Archiv für August 2008

Messias-Rhetorik in der deutschen Presse

„All hail the great Obama! All praise the allmighty Obama! Obama, save our souls! Obama, Germanys next top messiah!“ So oder ähnlich schallt es meiner Meinung nach im Moment aus dem deutschen Medienwald, der Medienrummel um den Parteitag der Demokraten ist ja kaum noch zu toppen. Was einem aber so richtig auf den Senkel geht, ist diese bedingungslose Verehrung, ja fast Anbetung von Barack Obama in den deutschen Medien (und folgerichtig, wahrcheinlich auch bei einem Grossteil der Bevölkerung). Gleichzeitig wird Mc Cain, der republikanische Gegenkandidat, in einem bisher nicht gekanntem Ausmaß durch den Dreck gezogen. Kleines Beispiel gefällig ? Hier die wordcounts aus einigen aktuellen Berichten:

Gregor Peter Schmitz bei SpOn: Obama – verheißt – fulminante Rede – Popstar – Staatsmann – gemeistert – jubeln – strahlend – verewigt – feuchte Augen – Theaterzugabe – Popkonzert – schwärmt – Helden – demokratischer Hoffnungsträger – attackiert – Geiste (Martin Luther) Kings – Begeisterung – Enthusiasmus

Matthias Matussek bei SpOn: Obama – Gladiator – prächtig schlägt – was für eine Rede – Gesamtkunstwerk – beschwor – Prediger – attackierte die Herzlosigkeiten – neue Generation – neue Welt – ein besseres Morgen – passt überall hin – Erweckungsgottesdienst – Dynamik – Steigerung – überlebensgroß – die Cosby-Familie des neuen Jahrtausends – präsidialer Glamour – Strahlenkränze – aufrechter Mann – Familienvater – der Liebende – streitet für Gerechtigkeit

Phw bei SpOn: Us-Analysten bejubeln Obamas „Meisterwerk“

and so on… bei heute.de und anderen sog. „Leitmedien“…

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich das schöne Sprichwort letztlich bewahrheitet: „The bigger they come, the harder they fall!“

Bildquelle, Copyright: pixelio.de, Gerd Altmann

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TV-Tipp: Koran im Kopf II – der Ausstieg aus dem Islam

Man soll es ja kaum für möglich halten, aber es gibt sie doch immer wieder: die Fälle, wo nicht nur in den Islam hineinkonvertiert wird, sondern wo auch der in ihrem Selbstverständnis „wahren Religion“ der Rücken gekehrt wird. Einen besonders aufsehenerregenden Fall bietet uns der WDR heute abend, 22.30 Uhr: es geht in „Koran im Kopf Teil II“ wieder um den jungen (Ex-)Muslim Barino, der als Sohn christlicher Eltern mit 18 zunächst zum Islam konvertierte, sich dann im Umfeld der Abu Bakr Moschee immer mehr radikalisierte, bis er schließlich zu einem waschechten Islamisten wurde. Als er jedoch die Denkverbote, die der Islam ihm auferlegte, immer mehr als Belastung empfand („geistige Gefangenschaft“), kehrte er dieser Religion den Rücken und stieg aus dem Islam aus. Was ja, wie mittlerweile auch einem breiteren Publikum bekannt sein dürfte, nicht ganz ungefährlich ist – denn Apostasie ist, jedenfalls nach dem Verständnis der meisten Islamgelehrten, mit dem Tode zu bestrafen. Man kann dem jungen Mann nur alles Gute wünschen für seinen mutigen und richtigen Entschluss. Letztendlich ist er mittlerweile auch zum Christentum gekommen und hat sich taufen lassen.

„Abrechnung unter jungen Kerlen“

Geraten Sie, liebe Leser und Leserinnen, da mal besser nicht hinein – in eine „Abrechnung unter jungen Kerlen“. Damit meinte spiegel online in einer Meldung, die bis ca. 19.15 auf der Webseite zu lesen war, nämlich die jüngste Schiesserei mit drei Toten in Rüsselsheim. Also politisch korrekter und verharmlosender hätte man es wirklich kaum noch ausdrücken können. Stellen Sie sich das mal vor: eine unbeteiligte, 55-jährige Eiscafé-Besucherin wird in einer Wild-West ähnlichen Strassenschiesserei mitten im Zentrum von Rüsselsheim von bewaffnetem Türkengesindel erschossen, am frühen Abend, nichts ahnend von einem Querschläger getroffen, verblutet mit einem Bauchschuss vor den Augen ihres hilflosen Ehemannes qualvoll. So. Und Sie lesen als Angehöriger, oder einfach nur als normaler Nachrichtenleser mit Herz und Mitgefühl von einer „Abrechnung unter jungen Kerlen“. Geht`s noch zynischer, spiegel online ? Oder hat der neue Volontär wieder mal zuviel gesoffen und durfte danach noch den neuesten Artikel darüber schreiben ?

Aber wohlweislich hat man dann doch irgendwann bemerkt, dass mit den „jungen Kerlen“ ein zu euphemistischer Begriff gewählt wurde, und hat den Artikel inzwischen geändert und um neueste Fakten erweitert. Sogar von Türken ist inzwischen die Rede – geradezu eine Eskalation im Spiegel`schen Begriffs-und Denkraum. Doch was müssen meine entzündeten Augen da schon wieder lesen ? Nun ist von einer „Fehde unter Türken“ die Rede. Fehde – auch ein schöner, altdeutscher Begriff, lange nicht mehr gehört. Und Applaus, SpOn: nette Umschreibung für die Tatsache, dass ein türkischer Stresser einen anderen türkischen Stresser auf barbarische Weise ermordet und dabei eine Unschuldige getötet hat. Als Nachrichtenmagazin so tief zu sinken, dass muss man erst mal schaffen, Gratulation, ihr habt die neue Tiefstmarke aufgestellt!

„Multikulti ist gescheitert“

Das sagen nicht wir – obwohl auch wir starke Indizien dafür hier in Deutschland erkennen – , das sagt nicht irgendein „rechtspopulistischer“ Politiker auf einer Marktplatzrede, nein, dass sagt ein normaler Bürger, der im Berliner Stadtteil Neukölln lebt und für die neue sechsteilige Videoserie von spiegel.tv online einmal frei Schnauze reden darf. Hier gibt es den ersten Teil zu sehen – schon erschreckend, wie manche Stadtteile immer mehr verkommen. Aber lehnen Sie sich bequem zurück, sehen Sie selbst und erschauern – und greifen dann in wohliger Gewissheit nach ihrem Freund und Garant für ihre Sicherheit, dem unter der Couch versteckten Baseballschläger (s. Film)…  Foto: Spiegel.tv online

Mahmud`s Helfer (1)

Wer, liebe Leser, könnte folgenden Satz gesagt haben: „Seine [bez. auf die vorher erwähnte „zionistische Entität“, also Israel, Anm.] Existenz dient nicht den Interessen der Menschheit. Sie ist schädlich für jedermann. […] Auf jeden Fall geht die Ära der sog. zionistischen Entität ihrem Ende entgegen. Sie kann den gläubigen Männern der Hisbollah nichts entgegensetzen.[…] Wir beobachten nun Siege in Folge, durch unsere Brüder, die Widerstandskämpfer.“ Kleiner Tipp: Mahmud A. ist nicht richtig. Aber nun auch wieder nicht so weit weg denken, denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nahe: die Äußerungen stammen von seinem, man höre und staune, Vize namens Esfandyar Marshai – ganz offiziell getätigt am 28. Juli diesen Jahres im libanesischen Fernsehen. Da sind der Vize-Präsident des Iran, der übrigens ein bisschen wie Mr. Bean aussieht, und sein Amtschef wohl Brüder im Geiste, gleich und gleich gesellt sich ja bekanntlich gerne.  Nur ist es überhaupt nicht witzig, was sie zu sagen haben, sondern todernst – und es macht einen todtraurig, dass die Welt mal wieder überhaupt keine Kenntnis davon nimmt, ja viele Menschen sogar allen Ernstes bereit sind, dem Iran Atomtechnologie zugestehen zu wollen. Unsere Meinung ist und bleibt: mit solchen Irren und Zündköppen an der Spitze ihres Staates, haben die Iraner ihr Recht auf ein eigenes Atomprogramm verwirkt, zumindest solange, bis sie sich in freien Wahlen nach westlichem Standard andere Staatsmänner wählen.

Wir werden von nun an, in enger Anlehnung und Wertschätzung der Arbeit von Guido Knopps` Reihe „Hitler`s Helfer“, das Thema „Iran und Naher Osten“ in loser Folge als Artikelserie immer wieder mal aufgreifen und ihnen weitere „Mahmud`s Helfer“ vorstellen. Damit nicht in 60 Jahren einer behaupten kann, es war der Irre aus Teheran alleine gewesen.


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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