Archive for the 'Deutschland' Category

Gaga Wissenschaft: Kiezdeutsch als Chance

Also bei diesem Artikel auf Welt-Online stellen sich einem ja die Haare hoch. Ich hatte am Rande davon auf einem anderen Blog schon neulich mal etwas gelesen, mich aber zunächst nicht weiter damit beschäftigt, weil ich es für unglaubwürdig hielt. Aber es ist wohl anscheinend wahr:  die Potsdamer Germanistin Heike Wiese lädt zu einer wissenschaftlichen Veranstaltung im Rahmen einer Tagung der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin, die sich wohl unter anderem mit dem deutsch-türkischen Pigdin beschäftigen wird, das allgemein unter „Kiezsprache“ bekannt sein soll. Schon diese Ausgangsbezeichnung finde ich problematisch, denn „Isch masch disch Messer“  (Achtung: laut welt performative Äußerung, Sie verstehen?) wird wohl keineswegs nur auf dem Kiez, also in Rotlicht-affinen Vierteln, gesprochen, sondern eher in sozial schwierigen Problemstadtteilen bzw. als Teil der mittlerweile gängigen Subproletariats-Jugendkultur in unseren sämtlichen Schulen allgegenwärtig ist.

Aber ich kann das natürlich nicht beurteilen, wer bin ich denn schon gegen die wahrscheinlich schon längst DFG-geförderten Herren und Damen Sprachwissenschaftler, deren sozial-integrative Weitsicht und Klugheit in der Analyse in solchem pseudo-wissenschaftlichem Geschwurbel zum Ausdruck kommt (folgende Zitate gemäß welt-online):

„Vielmehr überbiete das neue „Kiezdeutsch“, von Wiese als „multiethnischer deutscher Dialekt“ gekennzeichnet, vormalige Mischsprachformen wie die „Kanak Sprak“ oder das „Türkendeutsch“ durch Erfindungsreichtum und grammatikalische Finesse.“

„Der Synkretismus-Jargon sei nicht etwa von Herkunft oder Muttersprache der Nutzer abhängig, sondern lediglich vom Wohnort.“

„Alle Sprecher jener Gruppen, die „musstu“ und „lassma“ sagen, würden zwar meist auch Hochdeutsch beherrschen, es aber in einer subversiv gestimmten Souveränitätsvolte ausblenden.“ (Hervorhebungen durch mich)

Und das Fazit des welt-Artikel Autors ist auch nicht unbedingt geistreicher:  „Wie es scheint, kündigt sich eine neue sprachliche Internationale an. Vielleicht gehört ein Satz wie „Mein Vater geht Moschee mit Lederhose“ bald zum innovativen Witz-Standard im Migrantenstadl.“ Was für ein Schenkelklopfer, zum Totlachen!

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„200 Kilogramm mit Splittern, inschallah“

fritzg_terroristenprozessIn wenigen Tagen beginnt einer der größten Terrorprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik, und bislang ist die FAZ mit ihrer Online-Ausgabe das einzige Medium, dass schon jetzt vorab interessante und zugleich neue, erschreckende Details aus dem Todesplan der zum Islam konvertierten Attentäter veröffentlicht: „200 Kilogramm mit Splittern, inschallah, das macht ’nen Riesenbums“. Wer nach der Lektüre des Artikels immer noch glaubt, das wir ein Hafen der Glückseligkeit sind, dem ist nicht mehr zu helfen – das hätten wir vor zwei, drei Jahren noch gesagt. Mittlerweile ist es bis in die Wohnstuben und Kaminzimmer der Gutmenschen durchgedrungen, von daher erübrigte sich dieser Kommentar ja eigentlich. Allerdings hat man schon das Gefühl, dass unbequeme Wahrheiten in Deutschland immer noch gerne verdrängt werden, getreu einem anderen, bequemen Motto: „Mich wird`s schon nicht treffen. Und im Straßenverkehr sterben ja auch jeden Tag Dutzende.“ Kann man halt nichts machen, und Achselzucken…

Ach so, ja noch was: machen kann scheinbar auch die deutsche Justiz nicht so viel, jedenfalls nicht so viel, wie man meinen möchte. Am Ende des Artikels steht, die maximale Höchststrafe für einen der potentiellen Hundertfach-Massenmörder betrüge 15 Jahre Gefängnis! Oder, modern ausgedrückt, 15-mal  neue schwedische Pirate Bay-Server aufziehen, das brächte Sie für ungefähr dieselbe Zeitspanne hinter die gleichnamigen Gardinen. Argumentation: Aufgrund des erfolgten Zugriffes kam es ja dann noch nicht einmal zum Versuch, eine Explosion herbeizuführen – von daher bleibt nur „Verabredung zum Mord“ als Hauptstraftatbestand.  Justizlogik at its best!

Was hat der kommende NATO-Gipfel mit dem Islam zu tun?

natoEigentlich nichts, möchte man meinen. Aber es ist doch sehr interessant, einmal die Begründung für die erheblichen Bewegungseinschränkungen für die Bürger und die allgemeinen Sicherheitsauflagen der Stadt Baden-Baden zu lesen (das Treffen von hochrangigen Staatschefs und Politikern aus den NATO-Mitgliedsstaaten findet anlässlich des 60.ten Geburtstages des Verteidigungsbündnisses vom 2.-4. April 2009 in Straßburg, Kehl und Baden-Baden statt). Hier einige Auszüge aus der „Allgemeinverfügung“ und deren anschließender Begründung der Stadt Baden-Baden:

1. In der Zeit vom 02.04.2009, 10.00 Uhr, bis einschließlich 04.04.2009, 10.00 Uhr, werden in Baden-Baden Sicherheitszonen eingerichtet. […]

2. […] Anwohner und sonstige Berechtigte dürfen sich in der Sicherheitszone 4 (gelb) außerhalb der befriedeten Besitztümer nur in Begleitung von Polizeibeamten zum Betreten oder Verlassen dieser Sicherheitszone bewegen.

[…] Viele Delegationsmitglieder sind in sogenannte Gefährdungsstufen klassifiziert, zum Teil besteht die höchste Gefährdungsstufe 1. Das bedeutet, dass die Person erheblich gefährdet und mit einem Anschlag zu rechnen ist. […]

[…] Insgesamt ist daher nach wie vor von einer hohen abstrakten Gefährdung durch islamistisch motivierte Zirkel auszugehen. […]

[…] In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Deutschland aufgrund des Einsatzes von Bundeswehrsoldaten im Rahmen des unter NATO-Führung stehenden ISAF-Einsatzes in Afghanistan, der auch im kommenden Bundestagswahlkampf eine Rolle spielen wird, derzeit besonders im Blickpunkt islamistischer Terroristen steht. Derartige Terroranschläge, die während des NATO-Gipfels konkret nicht ausgeschlossen werden können, gefährden neben den Delegationsmitgliedern auch Leben und körperliche Unversehrtheit einer Vielzahl weiterer Personen wie Sicherheits- und Servicepersonal, Anwohner usw. […]
Neben den üblichen linken Störenfrieden, die man natürlich auch außerhalb von „Wurfreichweite“ halten möchte und die man als „Friedensdemonstranten“ hinter der Absperrung wohl dennoch dulden wird, wird also ziemlich unverblümt die Gefahr, die explizit für Deutschland von unseren zur Wüstenreligion konvertierten Mitbürgern aus droht, benannt. Die Gefährdung ist zwar mal wieder, wie so oft, „abstrakt“ und „konkret nicht auszuschließen“. Kein Grund jedoch, es nicht gesondert hervorzuheben. Die Gefahr, die von übergeschnappten Counterstrikern, frustrierten Jägern, erfolglosen Sportschützen, Hardcore-Pfingstlern, militanten Modellflugzeugbauern und radikalen Sedisvakantisten ausgeht, wird doch jetzt wohl nich völlig ignoriert werden? DAS wäre grob fahrlässig! Und obwohl es sich mit dem Islam und Islamismus so verhält wie mit dem Alkohol und Alkoholismus, hat das aber natürlich nichts mit dem Islam zu tun, wie wir alle wissen. Und dafür stehen wir doch alle gerne im Osterurlaubsverkehr geduldig auf der A5 im Stau. Denn Allah weiss es am besten.

Bild Copyright: „Windrose“ auf pixelio.de

Zum Amoklauf in Winnenden: Versuch einer politisch inkorrekten Nachbetrachtung

Schockiert hat uns alle dieser unvorstellbar brutale Amoklauf von Winnenden letzte Woche, und die Trauerphase hat für viele Menschen, Angehörige und mittel- oder unmittelbar Betroffenen noch nicht einmal begonnen, da setzt auch schon die öffentliche Diskussion ein und es hagelt von überallher „Querschüsse“, wenn man dieses waffenstrotzende Wort einmal im übertragenen Sinn benutzen will. Natürlich war das zu erwarten – so ist es ja immer schon gewesen, ob nach „Erfurt“ oder „Emsdetten“, wo ja bekanntlich auch ein schärferes Waffengesetz daraus resultierte – aber ich erinnere mich auch noch an die Zeiten, als wir in Deutschland noch eine Insel der Glückseligen waren und hämisch mit dem Finger auf die Amokläufe in den USA gezeigt und die dortige Waffenverbreitung als Grundübel der Welt ausgemacht wurde. Nun haben wir jedoch ein schärferes Waffengesetz (wenn ich richtig informiert bin, sogar eines der schärfsten in ganz Europa), wir haben ganze Heerscharen von Schulpsychologen, Sozialarbeitern, Gewaltpräventions- und Antiaggressionstrainings, – ja, RTL schickt deutsche Kinder sogar in den Wilden Westen, um dort asoziales und gewaltstrotzendes Verhalten gruppendymnamisch auszutherapieren – und dennoch passierte „Winnenden“ (und „Wendlingen“, das mittlerweile irgendwie sogar schon wieder vergessen wird, zu erwähnen)! Nur eines steht mittlerweile fest: in unserer Trauer und Hilflosigkeit suchen wir nach einer Antwort auf die Frage „Warum“, nach einer schnellen, plausiblen Antwort möglichst – und erkennen doch nicht, dass selbst die Antwort darauf quasi tautologisch selbst wieder keine Antwort wäre. Denn jedes mögliche logische Motiv (das sich um die Haupt-„Übeltäter“ Computerspiele, Waffenbesitz, Psychische Erkrankung, Erziehung, dreht im Moment) wäre keines, das einen Amoklauf logisch macht. Denn sonst müsste jeder, der Far Cry 2 auf seiner Platte hat, von seiner Freundin verlassen wurde, Depressionen durchmacht oder im Schützenverein ist, zum Amokläufer mutieren. Eventuell ist es in diesem Fall ein Faktorenmix, sehr wahrscheinlich liegt auch eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bei dem Amokschützen vor, aber selbst all dies zusammen erklärt nicht das Unerklärliche. Warum können wir Menschen es nicht akzeptieren, nicht auf alles eine Antwort haben zu können ? Die Kirchen sind bezeichnenderweise auch wieder voll in diesen Tagen, denn für viele ist eine religiöse Hinwendung wieder wichtig. Dabei geht es nicht, wie man vordergründig meinen könnte, um eine Hilfe im Sinne von Begreifen: denn vielleicht mögen manche auch tiefer, philosophischer fragen: Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er, sogar und gerade er, es dann zu, dass junge Menschen von einer auf die andere Sekunde grausam aus dem Leben gerissen werden ? Vielleicht sind einige enttäuscht, es zu hören, aber es ist dann die falsche Fragestellung, denn „ER“ lässt gar nichts zu oder auch nicht nicht zu, wir sind lediglich Seiner Barmherzigkeit unterworfen. Es sind immer die Aktionen von Menschen, die anderen etwas antun, die elementare Gesetze wie Nächstenliebe, Tötungsverbot usw. verletzen, aus welchen Gründen auch immer. Immer wollen wir jemanden verantwortlich machen, am besten jemand anderen, ob dies Gott sei, oder die Waffenlobby oder wen auch immer, statt selbst verantwortlich zu handeln. Und verantwortlich handeln, heisst eben nicht, polemisch und unüberlegt z.B. eine Verschärfung der Waffengesetze zu fordern. An dem Beispiel von Washington, D.C. hat sich gerade gezeigt, dass jahrzehntelanges Waffenverbot die Mordrate keineswegs senkte, so dass das Urteil gegen den privaten Waffenbesitz vom obersten Gerichtshof als Verstoß gegen das Second Amendment letztes Jahr erst aufgehoben wurde. Und zu Recht, wie dieser Artikel, wie ich finde, einleuchtend nahelegt.

Anstatt pauschal auf einzelne Aspekte von Jugendkultur (Computerspiele, „Horror“-Videos usw.) einzudreschen, ist es vielleicht zielführender, eine gesamtgesellschaftliche Debatte zu führen, die sich anhand der wenigen Fakten orientiert, die man hat: Ganz klar haben die Anzahl der Amokläufe in den letzten Jahren zugenommen, Fakt 1, und Fakt 2, es ist überwiegend ein Problem junger, männlicher Einzeltäter, die eine gewisse Faszination für Waffen und einen Hang zum Außenseiter-Dasein haben. Sind es, also sie, vielleicht die Opfer, die unsere schnelllebige, internet-basierte, mediensüchtige-, emotions-, religions- und werterelativistische Gesellschaft, zu Tätern aus ihrer Mitte werden lässt ? Die mit der Auflösung vertrauter Strukturen einhergehende Bedeutungslosigkeit des eigenen Ichs, der eigenen Stärken und des eigenen Selbstvertrauens sie in eine Welt abtauchen lässt, die normalen Menschen nicht mehr zugänglich ist ? Die uns aber auch, solange es nicht zum Eklat kommt, nicht im Geringsten interessiert und die mit der Kommunikationslosigkeit einer „Spaßgesellschaft“ zugedeckt wird ? Ich weiß es nicht, finde nur, darüber wäre es interessanter zu diskutieren, als von blindem Aktionismus geleitet, neue Wort-und Verwaltungsmonster wie „Erziehungspartnerschaften“ oder neue Gesetze zu schaffen.

Auch in Respekt und Trauer mit den Angehörigen der ermordeten Schüler, Schülerinnen und Lehrerinnen der Albertville-Realschule und den unbeteiligten Passanten, die Opfer des Amoklaufes wurden. Und auch in Trauer und Mitgefühl mit den Angehörigen des Täters, deren verlorener Sohn diese Familie in ganz besonderer Tragik für lange Zeiten ins Unglück gestürzt hat.

Noch ist Polen nicht verloren – ganz und gar nicht!

Nach der schrecklichen und grausamen Ermordung des polnischen Ingenieurs Pjotr Stanczak durch militante Islamisten in Pakistan, von deren barbarischer Tat das Video am Wochenende bekannt wurde, hat nun die polnische Regierung und die polnische Öffentlichkeit reagiert: man werde die Taliban jagen, die Taliban müssten mit dem Schlimmsten rechnen (bei SpOn klingt das so: „Polen schwört den Taliban Rache„)! Wir meinen: genau das ist die richtige Einstellung und die richtige Reaktion auf solche Terror-Akte! Nur so kann der souveräne Staat Herr der Lage bleiben und psychologisch der Terror bekämpft werden, indem man Stärke zeigt und nach innen und außen hin allen vermittelt, dass man sich nicht das Heft aus der Hand nehmen lässt, sondern die Täter mit allen Mitteln verfolgen und sich durch solche Akte in keinster Weise einschüchtern lassen wird. Das alte „Don`t mess with Texas„-Motto eben, so krude es auch erscheinen mag. Denn Terror ist ja zuallererst selbst eine psychisch wirkende Waffe, und wie man am feigen Rückzug Spaniens aus dem Irak nach den Anschlägen von Madrid 2004 gesehen hat, unter bestimmten Bedingungen und politischen Konstellationen eine manchmal auch effektive Waffe. Und genau so muss er mit seinen eigenen Waffen geschlagen werden, wenn man denn je eine realistische Chance im Kampf gegen den Terror haben will.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum diese Meldung speziell für Deutschland wichtig werden könnte: allein im Januar diesen Jahres gab es mehrere explizit gegen Deutschland gerichtete Propaganda-Videos von hauptsächlich deutschen Islam-Konvertiten, die darin mit Anschlägen drohen und ziemlich unverblümt zur Wahl von Parteien auffordern, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan favorisieren (dies wäre dann übrigens einzig und allein die Partei Die Linke, was die im Herbst anstehende Bundestagswahl betrifft). Das ist eben die Medien-Fratze des Terrors: einschüchtern, drohen und dann Gnade in Aussicht stellen bei erwünschtem Verhalten. Quasi jedes Unterdrückungssystem in der Menschheitsgeschichte basiert auch auf diesen drei wesentlichen Faktoren. Wir stellen uns hier nur die Frage: wie würde, ja man muss fast schon sagen, wie wird Deutschland, wie wird die deutsche Regierung auf Anschläge hierzulande im Umfeld der Bundestagswahlen reagieren ? So trotzig und entschlossen wie die Polen in diesem speziellen Fall? Wohl kaum. Und würden sich die Menschen in ihrem Wahlverhalten, also letztlich in ihrer Einstellung zum Afghanistan-Einsatz, beeinflussen lassen ? Leider, so wie wir die Psychologie unseres Landes kennengelernt haben, muss man konstatieren: ja, vermutlich würde es wohl den Ausgang der Wahlen und die Grundstimmung im Lande beeinflussen. Das Gefühl von Unsicherheit und Bedrohung würde vielleicht über den Angstzustand hinaus auch zu einer Spaltung führen, grob gesagt in das Lager der Appeaser („Ja nicht noch reizen, die übelgelaunten Terroristen“) und die extremen Positionen der anderen Seite („Muslime unter Generalverdacht“). Also auf jeden Fall glauben wir nicht, dass unsere relativ heterogene Gesellschaft damit so gelassen und dennoch erhobenen Hauptes umgehen könnte. Allein wenn die Terroristen dieses Gespür, diesen richtigen Riecher für die Psychologie eines Volkes haben, wie im Falle von Spanien gesehen, dann müssten wir schon deswegen von jetzt an um die innere Sichrheit besorgt sein. Man kann dennoch letztlich nur hoffen, dass Deutschland danach besonnen und gleichzeitig mutig reagiert – wie es Polen uns eben gerade vormacht.

Medizin gegen die Krise! Rezeptfrei!

Krise, Krise, Krise…in diesen Tagen wohl das häufigst verwendete Wort in den Medien, in Gesprächsrunden schlauer Menschen oder auch einfach nur beim Feierabend-Bierchen mit guten Freunden. Keiner kommt daran vorbei, aber jeder redet darüber, wobei die meisten (eigentlich alle) kaum erklären können, wo die Krise herkam, warum dennoch die Einkaufszentren Samstags nachmittags voll sind wie eh und je, und – das Wichtigste überhaupt – wann die Krise sich mal anschickt, wieder zu verschwinden! Von der schwer zu verstehenden Tatsache, dass der Staat sich auf Jahrzehnte hinaus nun verschuldet, um Großbanken vor dem Ruin zu retten, mal ganz abgesehen. Hinzu kommen dann noch so Nigglichkeiten wie spontan auftretende Bahnstreiks, Kurzarbeit überall, ein wieder nicht selbstgewonnener Lottojackpot und traurige Kinofilme. Und dann wollen uns auch noch die Jungs droben von den Bergen, den afghanischen,  den Spaß am Wählen verderben mit selbstgedrehten Kurzfilmchen in der Bewerberkategorie: „Schlechteste Nebendarsteller des Terrors 2009“. Aber Kopf hoch: wenn Sie das kleine Video oben zu Ende gesehen haben, wird alles wieder gut! So viel Motivation muß sein und macht wieder Laune! Never give up, never surrender 🙂

Hessen-Wahl, die Zweite

Die Wahl des neuen Landtages in Hessen heute markiert den Startpunkt zum neuen Superwahljahr 2009, und  da wollen wir auch wieder, wie schon im letzten Jahr, unsere Gedanken und einen kleinen Rückblick dazu beisteuern. Denn es ist kaum ein Jahr vergangen, als die Hessen zur Wahlurne gerufen wurden, und damals viele mit der Wut im Bauch abstimmten, einem gewissen Herrn Roland Koch eine Lektion in Sachen „Ausländerkriminalität als Wahlkampfthema“ zu erteilen. Dabei hatte dieser sich doch, wie es bei ihm nicht so oft geschieht, engagiert ein brennendes gesellschaftspolitisches Thema vorgenommen, über das gerne hinter vorgehaltener Hand jeder Lösungsvorschläge macht, aber keiner sich bis dahin traute, es im Wahlkampf anzupacken. Kurzum, an diesem heißen Eisen hatte sich Koch dann doch die Pfoten verbrannt, so richtig profitieren konnte der Gegner SPD wegen der seltsamen Zersplitterung des Wahlergebnisses damals aber auch nicht. Fortan gab die in Hessen vorher nur mit mikroskopischer Bedeutung versehene Partei „Die Linke“ das Diskurs-Tempo an, und es kam zu den bekannten, fast an Suizidversuche erinnernden Desastern innerhalb der SPD: die „Versprechen brechen“-Yspilanti bei Beckmann, ihr verzweifelter Kampf um die Macht, der Liebesentzug der Abgeordneten Dagmar Metzger, das Absägen von Kurt Beck, der abermalige Versuch von Ypsilanti, an die Spitze zu kommen, der Super-Gau um die fehleden Stimmen zur Wahl des Ministerpräsidenten, die Diffamierung der Abweichler in der SPD als „Verräter“ und der Aufstellung von Thorsten Schäfer – Gümbel (Tarnname: TSG, ähnlich wie TSG Hoffenheim). Nicht nur durch bäuerlich klingenden Doppelnamen und suboptimales Aussehen etwas gehandicapt, werden ihm allenthalben auch wegen seiner unklaren Linie innerhalb der SPD heute keine guten Wahlchancen eingeräumt. Von einer zu erwartenden „historischen“ Niederlage der SPD ist die Rede. Alles altbekannt, viel interessanter wird heute jedoch werden, ob sich die CDU unter Koch wieder stabilisieren kann, und insbesondere wie die kleinen Parteien abschneiden werden. Sie sind schließlich das Zünglein an der Waage, wie man im letzten Jahr und auch vermehrt in den letzten Bundestagswahlen sehen konnte. Schafft es die Linke überhaupt wieder einzuziehen in den Landtag ? Können Die Grünen profitieren ? Wird die FDP Juniorpartner einer konservativen Landesregierung ? Und vor allem: wer zum Teufel hat diese Piratenpartei (kein Scherz, die heißen wirklich so) auf die Wahlzettel gebracht?

Die ersten Prognosen werden für 18.00 Uhr erwartet, und wir wagen mal die Vorausschau, dass wegen des Pfui-Bäh-Regenwetters und des für alle eh schon feststehenden Ergebnisses eine äußerst geringe Wahlbeteiligung zu bemerken sein wird. Trotzdem dürfte die CDU ihren Vorsprung verteidigen können und wird heute abend sicher Grund zum Feiern haben.


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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