Archiv für 13. Januar 2009

Demographie in Gaza und wie der Westen Mitschuld am Terror gegen Israel hat

familieGunnar Heinsohn, Historiker von der Universität Bremen, analysiert mit bestechender Klarheit eine der möglichen Ursachen für Gewalt und Terror im Gaza-Streifen und legt dar, wie der Westen durch seine Finanzierungs – und Versorgungspolitik dort in der Region selbst die Vorraussetzungen für den Terror und die Gewalt schafft, die Israel und die gesamte westliche Welt letztlich heimsuchen. Hier einige, von uns aus dem Englischen übersetzte Auszüge aus dem gestern im renommierten Wall Street Journal erschienenen Artikel:

…bedenke man dies: “ Als die Hamas die Fatah 2007 aus Gaza vertrieb, kostete dies fast 350 Menschen das Leben und 1000 wurden verwundet.“

„In den arabischen Nationen wie z.B. dem Libanon […] hörte das Abschlachten erst auf, als die Geburtenraten in diesen Ländern von sieben Kindern pro Frau auf zwei gesunken waren. Das Kriegführen stoppte, weil keine weiteren Krieger mehr geboren wurden.“

„In Gaza jedoch fand keine demographische Abrüstung statt. Die durchschnittliche Frau bekommt immer noch sechs Kinder.“

„Der Grund für den endlosen Jugend-Überschuss (youth bulge) in Gaza ist darin zu sehen, dass weite Teile der Bevölkerung sich nicht um die Versorgung ihres Nachwuchses kümmern müssen. Die meisten Kinder werden von der UNRWA mit Nahrung und Kleidung versorgt, die auch für Impfungen und die Schulbildung verantwortlich ist.“

„Die UNRWA wird großzügig von den USA (31 %), der EU (fast 50 %) finanziert – nur 7 % der Gelder kommen von muslimischen Staaten. Dank der Freigiebigkeit des Westens lebt fast die ganze Bevölkerung des Gaza in einer Art niedrigen, aber regelmäßigen Geldzahlungs-Abhängigkeit.“

„Unbekümmert von der Notwendigkeit, sich um einen geregelten Lebensunterhalt bemühen zu müssen, hat die Jugend jede Menge freie Zeit zur Verfügung, die sie zum Tunnelgraben, Schmuggeln, Raketenbau und dem Abfeuern von 4500 von diesen auf Israel, allein seit 2006, ausgiebig nutzt.“

„Wenn wir ernsthaft eine neue kriegführende Generation in Gaza verhindern wollen, dann müssen wir den Mut haben, den Bewohnern dort zu sagen, dass sie sich ab nun selbst um ihren Nachwuchs kümmern müssen, ohne die Hilfe der UNRWA. Dies würde die Palästinenser zwingen, sich um eine funktionierende Wirtschaft bemühen zu müssen, anstatt Kriege zu führen.“

Den ganzen Artikel im Original gibt es hier zu lesen, mit einer sehr interessanten Schlussbemerkung auch, wie der Westen noch reagieren könnte. Wie gesagt, eine einleuchtende Analyse insgesamt, wie mir scheint. Die Debatte über Geburten, Geburtenüberschuss, Kontrolle, Lieferungsstopp für Hilfsbedürftige usw. dürfte aber in Deutschland gerade nicht einfach zu führen sein, zu schnell wird man da in ein falsches Licht gerückt.

Werbeanzeigen

Eindrücke von der Pro Israel-Demo in Frankfurt

Zunächst waren es nur vereinzelte Personen, die auf dem fast noch leeren Opernplatz bei strahlend klarem Winterwetter zu sehen waren,

dsc02761

dann jedoch wurden es mehr und mehr, auch die Anzahl der Israel-Fahnen und Banner tragenden Leute wurde immer mehr,

dsc02763

bis schließlich zu Beginn der Veranstaltung schon eine ansehnliche Menge Menschen versammelt waren. Man beachte das massive Polizeiaufgebot im Hintergrund, Dutzende Wagen und Mannschaftswagen waren hier aufgeboten, natürlich nicht wegen den Demonstranten selbst, sondern zum Schutz dieser vor evt. gewalttätigen Gegendemonstranten. Von diesen hatten sich etwa 150 in einem Grüppchen auf der Gegenseite aufgestellt und brüllten sich heiser, was das Zeug hielt. Auch die verbotenen Fahnen der Hamas wurden dort geschwenkt.

dsc02783

Jetzt war es zum Bersten voll auf dem Opernplatz (im Hintergrund die Alte Oper, in der gerade auch das Musical „Cats“ – s. Werbung – aufgeführt wird)

dsc02780

Nein, das sind nicht etwa vom Iran bezahlte Konter-Demonstranten, sondern Zoroastrier und weitere iranische Dissidenten, die sich dem Israel-Support anschlossen und noch die alten persischen Fahnen der Schah-Zeit mitgebracht hatten. Sie wurden bei den strengen Einlasskontrollen zunächst aufgehalten, weil man sie tatsächlich für Gegendemonstranten hielt. Die Sachlage war aber schnell geklärt und sie konnten dann friedlich mitdemonstrieren.

dsc02776

Auch die große Israel-Fahne mit dem Davidstern durfte natürlich nicht fehlen. Es ist, so nebenbei bemerkt, eine sehr schöne Landesfahne, wie ich finde – das Blau wie Himmelstreifen und Wasserfläche in Kontrast zu dem reinen Weiß assozziert irgendwie Hoffnung und Optimismus, jedenfalls mehr als die stumpfen Drei-Block Farben der meisten anderen Staaten. Aber das nur am Rande.

dsc02766

Und nun spricht er, Michel Friedmann, der ehemalige stellvertretende Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland. Es war schwierig, ein gutes Foto zu schießen, aber ganz im Hintergrund ist er im Mantel gekleidet, zu erkennen. Seine Rede war wie so oft gekonnt, pointiert und mitreißend – er wandte sich teilweise auch direkt an die Hamas-beflaggten Gegendemonstranten, die er heftig kritisierte. Es wure übrigens nicht nur gesungen auf der Demo, sondern auch friedlich gebetet für alle Opfer des Krieges!

dsc02791Nach dem Ende der Veranstaltung wurde teilweise noch heftig diskutiert mit den Israelgegnern, die jetzt auch in kleinen Grüppchen langsam abwanderten zu U- und S-Bahn. Aufgrund der hohen Polizeipräsenz kam es jedoch, jedenfalls ist mir noch nichts bekannt, zu keinen „körperlichen Auseinandersetzungen“, was ja nicht in allen EU-Städten der Fall war, wo für Gaza demonstriert worden ist.

Videos gelang es uns leider nur, relativ kurze aufzunehmen, daher können wir leider an dieser Stelle keine wirklich ergiebigen Videos einstellen. Und dabei hätten wir sogar eines, dass 12 Sekunden lang das heftige Gegrölle und Geschreie der Gegenseite dokumentiert, aber wer dies und die Rede von Michel Friedmann in voller Länger sehen will, den verweisen wir gerne auf die einschlägigen Blogs in unserer Blogroll rechts oben, insbesondere PI. Oder einfach Youtube mit den entsprechen Suchwörtern füttern. Hier gibt es schon das erwähnenswerte „Schämen Sie sich!“ aus der Rede von Michel Friedmann, gerichtet an die Gegendemonstranten:

Fotos: Copyright by atimetostand.wordpress.com, bei Anfragen nach den Original-Jpegs bitte mail an arpicrypt@yahoo.de.


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

Blog-Visitors since Feb. 07

  • 41.369 hits

Kalender

Januar 2009
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Top Clicks

  • Keine

Clustr

Werbeanzeigen