Archive for the 'Deutsche Bahn' Category

Wie ein Land lahmgelegt wird…

BahnWenn es ein Wort gibt, dass mich in letzter Zeit immer wieder aufhorchen lässt, sobald es fällt, dann ist es: Streik! Oder wahlweise auch Warnstreik, „Totalstreik“ (wie spiegel online neulich so schön titelte) – oder, um die Kunst des Drumherumredens, in der wir Deutschen es mittlerweile zur Meisterschaft gebracht haben, zu vollenden: „Abbruch der Tarifverhandlungen“! Dabei bin ich durchaus nicht grundsätzlich gegen Streiks, wer würde nicht gern mal streiken, wenn jeder es sich leisten könnte – kann aber nicht jeder, und nicht jeder besitzt das Erpressungspotential, das mächtige Gewerkschaften und Verbände wie ver.di und die GDL mittlerweile angehäuft haben. Der Arbeitskampf war im 19., 20. sten Jahrhundert sicher ein probates und legitimes Mittel, die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber den „Industriebossen“ und Magnaten durchzusetzen, gerade in Hinblick auf Arbeitsschutz-Bestimmungen und die soziale Verantwortung der Unternehmer insgesamt. Auch heutzutage bleibt er ein letztes Mittel, um Rechte für Arbeitnehmer gegenüber Konzernen einzufordern. Nur was mir mittlerweile grotesk erscheint, ist die Art und Weise, wie das geschieht und die Tatsache, dass Konfrontationen immer offener und immer schamloser auf dem Rücken einer breiten Masse ausgetragen werden, die mit dem Thema nichts – aber auch gar nichts mehr zu tun hat.

So auch beim aktuellen Possenspiel der Bahn mit der GDL und den anderen beiden Bahn-Gewerkschaften. Eigentlich dachte man, mit der Schlichtung vor ein paar Monaten sei alles ausgestanden, – aber nein, da wird mit juristisch gezirkelten Sondertarifverträgen getrickst (seitens der Bahn) und das volle Empörungspotential und die beleidigte Leberwurst-Karte gespielt (seitens der GDL). Und auch die beiden Kleinen wollen nun ein Stück vom Kuchen… Anstatt sich wie vernünftige Menschen an einen Tisch zu setzen und zu versuchen, einen Kompromiss zustande zu bringen, auch im Bewusstsein, dass es die zahlenden Bahnkunden sind, die letztlich das ganze Unternehmen tragen und in deren Verantwortung alle Beteiligten zunächst einmal stehen. Aber so, wie es jetzt abläuft, ist das Ganze ein Trauerspiel, dass die meisten Kunden nur verärgern wird und keinerlei Verständnis für eine Gewerkschaft aufbringen lässt, die es nicht schafft, nach über einem Jahr Streik und Verhandlungen etwas zustande zu bringen. Nur mangels Alternativen werden auch die meisten nicht umhin kommen, weiterhin die Deutsche Bahn als ihr Beförderungsmittel zu wählen und auch ihr Geld dort zu lassen.

Durch die momentan zeitgleichen Streiks bei Flughäfen, öffentlichen Einrichtungen und Nahverkehrsgesellschaften schaffen es einige wenige, aber wichtige Branchen, ein ganzes Land lahmzulegen und der Wirtschaft immensen Schaden zuzufügen. Ist damit irgendjemandem geholfen ? Wo ist die soziale Verantwortung für den Aufschwung unseres Landes geblieben ? Weit sind wir ja dann bald nicht mehr entfernt von den Generalstreiks à la francaise…und ich weiss auch schon, wie mein nächster Albtraum aussehen wird: Manfred Schell steht an der vordersten Lokomotive in einem der großen Kopfbahnhöfe, die Menschenmassen in Streikwesten vor ihm versammelt, und es schallt aus dem Megafon: Wollt ihr den totalen Streik ?

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Wenn einer eine Reise tut,…. (I)

Deutsche BahnWer an diesem Wochenende versucht, mit der Deutschen Bahn nach Heidelberg, der beschaulichen Stadt am Neckar, zu reisen, wird sein blaues Wunder erleben – oder besser gesagt, sein rot-weiß gestreiftes. Nicht nur dass Heidelberg bis einschließlich Montag Nacht wegen Bauarbeiten an der A5 (Vollsperrung) nur über Umwege zu erreichen sein wird, nein – auch die Deutsche Bahn hat den Termin exzellent gewählt, um just an diesem Wochenende ihr neues elektronisches Stellwerk einzurichten – inklusive Vollsperrung des Heidelberger Hauptbahnhofes, versteht sich. Aber alles kein Problem für die DB, die Umleitung der Fernzügeüber Schwetzingen, einem Vorort, läuft, und auch ein Schienenersatzverkehr bis Heidelberg ist eingerichtet. Das kleine Detail, das einem dabei unterschlagen wird, ist : will man aus Heidelberg, wieder aller Erwartungen, hinaus (trotz dass es da so schön ist) und nach Norden fahren, muss man ja nun – beispielsweise – von Schwetzingen aus den IC nehmen. Und Schwetzingen liegt ja etwas südlicher als Heidelberg, ergo : der Fahrpreis erhöht sich automatisch, zumindest für die Bahnautomaten-Nutzer unter uns. Das mögen zwar für den einzelnen ein paar verschmerzbare Euros sein, für die Bahn ist es allerdings sicherlich eine schöne Nebeneinnahmequelle. Auf Kulanz kann der Bahnkunde allenfalls hoffen, versprechen braucht man sich davon allerdings wenig, obwohl es trotz der längeren Fahrstrecke ja nicht die Schuld des Kunden sein kann, wenn der Bahnhof eines der beliebtesten Touristenstädte in Deutschland für 2 Tage zugemacht wird. Ein Schelm, wer dabei denkt, wie man wohl in Zukunft neue Stellwerke finanzieren wird…..


Zitat der Woche

All the great things are simple, and many can be expressed in a single word: freedom, justice, honor, duty, mercy, hope. (Winston Churchill)

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