Was Richter denken, aber nur „zum Teil“ sagen

Ein interessanter Artikel, der da heute in der WELT online veröffentlicht wurde. Ursprünglich erschienen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Der Kriminalist“. Man möge ihn sich zuerst durchlesen, und dann überlegen, was einem am meisten daran auffällt, abseits der auffälligen Hauptthese des Artikels, dass jugendliche Straftäter in Berlin zunehmend dem türkisch-arabischen Milieu entstammen, immer gewaltbereiter werden und die Taten explizit einen deutschfeindlichen Hintergrund aufweisen. Mein bleibender Eindruck des durchaus differenzierten und mit Zahlenstatistik vollgespickten Artikels ist jedenfalls, dass da die Justiz so langsam die Probleme erkennt, die mit der morgenländischen Migration in unseren Großstädten entstehen, aber nur zögerlich bereit ist, sie zu benennen. Oder anders gesagt: sich nicht traut, die traurige Wahrheit in voller Gänze an die Politik heranzutragen. Aber die Sprache, der Stil, wie etwas ausgedrückt wird, ist oft ein guter Indikator, die Wahrheit hinter den Sätzen zu entlarven. Was ich damit meine ? Zum Beispiel den häufigen Gebrauch von „teilweise“ und „zum Teil“. Dieser Lückenfüller in unserer Sprache, der so pseudo-akademisch daherkommt, ist wie ich finde, auch immer öfter in den alltäglichen Diskussionen, in Talkrunden prominenter Besetzung und auch im politischen Diskurs zu hören, wenn es darum geht, negative Wahrheiten abzumildern. Was jedoch der „andere Teil“ sein soll, wird geflissentlich dann meistens weggelassen, man schleicht sich sozusagen aus dem Dilemma der kompletten Erörterung eines Sachverhaltes heraus. Hier wird von der guten Richterin fleissig davon Gebrauch gemacht: „Diese […] Aussage ist jedoch nur teilweise zutreffend. / Vor dem Hintergrund des dargestellten teilweisen Rückzuges aus dem hiesigen Wertesystem / Hieran fehlt es gegenwärtig zum Teil. / Besonders dann, wenn der Schulbesuch seitens der bildungsfernen Elternhäuser nicht gefördert, teilweise schlicht nicht ermöglicht wird“.

Immerhin positiv bleibt zu vermerken, dass sie eine der Wenigen zu sein scheint, die überhaupt dieses Thema junge Ausländerkriminalität kritisch aufgreift und auch konkrete Vorschläge zur Milderung des Problems macht (schnellere Verurteilung mit Warnschussarrest z.B.). Dennoch bleibt irgendwie der schale Eindruck, dass unsere Gesellschaft sich im juristischen Wirrwarr und Bürokratismus für den Umgang mit solchen Fällen verheddert, während draussen auf der Straße fröhlich und fast konsequenzlos weitergeprügelt und abgezogen wird. Hinzu kommt die schlichte mathematische Tatsache, dass aufgrund des Geburtenjihads bestimmter Bevölkerungsgruppen aus Südland (nein, nicht die Portugiesen, was denken Sie denn!) wir einfach nicht mehr die Zeit haben werden, das Problem in den Griff zu bekommen. Oder wie Frau Heisig es ausdrückt: “ Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“. Und das nicht mal teilweise.

Bild-Quelle, Copyright:  pixelio.de, RainerSturm

1 Response to “Was Richter denken, aber nur „zum Teil“ sagen”


  1. 1 thearcadier September 18, 2008 um 10:00 pm

    Die Sache ist glaub ich, ein wenig schwieriger, als man zunächst denken könnte. Uns Deutschen hängt im Umgang mit Ausländern immer noch unsere Vergangenheit nach, das heißt, jeder, der irgendwie in der Öffentlichkeit steht, läuft Gefahr, sein eigenes Grab zu schaufeln, wenn er die Gewaltproblematik in Verbindung mit den AUsländern bringt. Dann doch lieber auf einer schlechten bzw verfehlten Integrationspolitik beharren.


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