes in den Rucksäcken der islamistischen Fanatiker nicht zündete, sondern sich einfach thermisch zersetzte (s. Bild links, Quelle: Metropolitan Police London, Ausschnitt)

Die Nefa-Foundation (Nine Eleven / Finding Answers-Foundation) hat nun einen interessanten special report in Form einer Präsentation zusammengestellt, der auf einmalige Weise die genauen Hintergründe und Folgen der Tat beschreibt. Er zeigt nicht nur in Bild und Text auf, wie akribisch die Ermittlungen alle Einzelheiten der Tatvorbereitungen, der Beschaffung des Sprengstoffes, der Herstellung der mit Nägel gespickten Bomben usw. aufdecken konnten, sondern auch, wie gründlich man mit der gesamten Szene nachher aufräumte, sprich sie zu hohen Haftstrafen verurteilte. Die Haupttäter, also die Rucksackbomber, wurden zu 40 Jahren Haft verurteilt ohne die Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung, und der Unterstützerkreis, also Familie, Freunde, die Unterschlupf boten oder die die Polizei belogen, wurden mit Haftstrafen zwischen 7 und 10 Jahren belegt. Selbst die schwangere und unter posttraumatischem Stresssyndrom leidende Frau eines der Täter wurde mit 3 Jahren Haft bestraft, als deutliche Warnung, dass der Rechtsstaat sich nicht so leicht in die Knie zwingen lässt.

Und das war genau die richtige Reaktion. Ein Glücksfall, dass man mit den fünf geschmolzenen Sprengstoffrucksäcken eindeutige Beweise und Tatutensilien hatte, womit die Täter zweifelsfrei zu überführen waren. Sonst wären die Urteile im sonst so Scharia-freundlichen Grossbritannien sicherlich nicht so hoch ausgefallen. In diesem Fall jedoch sollte sich Deutschland ein Beispiel an der harten Gesetzgebung nehmen, denn bei uns kann z. B. einer wie Abu Dhess, der die rechte Hand Sarkawis in Deutschland darstellte und kurz vor der Ausführung von Anschlägen stand, immer noch auf milde Urteile vertrauen. 2010, also übernächstes Jahr, wird er schon wieder aus der Haft entlassen, seine Mitkomplizen vermutlich noch früher. Verrückt, oder ?

1 Response to “Die gescheiterten Anschläge vom 21.7.05”


  1. 1 Fridolin Juli 20, 2008 um 12:24 pm

    Vielen Dank für den schönen Bericht und den Link zur Nefa-Foundation! Vor lauter Ölpreishysterie gepaart mit Ferienstimmung und der verzweifelten Suche der Presse nach irgendwelchen Sommerlöchern, sind die Jahrestage der Bombenanschläge vom 7. und 21 July 2005 hier in Deutschland nahezu in Vergessenheit geraten.
    Egal, ob sowas bei uns auch passieren kann oder nicht, wir sollten uns daran erinnern – schon allein aus Solidarität mit den Opfern.
    Gruß
    Fridolin


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